Die offiziellen Weltcup-Helden dieses Winters waren eindeutig Hermann Maier aus Österreich und Anja Pärson aus Schweden. Doch ein anderer reihte fast unbemerkt Rekord an Rekord - frei nach dem Motto: alt, älter, Eberharter. Der Österreicher Stephan Eberharter löschte in Chamonix, standesgemäss mit der Startnummer 1, den Altersrekord seines Landsmannes Leonhard Stock aus. Der hatte vier Monate vor seinem 35. Geburstag noch ein Weltcuprennen gewonnen.

Penible Altersaufrechnung für einen Rekord:
Ganz genau war Stock bei seinem Abfahrtssieg im Dezember 1992 in Gröden 34 Jahre, acht Monate und 19 Tage alt. Eberharter hatte bei seinem Triumph in Chamonix 34 Jahre, neun Monate und 17 Tage auf dem Buckel. Danach siegte Eberharter insgesamt noch viermal und stellte somit jedesmal wieder einen Rekord auf. Die neue Altersbestmarke steht seit seinem Sieg in Kvitfjell bei 34 Jahre, 11 Monate und 17 Tage.

Bemerkenswerte Fitness der Über-Dreißiger:
In Kitzbühel, Garmisch, Sestriere sowie im Super-G von Gröden standen lauter Ü-30-Athleten auf dem Podest. Dort stehend flachste der 32-jährige Hermann Maier, neben Stephan Eberharter und Lasse Kjus stehend (NOR): "Wenn ich mich so umschaue, liegt die Zukunft noch vor mir." Bemerkenswerte Leistungen boten auch Hannes Trinkl (AUT) und Paul Accola (SUI), die im Alter von 36 und 37 Jahren noch in die Top Ten fuhren.

Kleiner und großer 'Grand Slam'
Maria Riesch (GER) zeichnete sich in ihrem ersten vollen Weltcup-Jahr mit einer bemerkenswerten Vielseitigkeit aus. Sie gewann in diesem Winter in drei Disziplinen: Abfahrt, Slalom und Super-G. Dies hatte zuletzt die Schwedin Pernilla Wiberg im Winter 1996/97 geschafft. Diese war aber zu noch Größerem in der Lage. Zusammen mit der Österreicherin Petra Kronberger ist sie die einzige Frau, die in allen Disziplinen - inklusive Kombination - oben stand. Riesch hingegen ist auch in ihrer vierten Disziplin, dem Riesenslalom, sehr stark. In dieser Sparte ist sie Junioren-Weltmeisterin und wurde schon Vierte und Fünfte im Weltcup.

Eindeutige Überlegenheit:
Die mit Abstand herausragendste Siegerin in diesem Winter war Anja Pärson. Sie gewann vier Rennen mit über einer Sekunde Vorsprung. Dazu gehörte der Riesenslalom von Zwiesel, bei dem sie sogar 1,98 Sekunden vor der Slowenin Tina Maze lag. Bei den Männern ragt der Gewaltvorsprung von Stephan Eberharter in Kitzbühel heraus. Dort distanzierte er in der Abfahrt den Zweitplatzierten Daron Rahlves um 1,21 Sekunden.

Erfolge, die zur Berühmtheit verhelfen:
Den Durchbruch schafften die beiden Norweger Bjarne Solbakken und Truls Ove Karlsen sowie der Italiener Davide Simoncelli. Sie alle feierten ihren ersten Weltcupsieg. Michael Walchhofer (AUT) hingegen ist zwar schon Weltmeister geworden und hat auch schon eine Kombination gewonnen, aber der erste Platz in der Abfahrt von Lake Louise stellte gleichwohl seinen ersten 'echten' Weltcupfolg dar.

Traurige Nachricht zum Schluss:
Wie jeder Weltcup hat auch der gerade abgelaufene eine Liste von Verletzten zu verzeichnen. Lasse Kjus gehörte wie sein Teamkollege Kjetil Andre Aamodt, Ivica Kostelic (CRO), Nicole Hosp (AUT), Karen Putzer (ITA), Frédéric Covili (FRA), Peter Rzehak (AUT), Christine Sponring (AUT), Erik Schlopy (USA), Franco Cavegn (SUI) und Daniel Züger (SUI) zu jenen, die wegen Verletzungen die Saison vorzeitig abbrechen musste. Die beiden Weltmeisterinnen Janica Kostelic (CRO) und Mélanie Turgeon (CAN) konnten kein einziges Rennen bestreiten.