Der Schweizer Bruno Kernen fährt seit vielen Jahren im Weltcup mit. Neben dem überragenden Weltmeistertitel 1997 hat der Eidgenosse auch bei den Titelkämpfen in seiner Heimat 2003 in St. Moritz eine Medaille geholt.

Kometenhafter Aufstieg
Kernen machte in seinen Jugendjahren nicht durch großartige Erfolge auf sich aufmerksam. Er konnte keine Siege bei den Junioren-Weltmeisterschaften oder im Europacup feiern. Umso erstaunlicher waren dann seine frühen guten Leistungen im Weltcup. Nachdem er 1995 sein Debüt im Weltcup gab und sich auch schon erste Punkte sichern konnte, startete Kernen ein Jahr später richtig durch. Zwei Weltcupsiege in Veysonnaz an zwei Tagen sorgten für den Durchbruch Kernens im Weltcup. Hinzu kam noch ein dritter Rang bei der Kombination von Kitzbühel.

Abfahrtsweltmeister 1997
Seinen großen Auftritt hatte Kernen bei der Weltmeisterschaft 1997 im italienischen Sestriere. Zunächst holte sich der Schweizer hinter Kjetil-Andre Aamodt (NOR) die Silbermedaille in der Kombination, um es dann zwei Tage später bei der Abfahrt allen zu zeigen. Mit sieben Hundertstel Sekunden Vorsprung vor Lasse Kjus (NOR) gewann Kernen den Titel in der Abfahrt und schaffte somit seine zweite Medaille bei der WM in Sestriere.

Sieben Jahre kein Weltcup-Sieg
Doch nach den sehr erfolgreichen Jahren 1996 und 1997 folgte für Kernen der große Durchhänger. Bis auf den zweiten Platz bei der Kombination in Veysonnaz 1998 schaffte der Eidgenosse keinen einzigen Podiumsplatz mehr bis 2003. Dazwischen lagen einige kleinere Verletzungen, aber auch eine schwere Formkrise. Doch im Jahr 2003 ging es für Kernen endlich wieder aufwärts.

Zurück auf die WM-Latten
Der entscheidende Faktor, der den Weg zurück an die Spitze weiste, besorgte der damalige Herren-Cheftrainer Karl Frehsner. Der Österreicher brachte den ehemaligen Weltmeister Franz Heinzer (SUI) mit ins Trainerteam. Mit Heinzer sah Kernen, der sein Vertrauen in Ex-Abfahrtstrainer Fritz Züger nach der missratenen Saison 2001/02 verloren hatte, wieder neue Perspektiven. Zudem wechselte Kernen die Skimarke. Er legte seine Head-Latten beiseite und kehrte zu Rossignol-Brettern zurück, die ihm einst auch den WM-Titel einbrachten.

Langes Warten hat endlich ein Ende
Der Weltmeister von Sestriere konnte dann in Wengen 2003 den lang ersehnten dritten Weltcupsieg verzeichnen. Fast exakt sieben Jahre nach seinem letzten Sieg in Veysonnaz gewann Kernen die Lauberhornabfahrt vor Michael Walchhofer und Stephan Eberharter (beide Österreich). Zuvor konnte er 1998 zum letzten Mal auf das 'Treppchen' steigen.

Medaille in St. Moritz
Und dieser Sieg schien ihm das nötige Selbstvertrauen zurückzugeben. Denn nur drei Wochen nach dem Sieg in Wengen zeigte Kernen bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz vor eigenem Publikum erneut eine gute Leistung. Lohn dafür war der dritte Platz in der Weltmeisterschafts-Abfahrt hinter dem Überraschungssieger Michael Walchhofer aus Österreich und dem fleißigen Medaillensammler Kjetil-Andre Aamodt aus Norwegen.

Konstant in den Top Ten - aber nicht ganz vorne
In der Saison 2004/2005 konnte Kernen im Weltcup sechs Platzierungen in den Top Ten erreichen. Bei der Abfahrt in Beaver Creek (USA) ist er als Vierter nur knapp am Podium vorbeigefahren. Bei der Weltmeisterschaft in Bormio (ITA) erreichte der Schweizer in der der Abfahrt den fünften Platz. Nach dem Winter spielte Kernen mit dem Gedanken an das Karriere-Ende, doch die Motivation auf die Olympischen Spiele in Turin 2006 ließen ihn noch eine Saison dranhängen.

Ein Traum wird wahr
Ein fantastischer Winter liegt auch dieses Mal hinter ihm. Endlich konnte sich der Schweizer seinen Traum von der lang ersehnten Olympischen Medaille erfüllen. Fortuna hatte tatsächlich in Sestriere auf ihn gewartet und beschenkte ihn mit Bronze in der Abfahrt. Auch sonst lief es in der Saison nicht schlecht, und Kernen kam sechs Mal in den Top Ten ins Ziel.

Steckbrief
Geboren: 01.07.1972
Nation: Schweiz
Größe: 180cm
Gewicht: 88kg
Heimatverein: SSV Wimmis
Beruf: Tiefbauzeichner
Hobbies: Tennis, Golf, Rollhockey
Web: www.bruno-kernen.com

Erfolge
Das Weltcup-Debüt von Bruno Kernen erfolgte am 26.01.1992 bei einer Kombinationswertung in Wengen (SUI) - der Schweizer wurde 15. Auch seinen ersten Podestplatz schaffte Kernen in der Kombination. In Kitzbühel wurde er Dritter. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele
2006 in Turin (ITA): DH (3)
2002 in Salt Lake City (USA): K (ausg.)
1998 in Nagano (JPN): SG (11), DH (ausg.)

Weltmeisterschaft
2007 in Are (SWE): DH (12), SG (3)
2005 in Bormio (ITA): DH (5), GS (10), SG (15)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (8), K (14), DH (3)
2001 in St. Anton (AUT): DH (13)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): DH (7), SG (17), K (5)
1997 in Sestriere (ITA): DH (1), SG (14), K (2)
1996 in Sierra Nevada (SPA): DH (17), SG (17)
1993 in Morioka Shizukuishi (JPN): DH (16)

Weltcup
8. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2006
4. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2003
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 1996
insgesamt drei Weltcupsiege