Kalle Palander ist neben Tanja Poutiainen der größte alpine Skistar in Finnland und in seiner Heimat einer der bekanntesten Sportler überhaupt. Mit seinem Sieg bei der Weltmeisterschaft in Vail 1999 hat er den Skisport in Finnland ins Rampenlicht gestellt.

Frühe Begegnung mit Alberto Tomba
Als Palander 14 Jahre alt war, hatte er die erste Begegnung mit seinem großen Vorbild Alberto Tomba. Palander war gerade auf der Piste gestürzt und blutete, als er den italienischen Superstar sah und sich trotz Schmerzen ein Autogramm von Tomba besorgte.

Sensationssieg in Vail
Zum großen Schlag holte der Finne 1999 in Vail (USA) aus, als er sensationell Slalom-Weltmeister wurde. Vorher hatte Palander noch nicht einmal annähernd an einem Weltcup-Sieg gerochen, um dann umso überraschender alle Stars der Szene zu düpieren. Dieser Sieg machte ihn in seiner Heimat noch berühmter, als er es eh schon war, seitdem er in Nagano 1998 mit seinem achten Rang für das beste Resultat eines finnischen Skiläufers bei Olympia sorgte.

Nichts läuft richtig
In den Jahren nach dem WM-Titel indes hatte Palander schwere Zeiten zu überstehen. Weitere Erfolge blieben aus und er musste sich harte Kritik von seinen Landsleuten in den Medien gefallen lassen. Der Finne konnte einfach keine Rennen gewinnen, geschweige denn auch nur aufs Podium fahren. Seine beste Platzierung in dieser Zeit war ein vierter Platz beim Slalom in Adelboden 2002.

Slalom-Weltcupsieger 2003
Den Durchbruch schaffte Palander erst in der Saison 2002/2003, als er nicht nur sein erstes Weltcuprennen in Kitzbühel gewann, sondern am Ende des Weltcup-Winters auch noch den Slalom-Weltcup für sich entscheiden konnte. Insgesamt gelangen ihm in der Saison vier Slalomsiege und ein zweiter Platz. Die Disziplinen-Wertung wurde erst im letzten Rennen der Saison entschieden, bei dem der Finne ganz knapp die Nase vorn hatte.

Auch im Riesenslalom stark
War Palander bis zum Jahr 2003 nur im Slalom erfolgreich, so konnte er sich in der darauffolgenden Saison auch im Riesenslalom stark verbessern und Siege einfahren. Zweimal war er in dieser Disziplin nicht zu schlagen und landete im Riesenslalom-Weltcup 2003/2004 auf dem zweiten Rang hinter Bode Miller. Dieses Resultat schaffte er auch im Slalom-Weltcup, was ihm den sechsten Rang im Gesamt-Weltcup einbrachte.

Rückschlag im Folgejahr
Nach dem sensationellen Jahr 2003/2004 gab es für den Finnen im Folgejahr einen kleinen Rückschlag. Konnte Palander im Vorjahreswinter noch sechs Weltcupsiege feiern, so kam ein Jahr später kein einziger dazu. Zu unkonstant fuhr der Finne häufig und fand einfach nicht zu seiner Form. Und auch bei der WM wollte der Knoten nicht platzen. Im Slalom schied er aus und im Riesenslalom blieb nach zwei Durchgängen nur der undankbare vierte Platz.

Wieder Top-Leistungen im Olympiajahr
Auf die Olympiasaison kann der Finne, abgesehen vom Großereignis selbst, erfolgreich zurückblicken. Mit zwei Slalomsiegen meldete er sich zurück in der Weltspitze. Dass diese keine Zufallstreffer waren, beweisen auch seine restlichen Ergebnisse im Slalom und Riesentorlauf. Die Weltcupergebnisse lauteten wie folgt: Zweiter im Slalom, Fünfter im Riesenslalom und Siebter in der Gesamtwertung. Damit war die Konstanz wieder eingekehrt.

Steckbrief
Geboren: 02.05.1977
Nation: Finnland
Heimatverein: Ounasvaaran Hiihtoseura
Größe: 178cm
Gewicht: 79kg
Hobbies: Golf, Tennis, Motocross
Web: www.kallepalander.com

Erfolge
Sein erstes Weltcuprennen fuhr Palander 1996 beim Slalom in Madonna di Campiglio (ITA). Dort blieben ihm aber Weltcuppunkte verwehrt, die er dann zum ersten Mal in Yong Pyong (KOR) erreichte, als er im Slalom den 16. Rang belegte. Den ersten Podestplatz und gleichzeitig auch ersten Sieg seiner Karriere holte sich der Finne 2003 in Kitzbühel (AUT). Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): GS (9), SL (ausg.)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (ausg.), SL (ausg.)
1998 in Nagano (JPN): SL (9), GS (ausg.)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): GS (7), SL (DNF)
2005 in Bormio (ITA): GS (4), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (6), SL (7)
2001 in St. Anton (AUT): GS (ausg.), SL (ausg.)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): SG (37), GS (17), SL (1)
1997 in Sestriere (ITA): SG (39),DH (38),GS (ausg.),Sl (16)

Weltcup:
3. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2007
Weltcup-Disziplinen-Sieger Slalom 2003
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2004
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2004
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2006
insgesamt 14 Weltcup-Siege