Ski2b.com: Wie sieht Dein Zwischenfazit nach der Hälfte des Weltcupwinters für die technischen Disziplinen aus? Wie sieht die Momentanaufnahme im Team aus?
Mathias Berthold: Das Zwischenfazit nach der ersten Saisonhälfte würde ich als durchweg positiv, allerdings als nicht perfekt, bezeichnen. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung speziell im Slalom, wir haben jedoch auch im Riesenslalom stark ansteigende Tendenz. Im Slalom sind wir in den letzten Rennen als Team immer beständiger und besser in den Leistungen geworden. Die Mädchen sind jetzt in der Lage, die technischen Vorgaben besser und konstanter umzusetzen. Im Riesenslalom sieht die Situation nicht ganz so gut aus, wir haben uns allerdings, wie auch im Slalom, ständig verbessern könnnen. Dies ist aus den Ergebnissen im Weltcup nocht nicht ersichtlich, wenn man allerdings die Verbesserungen in der Weltrangliste bei Bergmann und Gerg sowie die knapp verpasste Qualifikation in Lienz bei Riesch und Hölzl sieht, zeichnet sich doch auch hier ein baldiges Eintreten von Erfolgen ab. Dementsprechend müssen wir jetzt einerseits diese positive Energie mitnehmen und uns weiter verbessern, damit wir es schaffen als Team dorthin
zu kommen wo wir hingehören, und andererseits uns nicht zurücklehnen und mit dem bis jetzt Geschafften zufrieden sein. Was mich zu diesem Zeitpunkt auch sehr freut, ist die Tatsache, dass mit Riesch und Ertl zwei aus der Technikermannschaft auch im Super-G und in der Abfahrt in der Lage sind, auf das Podest zu fahren.

Ski2b: Wie bewertest Du persönlich die Arbeit im Team? Welche Trainingsschwerpunkte haben zum bisherigen Erfolg beigetragen?
Mathias Berthold: Die Arbeit im Team würde ich als sehr gut bezeichnen. Ich habe mit Ralf Jegler, Markus Anwander und Maria Mitterer ein ausgezeichnetes und motiviertes Betreuerteam, auf das ich mich hundertprozentig verlassen kann. Nicht zu vergessen unsere Service Crew mit Gery, Schorsch, Dusan und Peru, die unheimlich hart und beinahe perfekt arbeiten, um das bestmögliche Material zur Verfügung stellen zu könnnen. Mit diesen Leuten macht es Spaß zu arbeiten. Das wichtigste ist allerdings die Arbeit mit den Läuferinnen, und auch hier kann ich, bis auf wenige Ausnahmen, nur das Allerbeste sagen. Sie wissen um was es geht, arbeiten hart und zielorientiert, und seit einiger Zeit wird jede Trainingseinheit geprägt durch ausgezeichnete Leistungen, und man sieht was für ein super Potenzial wir haben. Wir haben im Training speziell im technischen Bereich viel gearbeitet, und es war ein sehr wichtiges Anliegen auf jede Läuferin individuell eingehen zu können, und auch die Trainingsgestaltung dementsprechend möglichst perfekt auf jede Läuferin abzustimmen.

Ski2b: Welche Möglichkeiten siehst Du hinsichtlich der nächsten Rennen? Gibt es in der Analyse der Konkurrenz dort noch Dinge, die hilfreich für die weitere Arbeit sein können, sprich sind weitere technische Neuerungen im Fahrstil zu erwarten?
Mathias Berthold: Hinsichtlich der nächsten Rennen geht es für uns einfach darum, uns weiter zu verbessern, weiter hart zu arbeiten. Ziel ist in erster Linie die derzeit ausgezeichneten Trainingsleistungen noch besser als bisher in Resultate umzusetzen. Ich erwarte mir keine technischen Neuerungen im Fahrstil, es gilt im Moment Details zu perfektionieren. Die Konkurrenz interessiert mich eigentlich sehr wenig, und ich analysiere hier eigentlich niemanden. Was für mich interessanter ist, ist es die Herren zu analysieren.

Ski2b: Ist einer Anja Pärson aus Deiner Sicht bei normalem Verlauf der nächsten Rennen noch der Slalom-Weltcup zu nehmen? Wer könnte sie im Kampf um die Slalomkrone attackieren?
Mathias Berthold: Die Pärson ist im Moment sicherlich sehr schwer zu schlagen. Sie hat in den letzten Jahren so viele Rennen gewonnen, dass ein 2. Platz für sie bereits wie eine Niederlage ist, mit diesem Selbstvertrauen fährt sie natürlich bei jedem Rennen am absoluten Limit. Wenn sie dabei keine Fehler macht, ist es sehr schwer sie zu schlagen. Für mich ist es eigentlich nicht von Bedeutung was die Pärson macht, und wer ihr gefährlich werden könnte, wir müssen auf uns schauen. Unser Team hat das Potenzial, um ganz vorne mitfahren zu können, wir dürfen uns nicht an den anderen Mannschaften orientieren!

Ski2b: Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg in dieser Saison.
Mathias Berthold: Ich danke auch.