In die Auseinandersetzung um die Ausrichtung der Weltcup-Herren-Rennen 2004 in St. Anton (Ski2b berichtete, siehe dazu verwandte Artikel) kommt Bewegung. Der örtliche Tourismusverband hat in einer erneuten Gesprächsrunde über die anstehenden Weltcuprennen in St. Anton im Februar 2004 einen Lösungsvorschlag formuliert. Wenn St. Anton in der Zukunft im Weltcup für den Dezember berücksichtigt werden kann, dann würde man auch noch einmal zu dem bevorstehenden Kandahar-Rennen im Februar 2004 stehen, obwohl es mitten in der Hochsaison angesetzt ist.

Verhandlungen mit dem Verband:
Zur Umsetzung der Wünsche der St. Antoner bedarf es jetzt der Zustimmung von Seiten des ÖSV, der die Rennen innerhalb Österreichs zu vergeben hat. Doch hier steckt man derzeit in der Warteschleife, da man ein entsprechendes Gespräch nicht vor der Rückkehr des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel aus dem Urlaub führen kann.

Klartext:
Im Klartext bedeutet das: der Zuschlag für zukünftige Damenrennen im Dezember 2004 stellt die Bedingung für die Zustimmung des TVB zu einer Austragung der Herrenrennen im Februar 2004 dar.

TVB St. Anton wehrt sich:
Im Rahmen der Sitzung stellte der TVB St. Anton noch einmal klar, dass es niemals eine offizielle Absage der bereits im FIS-Kalender gefixten Rennen am 14.und 15. Februar 2004 gegeben habe. Dennoch habe man große Bedenken gegenüber Rennen in der Hochsaison (Februar), da man den Gästen den bestmöglichen Service bieten wolle, stellte der TVB seinen Standpunkt klar.

Schranz erleichtert:
"Ich sehe es klar positiv, auch wenn es bedeutet, dass damit bei uns letztmalig Rennen im Februar stattfinden", kommentierte Skilegende Karl Schranz. Hingegen wies er Vorwürfe der 'Eigenmächtigkeit' wegen der Annahme des Termins im Februar kosequent zurück. "Wir haben den Termin bekommen, ich habe ihn lediglich transportiert, und bis vor drei Wochen hat dazu alles ja gesagt", erklärte Schranz. Das sieht der Chef des TVB Heinrich Wagner wohl anders: "Den Tourismusverband hat niemand um seine Zustimmung gefragt."

St. Anton stünde teures Renn-Kalenderjahr 2004 bevor:
Ginge für St. Anton alles nach Plan, so stünde am Jahresende 2004 eine dicke Renn-Rechnung für die Arlberger ins Haus. Denn mit den Februar-Rennen der Herren und den Dezember-Rennen der Damen kämen rund 600.000 Euro an Kosten auf die Veranstalter zu. Schon kommen ernsthafte Überlegungen auf, dass man die Ortstaxe zu diesem Zweck erhöhen müsste. Schöne Aussichten für den Touristen.