Der Tourismusverband von St. Anton sieht sich nach seiner Ablehnung gegenüber der Durchführung der Herrenwettkämpfe (Abfahrt und Slalom), die man bereits im offiziellen Weltcup-Kalender des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) für 2003/04 festgeschrieben hatte, massiver Kritik von allen Seiten ausgesetzt.

FIS 'not amused'
Die FIS war insbesondere über den späten Zeitpunkt der Rückgabe verärgert. "Das ist eine unangenehme Überraschung", stellte FIS-Sprecherin Sonja Reichen fest. in diesem Zusammenhang sah sie gleichzeitig einen Imageschaden für den Tiroler Skiort.

Kritik von ÖSV-Alpinchef Hans Pum:
"Das ist kleinkariertes Denken von manchen. Es kann nicht sein, dass jemand nur die Rosinen rauspickt. Jetzt ist es ein sehr blöder Zeitpunkt, denn für die Ersatzorte wird es schwierig, für diese Zeit Quartiere zu organisieren."

Politik will reagieren:
Als Ausrichter der Ski-WM 2001 hatte St. Anton Förderungen in erheblichem finanziellen Rahmen erhalten, die auch mit einer Nachnutzung für Weltcuprennen verbunden war. Der WM-Ort St. Anton hatte aber am Mittwoch letzter Woche die bereits für 14./15. Februar 2004 terminisierten Rennen zurückgegeben, weil diese mitten in der Hochsaison stattfinden würden. Nun reagierte auch die Politik. Sportstaatsekretär Karl Schweitzer erklärte, künftig den Bau von Sportstätten nur noch fördern zu wollen, wenn ein entsprechendes mehrjähriges Nachnutzungskonzept von den Betreibern vorgelegt wird.

Lieber Damenrennen:
St. Anton indes bevorzugt aus touristischen Gründen lieber Damenrennen im Dezember, mit diesem Termin habe man laut Bergbahnen-Chef Mario Stedile auch bereits Aufnahme in den vorläufigen FIS-Rennkalender 2004/2005 gefunden. Ob es nun noch dazu kommen wird, bleibt abzuwarten, da auch andere Orte (z.B. Altenmarkt-Zauchensee) großes Interesse an der Austragung dieser Rennen haben.

Schranz befürchtet Auswirkungen durch die FIS:
"Man hat noch auf den Zuschlag für Damen-Rennen im Dezember gehofft. Aber wir sind ja nicht bei der Sendung 'Wünsch Dir was', denn man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Auch wenn das Februar-Wochenende in die Hochsaison fällt, manchmal muss man einfach Opfer bringen."

Herrenrennen nun neu zu vergeben:
Die von St. Anton abgegebenen Herren-Rennen stehen nun erneut zur Vergabe. Die Interessenten stehen bereits Schlange. Altenmarkt-Zauchensee, Saalbach-Hinterglemm und Bad Kleinkirchheim haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen. Die Entscheidung über die Vergabe fällt aber erst am 3. September bei der Präsidentenkonferenz des Österreichischen Skiverbandes in Gmunden, zumal ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bis Ende August im Urlaub in Kanada weilt.