Anja Paerson (02:15,64 Minuten) entschied den vorletzten Riesenslalom dieser Saison in Are (Schweden) für sich. Zweite wurde Maria Jose Rienda Contreras (SPA, 02:16,17 Minuten) vor Elisabeth Goergl (AUT, 02:16,37 Minuten) und Denise Karbon (ITA, 02:16,65 Minuten). Platz fünf ging an Maria Riesch (GER, 02:16,82 Minuten), die wie Paerson mit einem starken Finallauf einige Plätze gutmachte.

Paerson setzt sich erwartungsgemäß ab:
Die Schwedin, vierfache Saisonsiegerin in dieser Disziplin in Park City (USA), Maribor (SLO), am Arber (GER) und nun beim Heimrennen, konnte in der Weltcup-Gesamtwertung - nach der erwarteten 'Niederlage' am Samstag - wieder Punkte zwischen sich und Renate Götschl legen.
Nach dem ersten Durchgang hatte Anja Paerson lediglich auf dem zehnten Platz gelegen, zur Bestzeit von Denise Karbon fehlten ihr aber nur gute vier Zehntel Sekunden - die bei einer Laufzeit von über einer Minute durchaus aufholbar waren, was die Schwedin mit klarer Laufbestzeit im Finale eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Wechselnde Verhältnisse:
Schon im Verlauf der ganzen Woche zeigte sich das Wetter im schwedischen Are außerordentlich wechselhaft. Während es am Sonntag zum Start des ersten Durchgangs im Riesenslalom noch mächtig schneite, klarte es um die Startnummer 20 herum auf, die Sonne kam raus. Bei entsprechend besserer Sicht gelang es einigen Fahrerinnen aus der zweiten Startgruppe, sich noch für das Finale zu qualifizieren: Sophie Splawinski (CAN), Maria Pietilae-Holmner (SWE), Emmanuelle Colomban (FRA), Therese Borssen (SWE) und Audrey Peltier (FRA).

Götschl und Gerg ohne Punkte:
Opfer dieser wechselnden Verhältnisse waren unter anderem die Österreicherin Renate Götschl und Hilde Gerg - als 33. und 31. verpassten sie den zweiten Durchgang denkbar knapp. Götschl ist noch bei leichtem Schneefall auf der 'Olympia' unterwegs gewesen ist, spätere Starterinnen schoben sie schließlich aus den ersten 30.
Die Speedqueen aus der Steiermark hätte sich aber trotz der widrigen Umstände sicher für das Finale qualifizieren können, doch ein schwerer Fehler in den ersten Toren raubte weitere Zeit und brachte sie um alle Chancen.

Die DSV-Fahrerinnen:
Nachdem Hilde Gerg am Samstag mit ihrem Ausfall im Super-G einen herben Rückschlag zu verkraften hatte, scheiterte sie im Riesenslalom denkbar knapp an der Qualifikation für das Finale - als 31. nach dem ersten Lauf war sie zum Zuschauen verdammt; es fehlten ihr drei Hundertstel Sekunden auf die vor ihr platzierte Schweizerin Lilian Kummer.
Martina Ertl, Annemarie Gerg und Maria Riesch schafften den Sprung in den zweiten Durchgang als 17., 18. und 20.
Ertl (02:17,44 Minuten) fuhr noch auf Position elf vor, Annemarie Gerg (02:18,79 Minuten) viel auf den 26. Platz zurück. Riesch hat sich mit der zweitbesten Laufzeit im Finale schließlich um satte 15 Positionen nach vorne geschoben; das ist aller Ehren wert!

Maria Riesch zu ihrer Fahrt im ersten Durchgang:
"Ich habe heute schon angegriffen. Auch die Besichtigung am Morgen ist gut verlaufen. Doch mit der hohen Geschwindigkeit im Rennen bin ich im oberen Streckenabschnitt an einer Stelle eine falsche Linie gefahren. Der untere Teil war sicher ganz gut."
Ohne diesen Fehler wäre sicher ein Platz auf dem Podium möglich gewesen, dennoch strahlte Riesch nach dem Rennen zurecht Zufriedenheit aus.

Martina Ertl vom Pech verfolgt:
Ertl hatte am Sonntagmorgen einen Sturz zu verkraften, der direkt vor dem Rennen in der Vorbereitung beim Einfahren passierte: bei hoher Geschwindigkeit verlor sie durch einen Schlag einen Ski und landete unsanft; ernstere Verletzungen blieben aber zum Glück aus.
Zu ihrem ersten Lauf meinte sie: "Vielleicht bin ich nach den zwei Ausfällen zuletzt schon etwas vorsichtig gefahren."

Die Rennen von Are aus DSV-Sicht:
Insgesamt ein ordentliches Mannschaftsergebnis. Als bitterer Beigeschmack bleibt jedoch das Missgeschick von Hilde Gerg im Super-G am Samstag, dass sie vermutlich um alle Chancen auf den Sieg in dieser Disziplinenwertung brachte - was aber abzuwarten bleibt!

Pechvogel Meissnitzer:
Für die Österreicherin stellen die zwei Rennen in Are 2004 ein rabenschwarzes Wochenende dar. Am Samstag schied sie - mit absoluter Bestzeit im Super-G unterwegs - aufgrund einer falschen Linienwahl aus. Und auch am Sonntag hätte sich die in guter Form präsentierende Athletin leicht und aussichtsreich für das Finale qualifiziert, sie scheiterte jedoch erneut aufgrund eines ähnlichen Fahrfehlers wie am Samstag.
Meissnitzer scheint in einer guten 'Spätform'. Gelingt es ihr, diese Formkurve zu halten, dürfte mit ihr beim Saisonfinale im März in Sestrieres zu rechnen sein.

Entscheidung um den Gesamtweltcup:
Obwohl im Restprogramm nur noch der Super-G und eine Abfahrt im Rahmen des Weltcupfinales als Speedbewerbe anstehen, sollte man Renate Götschl noch nicht abschreiben - sie punktet im Riesenslalom eher und stärker als eine Paerson in den Speeddisziplinen. Die bessere Ausgangsposition aber hat natürlich Anja Paerson. Sie ist jetzt die klare Favoritin auf die große Kristallkugel.

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