Ski2b: Die Weltcupsaison ist beendet. Wie sieht Dein persönliches Fazit im Bereich Slalom aus?
Mathias Berthold: Wir haben uns als Team im Slalom sicherlich stark verbessert und weiterentwickelt. Ich habe mir die genaue Analyse und den Vergleich mit den letzten Jahren noch nicht angesehen, aber ich denke dass wir sicher doppelt soviele Punkte wie im letzten Jahr im Slalom Welt-Cup herausfahren konnten. Es ist jedoch nicht alles Gold was glänzt. Es muss sich jede Einzelne in unserer Mannschaft klar verbessern, denn was in dieser Saison recht gut war, wird in der nächsten Saison gerade mal für die Top 10 genügen, und das ist sicher nicht das, was wir uns vornehmen werden.

Ski2b.com: Im Riesenslalom fehlt es beim DSV-Team noch etwas auf dem Weg zur Weltspitze. Wie sieht hier der Plan für die Zukunft aus?
Mathias: Im Riesenslalom gestaltet sich der Weg an die Weltspitze mannschaftlich gesehen wesentlich schwieriger als im Slalom, wobei man sagen muss, dass die Ausgangsposition im RS klar schwieriger war. Verbesserungen sind auch hier klar sichtbar, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie wir uns das erhofft haben. Dennoch sehe ich auch hier eine sehr positive Entwicklung, und wir sollten in der Lage sein, dies in der nächsten Saison vermehrt in Spitzenresultate umsetzen zu können.

Ski2b: Maria Riesch ist auch im Slalom in die Weltspitze aufgerückt. Wie sieht es im Nachwuchs dahinter aus?
Mathias: Beim Nachwuchs sieht es im Slalom eigentlich recht gut aus, und wir sind derzeit stark bemüht hier die richtigen Strategien zu finden um den Nachwuchs so schnell und wo geballt wie möglich and die Weltspitze zu bringen. Die Maria darf man hier allerdings nicht als Gradmesser nehmen, denn sie ist hier sicherlich eine Ausnahme. Ich komme gerade von den Deutschen Meisterschaften aus St. Moritz zurück, und habe dort in den technischen Disziplinen von der Nationalmannschaft sehr guten Sport gesehen! Auch dem Nachwuchs muss man ein recht gutes Zeugnis ausstellen, diese Mädchen brauchen allerdings noch Zeit und müssen sich noch in allen Belangen stark verbessern. Hier muss man einfach Geduld haben!

Ski2b: Ein Blick zurück zu den Finals der Herren und zur FIS-Entscheidung der Absage des Rennens bei den Herren in Sestriere. Wie ist Deine Meinung dazu? Hat man richtig gehandelt?
Mathias: Die Entscheidung der FIS in diesem Fall interessiert mich als Trainer Mathias Berthold eigentlich überhaupt nicht, als Privatperson Mathias Berthold hätte ich mir gewünscht, dass es der Benni oder der Steff geschafft hätten den Gesamtwelt-Cup zu gewinnen. Man muss allerdings sagen, dass es an diesem Tag einfach nicht mehr möglich war ein Rennen abzuhalten. Es war irregulär und gefährlich für die Rennläufer.

Ski2b: Wie sehen Deine Ziele für 2004/2005 aus?
Mathias: Ich habe mir sehr hohe Ziele mit unserer Mannschaft für die kommende Saison gesetzt, konkretisieren möchte ich diese in der Öffentlichkeit allerdings nicht! Ich möchte nur soviel dazu sagen, dass wir um diese Ziele zu erreichen, noch härter und intensiver arbeiten werden als in der vergangenen Saison!

Ski2b: Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg auf diesem Weg.
Mathias: Ich danke auch.