Der Schweizer ist ein Fahrer der neuen 'Skigeneration' der Eidgenossen. Er wird im Laufe der Jahre in die Fußstapfen der erfolgreichen Skirennläufer aus dem Alpenland treten müssen.

In der Schweiz dauert alles ein bisschen länger
'Amba' gehört im Schweizer Team nicht mehr zur älteren Generation mit Cavegn, Kernen oder Cuche, sondern ist eher zum 'Nachwuchs' zu zählen. Weil in der Schweiz alles ein bisschen länger dauert, ist man halt auch länger ein Nachwuchsfahrer. Der Davoser bildete einst mit Silvano Beltrametti ein unzertrennliches Duo. Seit dem Unfall Silvanos meistert er seinen Weg jetzt gezwungenermaßen allein.

Hoffmanns starke Saison — im Schatten des Teams
Hoffmann ist ein Fahrer, dessen Karriere sich kontinuierlich positiv entwickelte. Der Schweizer war sich nicht zu vornehm, nach einer Weltcupsaison mit schwachen Resultaten wieder zurück in den Europacup zu gehen, um neuen Schwung zu holen. In der Saison 2001/2002 war dies nicht nötig, denn der gelernte Maurer war über die ganze Saison gesehen einer der konstantesten Abfahrer des Schweizer Teams. Doch ohne seinen Exploit beim Weltcup-Finale in Altenmarkt wäre er kaum wahrgenommen worden, denn seine Leistungen blieben im Schatten eines starken Teams verborgen: "Es sind mir zuweilen Dinge zu Ohren gekommen, die ich lieber nicht hören wollte", äußert sich der 26-jährige Bündner kritisch. "Ich habe mich an denen orientiert, die meine Leistungen realistisch einzuschätzen wussten."

Junioren-Weltmeister
Schnell ging es aufwärts mit Hoffmann in seiner Skikarriere. Er wurde 1996 Junioren-Weltmeister in der Abfahrt und stand dann mit 19 Jahren bereits sporadisch im Weltcup-Kader der Schweizer. Doch das war augenscheinlich noch zu früh für Hoffmann und so wurde er in den Europacup zurückversetzt.

Europacup-Gesamtsieg
Doch das schien den Eidgenossen nicht sonderlich zu stören. Er holte sich im Jahr 2000/2001 dann direkt den Gesamtsieg im Europacup und kam in der Folgesaison auch wieder im Weltcup zum Einsatz. Von dem Zeitpunkt an ging es dann auch bei den Besten der Welt besser und Hoffmann konnte sich auch dort nach vorne kämpfen und mit vorderen Platzierungen auf sich aufmerksam machen.

"Daran muss ich mich noch gewöhnen"
Bis zur Saison 2001/02 war ein 14. Platz das beste Ergebnis Hoffmanns. Doch danach konnte er weiter nach vorne fahren. Er war Vierter in Val d'Isère, als Achter auch bester Schweizer bei den Olympischen Spielen und stand zum Saisonabschluss erstmals auf dem Podest. Sein vierter Rang von Val d'Isère, wo ihn Michael Walchhofer (AUT) mit Nummer 40 noch vom Podest verdrängte, war in den tragischen Ereignissen des Unfalls von Hoffmanns Freund Silvano Beltrametti völlig untergegangen.

Fast eine Medaille in St. Moritz
Bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz konnte Hoffmann gleich bei seinem ersten Auftritt bei einer WM eine gute Leistung zeigen. So schrammte er als Vierter des Super-G nur sehr knapp an einer Medaille vorbei. Ganze vier Hundertstel Sekunden fehlten dem Schweizer zu Bronze. Auch in der Abfahrt kam er als Achter noch unter die besten Zehn.

Warten auf den ersten Weltcupsieg
Auch in den Jahren 2004/2005 fuhr Hoffmann immer mal wieder unter die besten fünf und zweimal konnte der Speedfahrer auch auf das Podest hüpfen. Dies war im Januar 2004 in Kitzbühel (AUT) und dann im März 2005 in Kvitfjell (NOR). Doch auf das oberste Treppchen hat es noch nicht gereicht. Damit wartete der Schweizer nach seiner achten Weltcup-Saison noch immer auf den ersten Sieg.

Bronzemedaille in Turin
Den vorläufigen Karrierehöhepunkt feierte Hoffmann bei den XX. Olympischen Winterspielen in Turin, wo er sich im Super-G die Bronzemedaille hinter Aamodt und Maier sichern konnte. Zuvor war er schon fulminant in die Saison gestartet mit einem vierten Platz in Lake Louise beim Super G. Mit einem dritten Platz in Gardena, ebenfalls wieder im Super G, machte er sich zum Medaillenkandidaten. Und so kam es ja dann schließlich auch.

Steckbrief:
Geboren: 22.03.1977
Nation: Schweiz
Heimatverein: SC Davos
Größe: 180 cm
Gewicht: 91 kg
Beruf: Maurer
Hobbies: Sport, Motorrad, Natur
Homepage: www.ambrosihoffmann.ch

Erfolge:
Sein erstes FIS-Rennen bestritt Ambrosi Hoffmann am 16.12.1994 in Zermatt (SUI); bei diesem Riesenslalom wurde er 85. Nach seiner ersten Weltcup-Abfahrt in Kvitfjell/ Hafjell (NOR) am 06.03.1996 disqualifizierte die Jury den Schweizer. Es folgt ein kurzer Blick in seinen Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SG (3)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (8)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (5)
2005 in Bormio (ITA): SG (12), DH (8)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (4), DH (7), GS (20)

Weltcup:
insgesamt vier Podiumsplätze
7. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2006
8. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2004
2. Platz Abfahrt Flachau (AUT) 2002
3. Platz Abfahrt Kitzbühel (AUT) 2004
3. Platz Abfahrt Kvitfjell (NOR) 2005
3. Platz Super-G Gröden (ITA) 2005