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Michael Walchhofer (AUT) hat nach dem Weltmeistertitel 2003 in der Saison 2004/2005 sein Meisterstück abgeliefert. Als neuer Abfahrtskönig wurde er auch in seiner Heimat Österreich mittlerweile ein Großer. Insgesamt holte er die Abfahrtskugel dreimal. Aber wie fing der Altenmarkter seine Karriere an?

Europacup-Gesamtsieger 1998/99
Walchhofer war in der Wintersaison 1998/99 zum ersten Mal international erfolgreich unterwegs. Im Europacup sicherte er sich den Geamtsieg ebenso wie die Slalom-Wertung. Insgesamt gewann er drei Slaloms in der Saison im Europacup. Doch in der nächsten Saison gelang dem Österreicher noch nicht der Durchbruch im Weltcup, denn er konnte keine Top-Platzierung herausfahren. Dies sollte sich aber ab der Saison 2000/01 ändern.

Häufig auf dem Podest
Im Winter 2000/01 gelang Walchhofer ein zweiter Rang bei einer Kombination als Spitzenresultat im Weltcup. Im Jahr darauf schaffte er zwei dritte und einen zweiten Platz in der Abfahrt, sowie einen dritten Rang in der Kombination. Und in der Saison 2002/2003 gewann Walchhofer sein erstes Weltcuprennen: In der Kombinationswertung von Kitzbühel war der Österreicher stärker als alle anderen. Zudem fuhr er viermal auf Rang Zwei in den Abfahrten von Beaver Creek (USA), Val Gardena (ITA), Bormio (ITA) und Wengen (SUI).

Hahnenkammsieger 2003
Nach seiner verpatzten Abfahrt, hatte wohl niemand mehr damit gerechnet: Walchhofer gehört ab sofort zu den Hahnenkammsiegern! Unter schwierigen Bedingungen mit Startnummer 32 ins Rennen gegangen, kam er im ersten Durchgang des Slaloms am legendären Ganslernhang nur auf Platz 38. So musste er im zweiten Lauf erneut mit hoher Nummer starten. Doch Walchhofer behielt die Nerven und brachte einen guten Lauf ins Ziel. Nachdem die Konkurrenz patzte bzw. mit Rückstand einlief, war es gewiss: Der erste Weltcupsieg in Walchhofers Karriere war gelungen.

Der Triumph von St. Moritz
Kurz nach den Rennen von Kitzbühel standen die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz (SUI) auf dem Programm. In der Abfahrt war Walchhofer nicht der Favorit, hatte er doch zuvor noch keinen Weltcupsieg in der Abfahrt landen können. Vor 20.000 Zuschauern ging er mit der Startnummer 31 ins Rennen und legte einen fulminanten Lauf hin. Überraschend gewann er das Rennen und konnte sich als neuer Weltmeister feiern lassen.

Erster Abfahrtssieg in Lake Louise
Im November 2003 legte Walchhofer dann mit einem fehlerfreien Lauf bei der Abfahrt in Lake Louise (CAN) seinen ersten Weltcupsieg nach. Einen Tag später fuhr Walchhofer auf der gleichen Strecke gleich noch einmal ein gelungenes Rennen und kam hinter Hermann Maier auf den zweiten Rang. Am Ende sprang ein dritter Platz im Abfahrts-Weltcup heraus.

Doppelsieg in Garmisch - neuer Abfahrtskönig
Fortan war der Knoten bei Walchhofer geplatzt. Im Weltcup-Winter 2004/2005 startete der Österreicher richtig durch, gewann vier Weltcuprennen, stand weitere sechs Mal auf dem Podium und glänzte zudem in Garmisch mit zwei Siegen binnen 48 Stunden. Am Ende der Saison stand der Gewinn des Abfahrts-Weltcups. Damit wurde Walchhofer zum Nachfolger von Stephan Eberharter, der zuvor die Abfahrtswertung dominierte, bevor er zurücktrat.

Olympiasilber und erneuter Gewinn des Abfahrtsweltcups
Bei seinen zweiten Olympischen Spielen konnte sich Walchhofer die Silbermedaille in der Abfahrt sichern. Das war der gerechte Lohn für eine hervorragende Saison, die, was den Erfolg betrifft, nahtlos an den vergangenen Winter anknüpfte. Mit drei Stockerlplätzen und noch einem Sieg mehr, war ihm der Weltcupgewinn in der Speeddisziplin nicht mehr zu nehmen. Wenn er seine Form nicht verliert, wird auch im kommenden Winter kein Weg an ihm vorbei führen, sobald es um die Abfahrtssiege geht.

Mit Michael ist immer zu rechnen
Walchhofer blieb weiterhin ein Siegfahrer in der Abfahrt. Auch die Wintersportsaison 2007/2008 konnte er mit zwei Weltcupsiegen in der Abfahrt erfolgreich bewältigen. Seit dem Jahr 2005 fährt Walchhofer konstant in jeder Saison mindestens zwei Saisonsiege heraus. Bei jedem Rennen gehörte Walchhofer zu den Favoriten in der Abfahrt, auch wenn er nicht mehr der Dominator in der Abfahrtsszene ist. Insgesamt stand am Ende der Saison der fünfte Rang in der Abfahrtswertung zu Buche.

Dritte Kristallkugel 2009
2009 gewann Wachhofer bereits zum dritten Mal die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Einmal stand er im Weltcup ganz oben auf dem Podium. Dazu kamen vier weitere Plätze unter den ersten Drei, sodass er sich die Wertung in der Königsdisziplin durch seine Konstanz sicherte. Auch in der folgenden Saison stockte er sein Siegerkonto im Weltcup weiter auf. Im Super-G von Val d'Isère stand er bereits zum 15. Mal auf dem obersten Stockerl. Vor Olympia verletzte sich Walchhofer dann. Starten konnte der 34-Jährige dennoch, musste sich aber wie die gesamte ÖSV-Mannschaft das Podium als Zuschauer ansehen.

2010: Guter Start - knapp geschlagen
2010/2011 sollte die letzte Saison als Aktiver für Walchhofer werden - und die ging gleich gut los: Mit neuem Servicemann gelangen ihm drei Saisonsiege in Lake Louise, Gröden und Bormio. Nach der eher verpatzten Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen konnte Walchhofer aber die Abfahrt in Kvitfjell (NOR) wieder gewinnen und hielt so den Ausgang des Abfahrtsweltcups bis zum letzten Rennen offen. Letztlich verpasste er den vierten Triumph um zwölf Zähler. Dennoch fuhr er auch in seiner letzten Saison auf höchstem Level und bleibt als einer der besten Speedfahrer aller Zeiten ein Teil der Ski-Geschichte. Nach dem Saisonfinale 2011 beendete Walchhofer seine Karriere als Skirennläufer.



Steckbrief
Geboren: 28.04.1975
Nation: Österreich
Heimatverein: USC Altenmarkt/Zauchensee
Größe: 192 cm
Gewicht: 97 kg
Hobbies: Bergsteigen, Skitouren, Trial und Fotografie
web: www.zauchensee.com/walchhofer