Der ÖSV-Skistar Benjamin Raich verzichtet freiwillig auf den Start der Samstagsabfahrt von St. Anton (AUT). Schon beim Freitagstraining hat der Pitztaler kosequenter Weise ausgesetzt. Seine Konzentration gilt indes dem Slalom am Sonntag.

Trainer wollen nichts erzwingen:
Toni Giger, ÖSV-Cheftrainer, traf diese Entscheidung im Verbund mit dem Trainerstab auch mit Blick auf die derzeitig herausragende Slalomform des Tirolers. Raich soll in St. Anton beim Slalomrennen punkten.

Gesundheitszustand berücksichtigt:
Möglicherweise will man den Führenden des Gesamtweltcups auch schonen, da er sich vor zwei Wochen in Garmisch bei einem Sturz eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hatte und zunächst befürchtet werden musste, dass die Ärzte ihm zumindest für die Rennen von Adelboden (Riesenslalom, Slalom) nicht das Okay geben könnten. Der gute Heilungsverlauf machte dies dann doch möglich, allerdings ist eine Abfahrt ein ungleich höherer Risikofaktor und daher sicherlich Teil der Überlegungen bei der Entscheidungsfindung im ÖSV-Lager gewesen.

Die Lage im Kampf um die große Kugel:
Damit spitzt sich bei noch zehn ausstehenden Rennen die Lage im Kampf um die große Kristallkugel weiter zu. Vier Aspiranten auf den Gesamtweltcup-Sieg sind noch im Rennen. Hermann Maier (954 Punkte) und Stephan Eberharter (881 Punkte) jagen ihren Landsmann Benjamin Raich (985 Punkte). Die beiden Speedspezialisten müssen jedoch bei noch drei angesetzten Slalomrennen 'hilflos' zusehen, was Raich und US-Boy Bode Miller (852 Punkte) auf die Pisten zaubern. Miller ist demnach der einzige Fahrer des Spitzen-Quartetts, der alle zehn Punktechancen angehen will.