Einem Ski-Unfallopfer wurden vom Oberlandesgericht Dresden Schadenersatz und Schemrzensgeld von insgesamt 5800 Euro zugesprochen. Damit widersprachen die Richter der Vorinstanz, welche die Klage abgewiesen hatte. Das Landgericht als Vorinstanz hatte ein alleiniges Verschulden des Mannes angenommen, weil dieser nicht an einer unübersichtlichen Stelle hätte stehen dürfen. Der Mann hatte bei diesem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung erlitten und außerdem zwei Schneidezähne verloren.

Beklagter verstieß gegen FIS-Regel Nr. 2:
Nach FIS-Regel Nr. 2 müsse jeder Skifahrer auf Sicht fahren, Tempo und Fahrweise seinem Können, der Verkehrsdichte sowie den Gelände- und Witterungsverhältnissen anpassen, hieß es in der OLG- Begründung. An kritischen Stellen müsse so gefahren werden, dass bei Auftreten von Hindernissen noch gebremst oder ausgewichen werden könne, wogegen der Beklagte verstoßen habe. Nach Meinung des OLG-Senats trifft den Kläger kein Mitverschulden.

Die 10 FIS-Regeln:
1. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

3. Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

4. Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

5. Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

7. Ein Skifahrer und Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

8. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

9. Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10. Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.