Ski2b.com: Was macht für Dich persönlich den Reiz der neuen Sportart Skicross aus? Wie lange bist Du schon dabei?
Martina Rentschler: Bis vor zwei Jahren bin ich alpine Rennen gefahren über eine Zeit von zehn Jahren. Dann musste ich feststellen, dass mein Altersjahrgang nicht mehr vertreten ist. Durch einen Freund bin ich meinen ersten Skiercross im Dezember 2002 in Garmisch gefahren. Zuerst dachte ich, die sind doch alle bescheuert und völlig krank, aber als ich dann das erste Mal selber gefahren und den Kurs durchgefräst bin, fand ich das ziemlich cool und wollte gar nicht mehr aufhören. Kurz darauf bin ich dann den ersten Weltcup in Tignes gefahren und fand auch Leute in meinem Alter vor. Der Reiz an dieser Sportart für mich ist es, etwas neues zu lernen, Mut zu zeigen, sich der Herausforderung zu stellen und schließlich lernen, damit umzugehen. Da ich im alpinen Skisport überwiegend Gefallen am Slalomfahren hatte, ist für mich das Springen und schnellere Kurven fahren im Skiercross nicht immer ganz einfach zu bewältigen. Auch das parallele Fahren mit einem Gegner erfordert mich einige Überwindungskunst. Aber genau das reizt mich wohl.

Ski2b: Mit wieviel zeitlichem Aufwand kannst Du diesen Sport derzeit ausüben?
Martina: Das ist ganz unterschiedlich. Ich versuche fast täglich Sport zu machen. Entweder gehe ich gleich morgens laufen oder abends ins Fitnessstudio zum Boxen oder ich mache Krafttraining. Im Sommer war ich sehr viel Radfahren. So habe ich meist das ganze Wochenende mit Sport verbracht. Da ich momentan noch an meiner Diplomarbeit schreibe, kann ich mir glücklicherweise den Tag selber einteilen und habe meist genug Zeit für Sport, oder ich nehme mir sie einfach. Jetzt im Winter nimmt es viel Zeit in Anspruch, da die Anreise zu den Rennen und die Rennen selber viel Zeit benötigen.

Ski2b: Erfolge haben sich bei Dir bereits eingestellt, was waren bislang deine besten Resultate?
Martina: Ich habe letztes Jahr den sechsten Platz im Skiercross-Gesamtweltcup erreicht und habe mich für die X-Games 2004 in Aspen qualifizieren können. Dann war ich in Chamonix beim Cham-Cham Dritte und Siegerin der deutschen Crossmax Serie.

Ski2b: Du hast gerade das Team gewechselt. Was waren Deine Beweggründe?
Martina: Salomon hat ein sehr professionelles internationales Skiercrossteam mit sehr guten Fahrern, einem Physiotherapeuten und Servicemann. Beim Skiercross kommt es schon mal vor, dass man sich bei einem Sturz einen Wirbel ausrenkt, und dann ist es gut, diesen wieder an die richtige Stelle zu rücken. Ich möchte mich nochmal vielmals bei Salomon für die freundliche und meinerseits kurzentschlossene Aufnahme bedanken.

Ski2b: Gab es schon Rennsituationen, bei denen Du Dir gesgat hast, dass ist jetzt zu gefährlich?
Martina: Mehrmals! Aber irgendwie habe ich mich trotzdem immer runter gestürzt. Daher habe ich dieses Jahr auch das Springen geübt und konnte mich verbessern. Inzwischen habe ich festgestellt, dass die anderen auch nicht immer einschätzen können, was einem bei einem bestimmten Sprung erwartet. Wie weit springt man beispielsweise, muss ich voll drauf zu fahren, kann ich bremsen (...) oder wie weit fliege ich??? Oder ich lass einfach mal die Jungs ausprobieren und vorspringen.

Ski2b: Was hast Du Dir für diese Saison vorgenommen?
Martina: Ich möchte meinen sechsten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung verteidigen und bei den X-Games will natürlich jeder eine Medaille gewinnen.

Ski2b: Danke für das Interview und viel Erfolg in der Saison.
Martina: Danke schön. I will do my best!