Kalle Palander setzte sich im Slalom einmal mehr gegen die Konkurrenz durch: der Finne gewann auf der 'Ganslern' in Kitzbühel in 01:30.63 Minuten knapp vor Thomas Grandi aus Kanada (01:30.71 Minuten) und dem Österreicher Rainer Schönfelder (01:31.69 Minuten).
Felix Neureuther, einziger DSV-Athlet im Finallauf, kam auf einen achtbaren zwölften Platz.

Lebenszeichen von Bode Miller:
Bode Miller (USA, 01:31.81 Minuten) wurde vor Silvan Zurbriggen (SUI, 01:31.83 Minuten) Vierter und sicherte sich mit diesem Resultat auch den Sieg in der Kombinationswertung, sodass er Kitzbühel mit weiteren 150 Weltcuppunkten verlässt - und vielleicht doch noch in die Entscheidung um den Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung eingreifen kann.

Was zuletzt Marc Giradelli gelungen war:
Giradelli hatte zuletzt in zwei aufeinander folgenden Jahren den Slalom von Kitzbühel gewonnen; das war in den 80ern. Kalle Palander tat es ihm nun nach und wiederholte bei intensivem Schneefall und miserablen Sichtverhältnissen seinen Vorjahressieg auf der 'Ganslern'. Die zahlreichen Zuschauer entlang der Piste zollten angemessen Respekt für diese Leistung.
Mit nunmehr 315 Punkten greift der Finne erneut nach der kleinen Kristallkugel in dieser Disziplin; seine ärgsten Konkurrenten sind Rainer Schönfelder (AUT, 310 Punkte), Giorgio Rocca (ITA, 310 Punkte) sowie Benjamin Raich (AUT, 282 Punkte). Nach Park City (USA, 23. November 2003) und Flachau (AUT, 04. Januar 2004) schaffte Kalle Palander im sechsten Slalom dieser Saison bereits den dritten Sieg.

Neureuther im Finale bärenstark:
Gleich nach Jure Kosir (SLO) startete Felix Neureuther als zweiter Fahrer in das Finale - mit einer beherzten Fahrt unter schwierigsten Bedingungen, die aber für alle Konkurrenten gleich waren, erreichte er Laufbestzeit, die ihn noch auf Rang zwölf nach vorne katapultierte.
Nach eigener Aussage sei die Piste "sensationell gewesen" und es habe "Spaß gemacht". Im oberen Streckenabschnitt habe er "einen kleinen Fehler" eingebaut, unten aber sei die Fahrt "perfekt" gewesen. Neureuther: "Wir haben derzeit eine Super-Mannschaft, in der es Spaß macht mitzufahren, die Doppelbelastung Spitzensport und Schule habe ich versucht an mir abprallen zu lassen" - fasst er sein Erfolgsgeheimnis zusammen.

Vogl, Ertl und Kogler:
Die anderen drei DSV-Athleten Alois Vogl, Andreas Ertl und Stefan Kogler verpassten die Finalteilnahme.

Thomas Grandi überrascht:
Dem Kanadier wird seine Leistung bis auf Weiteres in Erinnerung bleiben - der zweite Platz ist sein bestes Weltcupresultat überhaupt. Ob seines gehörigen Vorsprungs aus dem ersten Durchgang wäre vielleicht auch der Sieg möglich gewesen. Doch Kalle Palander konterte im Finale mit vollem Risiko und einer beeindruckenden Fahrt im unteren Streckenabschnitt, die Grandis Vorsprung atomisierte.
Besonders schön war es, zu sehen, wie sich Thomas Grandi dennoch über seinen zweiten Platz freute und nicht über einen verpassten Sieg ärgerte - selbstverständlich ist ein zweiter Platz in der internationalen Elite auch ein kleiner Sieg ...

Swiss Ski im Aufwind:
Nach dem Podestplatz von Ambrosi Hoffmann in der Spezialabfahrt unterstrich dessen Teamkollege Silvan Zurbriggen mit Rang fünf im Slalom die aufsteigende Formkurve der Schweizer Alpinen.

Nacht-Slalom in Schladming:
Am 27. Januar wird mit dem Nacht-Slalom im österreichischen Schladming um 18.00 Uhr das nächste Rennen in dieser Disziplin ausgetragen - einige zehntausend Alpinbegeisterte werden für ein erneutes Spektakel sorgen, das ein gehöriges Maß an Spannung verspricht.