Daron Rahlves hatte die Angst nicht erfunden - er war ein Hasardeur des alpinen Skisports und wenn es um die Vergabe von Medaillen ging, immer auf den Punkt fit.

Zwei Siege in 48 Stunden:
Zum ersten Mal richtig auf sich aufmerksam machte Rahlves im Jahr 2000, als er im norwegischen Kvitfjell zwei Abfahrten in zwei Tagen gewinnen konnte. Das waren zugleich seine ersten Siege im Weltcup. Der nächste Sieg ließ dann allerdings ein bisschen auf sich warten und erst im Dezember 2002 war Rahlves bei der Abfahrt im italienischen Bormio (ITA) wieder ganz oben auf dem Treppchen.

Rahlves kann es auch - schon lange:
Bei der WM 2001 gewann der am 12.06.1973 geborene US-Team-Fahrer den Super-G in St. Anton. Damit ging für ihn ein langgehegter Traum in Erfüllung. Wenn er auch kein typisch kalifornischer Vorzeige-Amerikaner ist, so hat der 1,73 m-Mann Daron Rahlves aus Sugar Bowl (USA) doch eine enorme Ausstrahlung. Vor allem merkte man ihm die unbändige Freude bei der Siegerehrung an, bei der er über Stephan Eberharter und dem nur drittplatzierten Hermann Maier stehen durfte.

Lieblingsstrecke Kitzbühel:
Gerade auf einer der bekanntesten und berüchtigsten Strecken der Welt fühlte sich Rahlves pudelwohl. Auf der Streif in Kitzbühel konnte der US-Amerikaner bereits zwei Weltcupsiege feiern und erreichte zudem noch weitere drei Podiumsplätze. Besonders beim Sieg 2004 im Super-G düpierte er die einheimischen Österreicher. Drei ÖSV-Fahrer waren auf den Plätzen zwei bis vier zu finden und waren geschlagen. Auch 2005 konnte Rahlves auf der Streif überzeugen. Wenige Tage nach seinem spektakulären Sturz beim Riesenslalom von Adelboden war beim Super-G in Kitzbühel nur Hermann Maier einen Hauch schneller. Zwei zweite Ränge und eine Reihe von Spitzenplatzierungen waren die Ausbeute des US Boys in der WM-Saison 2004/2005, zum Ende gewann er dazu noch den Super-G in Lenzerheide.

Einer, der seine Talente im Stillen entfaltet:
Trotz seines Selbstbewusstseins ist der Kalifornier kein Mann mit Star-Allüren. Der Rummel um seine Person, der nach seinem Sieg in St. Anton 2001 einsetzte, freute ihn sehr. Doch wie sein Vorbild, der 'große Schweiger' Lasse Kjus, ist er eher eine stille Persönlichkeit und genießt es am meisten, sich mit Skiern in den unberührten Tiefschnee zu stürzen.

Freeskiing in unberührter Natur:
Dabei wird er schon mal von Freeskiing-Stars wie Johnny Moseley oder Shane McConkey begleitet, die ihn als "einen der besten Freeskier" bezeichnen, den sie je gesehen haben. Für Fans und Kenner repräsentiert Rahlves, ähnlich wie ein Maier oder Miller, Wagemut und Risikobereitschaft.

Er liebt den Speed:
Das zeigt sich schon bei seinen Hobbys, die der ehemalige Jet-Ski-Weltmeister immer dann, wenn es ihm möglich ist, ausübt: Surfen, Motocross, Wasserski und Mountainbiking - und am liebsten natürlich das Free- und Heliskiing. Denn Schnelligkeit ist seine Faszination und seine Stärke.

Auch stark im Gesamt-Weltcup:
Nicht erst seit der erfolgreichen Saison 2003/2004 mit vier Weltcupsiegen galt Rahlves auch als Anwärter auf den Gewinn der 'großen' Kristallkugel, konnte er doch in jenem Jahr im Super-G und in der Abfahrt den zweiten Platz in den Disziplinen-Wertungen belegen. Am Ende stand der fünfte Rang im Gesamt-Weltcup, was die beste Platzierung seiner Karriere in dieser Wertung bedeutete.

Erneut gute Leistung:
In der Saison 2004/2005 erreichte Rahlves erneut den fünften Platz im Gesamt-Weltcup. Trotz guter Leistung konnte Rahlves nicht aufs oberste Treppchen steigen, doch durch seine konstante Leistung hat er sich einen Platz in den Top Ten verdient. Dass er in einer guten Verfassung ist, bestätigte er mit drei Top Ten Platzierungen bei der WM in Bormio, wo er sogar einen zweiten Platz bei der Abfahrt und einen dritten Platz im Riesenslalom holte.

2005/2006: Gelungenes Heimspiel in Beaver Creek
Die Olympia-Saison begann weniger gut für Rahlves, in den ersten beiden Rennen konnte er keine Punkte holen. Doch dann explodierte der Amerikaner bei den Überseerennen, wo er viermal unter die Top-Fünf fuhr und davon ein Rennen gewann. Auch in Bormio siegte er auf der anspruchsvollen Stelvio und legte dann bei der schweren Abfahrt in Wengen nach. Nur bei Olympia, Rahlves großem Ziel, lief es für den Amerikaner nicht nach Plan. Rang neun und zehn und damit keine Medaille, die Rahlves sich zum Karriereende so gewünscht hatte, blieben letztlich stehen. Beim Weltcup-Finale fuhr er dann noch einmal stark ud stand beim Super-G hinter Landsmann Miller ein letztes Mal auf dem Podest. Das letzte Rennen bestritt er im Nations Team Event, wo er seinen Lauf für die USA gewann. Damit beendete Rahlves seine letzte Saison als Dritter in Abfahrts- und Super-G Weltcup sehr erfolgreich.

Steckbrief:
Geboren: 12.06.1973 in Walnut Creek (Kalifornien, USA)
Nation: Vereinigte Staaten von Amerika
Heimatverein: USSA
Größe: 173cm
Gewicht: 81kg
Web: www.daronrahlves.com

Erfolge:
Rahlves erster Auftritt bei nationalen Rennen erfolgte 1982. Seine ersten Weltcuppunkte fuhr der Amerikaner als Vierter beim Super-G im norwegischen Kvitfjell 1995 ein. Bei derselben Veranstaltung gewann Daron Rahlves mit der Abfahrt auch gleich sein erstes Weltcup-Rennen. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (10), SG (9), GS (DNF)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (16), SG (8)
1998 in Nagano (JPN): SG (7), GS (20)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (10), DH (2), GS (3)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (16), SG (22), DH (DNF)
2001 in St. Anton (AUT): DH (5), SG (1), GS (19)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): DH (DNF), SG (13)
1997 in Sestriere (ITA): DH (31), SG (DNF), GS (DNF)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SG (22), GS (DNF)

Weltcup:
5. Platz Gesamt-Weltcup 2004 und 2005
2. Platz Abfahrts-Weltcup 2003 und 2004
3. Platz Abfahrts-Weltcup 2006
2. Platz Super-G Weltcup 2004
3. Platz Super-G Weltcup 2005 und 2006
insgesamt 12 Weltcupsiege