Die erste Abfahrt von Kitzbühel 2004 ist schon wieder Geschichte. Hauptakteur in diesem Kapitel war der Norweger Lasse Kjus, der bei soliden äußeren Bedingungen in der Gesamtzeit von 01:58.78 Min. das Rennen für sich entscheiden konnte. Dramatisch hingegen die Niederlage des Zweitplatzierten, denn Stephan Eberharter aus Österreich fehlte am Ende der 3312 Meter langen Streif 1/100 Sekunde zum Sieg. Sein Zeit wurde mit 01:58.79 Min. gestoppt. So mussten sich die Österreicher bei ihrem Heimrennen geschlagen geben. Platz drei belegte Vorjahressieger Daron Rahlves (USA) in der Zeit von 01:58.98 Min.

Eckert mit solidem Auftritt - Stankalla abgeschlagen:
Florian Eckert zeigte bei seiner zweiten Abfahrt nach über zwei Jahren verletzungsbedingter Zwangspause (damals Bruch des Schienbeinkopfes am Knie im Oktober 2001) zumindest ein technisch sauberes Rennen. Ihm fehlen insbesondere noch Rennkilometer. So langte es am Ende nur zu Rang 45. Stefan Stankalla konnte sich bei seiner Fahrt auf einer der schwersten Pisten im Weltcup nicht überwinden und wurde schließlich nur 52.

Teil 1 der Kombination:
Um weitere 100 Weltcuppunkte wird es zudem am Sonntag neben der Wertung im Slalom auch im Rahmen der Kombinationswertung gehen. Der Sieger Kombination darf sich traditionell mit dem Titel 'Hahnenkammsieger' schmücken. Den Auftakt zum Kampf um die Kombipunkte bildete der heutige Abfahrtslauf, in dem die Ausgangspositionen für den Sonntag festgelegt wurden. Auch hier sieht es nun nach seinem Sieg besonders gut für Lasse Kjus aus. Aber auch der Amerikaner Bode Miller hat nach seiner überzeugenden Leistung in der Abfahrt seinen Hut in den Ring für die Kombinationswertung geworfen. Schwer wird es hingegen für den bislang Weltcup-Gesamtführenden Benjamin Raich in Sachen Kombi, denn er landete bei seiner 'Streif-Premiere' nur auf Rang 22. Zudem ist Lasse Kjus in dieser Wertung nun wieder um 6 Punkte vor dem 'Blitz aus Pitz'.

Stimmen:
Lasse Kjus: "Ich war ein bisschen überrascht, habe mich sehr gefreut. Es ist das Größte, wenn man als Skifahrer die Streif gewinnt. Ich fühle mich wirklich locker und habe Spaß beim Skifahren."
Hermann Maier: "Ich muss es klar sagen, mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden."
Florian Eckert: "Mit der Zeit bin ich nicht zufrieden, ich brauche einfach noch Rennkilometer, mit dem Knie geht es aber eigentlich ganz gut. Jetzt kommen noch ein Super-G und eine Abfahrt und dann freue ich mich auf Garmisch."

Die ganze Streif - durch Morgentraining möglich:
Not macht flexibel. Nach diesem Motto sind die Organisatoren und Trainer enger zusammengerückt und hatten, ausgehend von der Wetterproblematik in 'Kitz', kurzfristig ein Donnerstag-Morgentraining auf dem oberen Abschnitt der Streif beschlossen. Damit wurde die Wettkampfordnung dahingehend eingehalten, dass jeder Streckenteil einer Weltcup-Abfahrtspiste vor dem Wettkampf-Rennen in mindestens einem Training von den Athleten absolviert worden ist. Da am Mittwoch wegen des nebeligen Wetters der Trainingsstart nach unten verlegt worden war, fehlt der Startabschnitt der Streif im Trainingslauf.

Bode Miller - Mann des Morgentrainings:
Dies wurde dann pflichtgemäß am frühen Morgen um 09.30 Uhr von allen Herren in einer ca. 30 Sekunden dauernden 'Sonderschicht' nachgeholt. Bode Miller (USA) erwies sich schon dort als überaus ausgeschlafen und sicherte sich den Sieg im Minitraining, vor Fritz Strobl (AUT) und Didier (Cuche).