Ski2b.com: Welche Bedeutung hat SkierX generell als neue Disziplin?
Rainer Schlump: Es belebt und bereichert den Ski- und Rennsport generell. Der Rennsport wird mitreißender und für den Zuschauer übersichtlicher. Eine Firma kann sich zielgruppengerecht darstellen. Die Jugend wird im natürlichen Kampf 'Mann gegen Mann' gefordert. SkierX ist die Lebensform der heutigen Jugend.

Ski2b: Warum engagiert sich Salomon so stark in diesem Bereich?
Rainer Schlump: Weil Salomon erkannt hat, dass die Jugend neue Formen des Rennsports sucht, eine Bewegungs- und Sportplattform ist, die ihrer Lebenseinstellung entspricht.

Ski2b: Wie bewerten Sie den Auftakt der Salomon Crossmax-Serie in Les 2 Alpes?
Rainer Schlump: Er ist mit dem Alpinen Weltcup Auftakt in Sölden gleichzusetzen.

Ski2b: Wie hoch ist das Niveau im Vergleich zum alpinen Weltcupbereich (Super-G, Abfahrt)?
Rainer Schlump: Die Frage kann so nicht gestellt werden. Im Alpinen Weltcup sind Profisportler mit einem riesigen Tross an Betreuern unterwegs. Die SkierX-Athleten sind Amateure, die im Berufsleben stehen und sich die Rennen zum größten Teil selbst finanzieren. Alleine diese Tatsache macht die SkierX-Athleten bedeutsamer als ihre Weltcup-Kollegen. Nicht das Geld sondern der Sport motiviert und begeistert die Athleten. Zudem kann sich eine Firma besser nach ihren Vorgaben darstellen.

Ski2b: Wo wird SkierX in fünf Jahren stehen - ist eine ähnliche Entwicklung wie bei den Carvingrennen zu befürchten?
Rainer Schlump: So wie die Entwicklung im Moment abläuft, wird die SkierX-Bewegung in manchen Ländern an den traditionellen Rennläufen vorbeiziehen. Im Moment stehen ja die Skiverbände und Trainer gegen diese Disziplin, sie wird als Konkurrenz und nicht als Belebung des Skisports gesehen. Teilweise heißt es in den ski-alpinen Trainingsgruppen, wer einmal Ski-Cross fährt, ist nicht mehr im Team. Die Skiverbände werden in den kommenden Jahren von den Ereignissen überholt und werden sportlich an Wert für die Jugend verlieren.

Ski2b: Ist aus Ihrer Sicht eine volle Integration der SkierX-Szene in die FIS wünschenswert?
Rainer Schlump: Ja, wenn nicht die selben Funktionäre, die den Alpinen-Rennsport Stück für Stück an die Wand fahren, Funktionen übernehmen. Es wäre ja auch nicht hilfreich für den Sport, wenn plötzlich Funktionäre in der Verantwortung stehen, die jahrelang versuchten, die Ski-Cross Serie auf das Abstellgleis zu stellen.

Ski2b: Wann bekommt Europa eigene X-Games?
Rainer Schlump: Wenn in Europa endlich alle nationalen Skiverbände die Wertigkeit dieser Sportart verstanden haben und wenn die Skiorte nicht nur die Sendezeit im Fernsehen berücksichtigen, sondern sich in erster Linie für den Sport in ihrer Region verantwortlich fühlen. Ski-Cross ist nicht bedingungslos Spitzensport. Jeder, der sich fähig fühlt, kann teilnehmen.

Ski2b: Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen der Sportart Ski-Cross weiterhin viel Erfolg.
Rainer Schlump: Vielen Dank.