Der Tourismusverband von St. Anton in Tirol hatte sich mit seiner ablehnenden Entscheidung bezüglich der Ausrichtung der beiden Herren-Weltcup-Rennen am 14. und 15. Februar 2004 den Zorn der FIS und vieler offizieller Stellen im österreichischen Skisport zugezogen.

Viel Kritik:
Auch Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer (FPÖ) und die österreichische Skilegende Karl Schranz - der die alpine Ski-WM 2001 nach St. Anton holte - zeigten sich wenig erfreut über die negative Entscheidung des örtlichen Tourismusverbandes (siehe Berichte dazu unter verwandte Artikel).

Neue Wendung im Kompetenz-Gerangel?
Doch die Absage der Rennen scheint keineswegs beschlossene Sache zu sein. Schweitzer und Schranz glauben beide an eine Ausrichtung wie geplant und im FIS-Rennkalender ausgewiesen. Hierzu soll es zu einer erneuten Gesprächsrunde zwischen dem TVB St. Anton und Karl Schranz kommen. Immerhin haben bislang weder die FIS noch der ÖSV eine Absage an den Veranstalter in St. Anton geschickt.

Schranz hofft auf Vernunft:
"Ich hoffe auf die Vernunft. Man kann und darf so ein Traditionsrennen nicht von heute auf morgen verschwinden lassen."

"Österreich ist keine Bananenrepublik"
Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer legte den Schwerpunkt der Betrachtung auf bestehende Verträge. "Österreich ist keine Bananenrepublik, sondern ein Rechtsstaat. Deshalb gehe ich davon aus, dass Verträge eingehalten werden." St. Anton ist - so Schweizter - vertraglich zur Durchführung der Wettbeewerbe verpflichtet, da der 1999 abgeschlossene Sport-Fördervertrag für St. Anton zur Absicherung der Ski-WM 2001 einen Zuschuss von Bund, Land, Gemeinde und ÖSV von 18,6 Mio. Euro bedeutet hatte. "Die Gelder sind nur unter bestimmten Voraussetzungen geflossen." Die Tiroler sind demnach seit dem Jahr 2000 in der Pflicht und müssen über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg Weltcup-Rennen ausrichten.