Ski2b.com: Herr Bartsch, Sie haben als Trainer bereits für Österreich und Norwegen gearbeitet und waren in der Schweiz Cheftrainer der skialpinen Herrenmannschaft - was war nunmehr ihre Hauptmotivation zu einem Wechsel auf den Posten des Rennsportdirektors bei Head-Tyrolia?
Dieter Bartsch: Das hat eine lange Vorgeschichte, ist aber im Kern der Sache leicht zu begründen. Ich habe mich als Trainer schon immer viel mit dem Faktor Material beschäftigt und gerne getüftelt. Doch im Trainerjob stößt man dort schnell an Grenzen. Die Leidenschaft für das optimale Material blieb jedoch immer und als das Angebot von Johan Eliasch und Klaus Hotter kam, da waren wir uns schnell einig. Allerdings hatten wir zuvor einige für mich wichtige Voraussetzungen zu meiner Zufriedenheit besprochen. Für mich zählte das klare Bekenntnis von Head-Tyrolia zum Rennsport im Spitzenbereich und die damit verbundenen Topleute im Servicebereich, sowie Ski-Ingenieure, die im Entwicklungsbereich die Ideen und Anregungen aus dem Athletenbereich sofort aufnehmen und umsetzen können. Mit Leuten wie Nachbaur und Mayerhofer ist dies absolut gewährleistet. Ich habe hier eine sehr interessante Aufgabe übernommen, kann mich mit meinen Erfahrungen auch im Umgang mit den Athleten einbringen und bin sicher, dass wir erfolgreich sein werden.

Ski2b: Welche Veränderungen gibt es im Team im Vergleich zum Vorjahr?
Dieter Bartsch: Wir haben auch in diesem Jahr ein sehr gutes Team und konnten zudem mit Kilian Albrecht einen Spitzenfahrer erneut an Head-Tyrolia binden. Ich kann sagen, dass er nach den Material-Tests schlicht begeistert ist von den neuen Rennskiern. Mit Kurt Engl haben wir einen weiteren Slalomspezialisten im Head-Tyrolia-Team, der für gute Ergebnisse sorgen kann. Zudem stehen bei den Herren Namen wie z.B. Marco Büchel, Hannes Trinkl, Klaus Kröll, Christian Greber, Norbert Holzknecht, Franco Cavegn, Johan Brolenius, Martin Hanson, Florian Eckert, Stefan Stankalla und Alain Baxter, bei den Damen Maria Riesch, Sabine Egger, Sharka Zharovsky usw. für reichlich Rennpower.

Ski2b: Wie sieht in dieser Saison die Zusammenarbeit im Racing Department aus? Gab es Veränderungen in der Struktur?
Dieter Bartsch: Wir arbeiten bei Head-Tyrolia auf allen Ebenen eng zusammen. In der Materialentwicklung wird in der Testphase der Input durch die Serviceleute und die Athleten direkt an die zuständigen Stellen weitergegeben. Dort kann man dann sofort reagieren. Mit Heinz Hämmerle ist die wichtige Position der Materialkontrolle bestens besetzt. So ist gesichert, dass die Rennski für den Weltcup und den Europacup stets optimal hergerichtet sind. Im Nachwuchsbereich haben wir mit Rainer Salzgeber einen weiteren ausgewiesenen Fachmann und Kenner in der Verantwortung. Dort wird ebenfalls hervorragend gearbeitet. Das ganze Team ist einfach sensationell besetzt und zeichnet sich durch eine hohe Motivation aus. Daher besteht für mich kein Zweifel - wir werden unsere Vision in die Realität umsetzen.

Ski2b: Wie sieht diese Vision und Mission des Racing Departments aus?
Dieter Bartsch: Wir wollen einfach das beste Rennmaterial entwickeln. Wir sind auf einem guten Weg und schon nahe am Ziel. Letztlich wollen wir den Punkt erreichen, dass die Athleten, die erfolgreich sein wollen, unsere Skier fahren wollen, ja vielleicht sogar müssen.

Ski2b: Was gibt es über Neuerungen im Bereich Material zu sagen? Wie wirkt sich die Intelligence Technologie aus?
Dieter Bartsch: Die Intelligence Technologie wirkt sich in der Tat aus und zwar sehr positiv. Wir sind im Rennsport natürlich permanent in einem Prozess der Anpassung und Optimierung. Dort gehen wir dann noch extremere Wege, doch diese Erkenntnisse fließen dann oftmals später mit in die Produktion der gesamten Skipalette ein. So profitieren die Head-Tyrolia-Fahrer stets auch von unserer Arbeit. Die Intelligence Technologie gibt dem modernen Skifahrer von heute eine überaus gute technische Unterstützung für optimale und schnelle Anpassung an unterschiedliche Bedingungen auf der Piste an die Hand.

Ski2b: Wie sehen Sie die Jugendarbeit bei Head-Tyrolia?
Dieter Bartsch: Wie ich schon sagte, haben wir mit Rainer Salzgeber hier den richtigen Mann in der Verantwortung. Die Jugendlichen sind richtig heiß auf Head-Tyrolia, wollen diese Skimarke und ich bin guter Dinge, dass wir zusehens die Früchte der hier geleisteten Arbeit auch in den Weltcup- und Europacuprennen ernten werden.

Ski2b: Letzte Frage, was erwarten Sie vom anstehenden Saisonauftakt in Sölden am letzten Oktober-Wochenende?
Dieter Bartsch: Gerade beim Riesenslalom erwarte ich mir einen völlig offenen Rennverlauf. Die Spitze ist eng beisammen. Nyberg, Eberharter, Maier, Miller und noch einige andere Fahrer können Sölden gewinnen. Auch bei den Damen werden sich die jüngeren Fahrerinnen in dieser Saison noch mehr durchsetzen. Was Head-Tyrolia anbelangt, so bin ich für die Saison sehr optimistisch. So wie ich unseren derzeitigen Leistungsstand jetzt einschätzen kann, wird es Weltcupsiege wohl fast zwangsläufig zu feiern geben.

Ski2b: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in der Saison
Dieter Bartsch: Ich danke auch.