Über 90% unserer Sinneseindrücke nehmen wir über das Auge auf. Auch wenn wir es nicht bemerken - 25% unserer Körperenergie wird für das Sehen aufgewendet. Dieser Energieanteil erhöht sich noch, wenn das Sehen durch Sonneneinstrahlung, Wind, Regen oder Geschwindigkeiten über 10 km/h erschwert wird. Um beim Klettern, Biken oder Laufen die äußeren Einflüsse auf das Auge zu reduzieren und vor Sonne und Wind geschützt zu sein, reicht die Alltagssonnenbrille nicht mehr aus. Deshalb sollte jedem klar sein, dass nicht nur die neuesten Steigeisen, Goretex-Jacken, Anbaugruppen für das Bike oder Kletterschuhe für das erfolgreiche Absolvieren des persönlichen Sportpensums nötig sind, sondern auch die optimale und auf den Einsatzbereich abgestimmte Sport-Sonnenbrille.

Tipps:
Die folgenden Tipps und der Überblick über die diversen Modelle der verschiedenen Hersteller, die wir für Euch ausgesucht haben, sollen bei der Suche nach der richtigen Sport-Sonnenbrille helfen und Fragen beantworten:

Hier geht es zum Sonnenbrillen-Vergleich (als PDF-Datei)!

Das Licht:
Die Lichtwellen sind unsere wichtigsten Informationsträger. Den größten Teil aller Informationen erhalten wir über das Auge. Licht ist aber nicht gleich Licht. 39% der Sonneneinstrahlung ist sichtbares Licht: es löst eine Reaktion auf der Netzhaut aus und wird vom Gehirn wahrgenommen. Schutz ist notwendig wenn die Sonneneinstrahlung so groß ist, dass man geblendet wird. Sehschärfe und Kontrast nehmen ab. Ultraviolettes Licht (UV) macht zwar nur fünf Prozent des auf die Erde auftreffenden Lichtes aus. Diese energiereiche Strahlung führt aber zu starken Schädigungen des Auges. Fehlender UV-Schutz kann Augenentzündungen und Blindheit von unterschiedlicher Dauer hervorrufen. Dauerhafte Schädigungen der Bindehaut und der Hornhaut können die Folge sein. Der Infrarotbereich macht 56% des Lichtes aus. Diese Strahlung ist eine Wärmestrahlung. Die lichtdurchlässigen Bereiche des Auges absorbieren auf Grund ihres Wassergehaltes diese Strahlung. Auch hierbei können unter sehr extremen Bedingungen Schädigungen auftreten.

Sonneneinstrahlung im Gebirge:
Gerade im Gebirge ist die Sonneneinstrahlung besonders im Winter in der Weise extrem, dass der Schnee ca. 98% des auftreffenden Lichtes und davon 85% der UV-Strahlung reflektiert. Dabei erhöht sich die Intensität dieser Strahlung um zehn Prozent je tausend Meter. Die daraus resultierenden Gefahren liegen auf der Hand: Schneeblindheit, das Gefühl Sand in den Augen zu haben, Tränenbildung, Rötungen und Entzündungen der Bindehaut und der Hornhaut, Verlust der Sehkraft. White out-Syndrom, Verlust der plastischen Sehfähigkeit und erhöhte Lichtempfindlichkeit des Auges.

Einsatzbereich:
Es gibt sie noch nicht, die Sonnenbrille für alle Einsätze unter allen Bedingungen. Das Beste ist genau zu wissen für welchen Bereich, ob Fels oder Gletscher, Bike oder Trecking, Ballsportart die Brille hauptsächlich verwendet wird. Denn mit Gläsern der CE-Kat. Vier, d.h. 92% Lichtabsorbtion, kann es beim Sportklettern im südfranzösischen Unterholz schnell dunkel werden. Können dann die Gläser der Brille gegen hellere auswechselt werden, kann man die Brille schnell und einfach den herrschenden Lichtverhältnissen anpassen und blendfrei zum kletternden Seilpartner emporblicken zu können, ohne mit der Taschenlampe die im Schatten liegenden Kletterschuhe suchen zu müssen.

Anforderungen:
Die Brille sollte nicht rutschen oder drücken und
das Blickfeld sollte nach allen Seiten möglichst groß sein. Die Scheibenform und Größe sollten die Augen bedecken. Bike-Brillen sollten an der Stirn anliegen und die Gläser oder die Fassung so gestaltet sein, dass kein Luftzug von oben oder der Seite die Augen zum Tränen bringt. Gletscherbrillen benötigen den Seitenschutz um Blendung von der Seite zu vermeiden.

Gläser:
Die Brillengläser sollten der Din-ISO 9002 entsprechen. Die Farbe kann nach Einsatzbereich und Geschmack variieren. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer mit seiner Sportbrille auch mal mit dem Auto zum 'Einsatzort' fahren will, muss darauf achten, dass die Gläser für den Straßenverkehr zugelassen sind. Bei Gläsern der CE.-Kat. Drei ist dies kein Problem, wenn die Tönung der Gläser ein Erkennen von Signalfarben (rot, gelb, grün) nicht einschränkt. Gläser der CE.-Kat. Vier sind nicht für den Straßenverkehr zugelassen. UV-Schutz ist bei diesen Brillen selbstverständlich.

Handhabung:
Sollte die Brille mit Wechselscheiben ausgestatte sein; lassen sich die Scheiben leicht und ohne großen Aufwand wechseln? Wer dies allerdings bei -30 Grad mit Fäustlingen verlangt wird sich schwer tun. Lassen sich die Bügel ggf. in ein Sportband wechseln? Wie groß ist der Aufwand? Bei einigen Sportbrillen ist dies ohne großen Aufwand möglich.

Für Brillenträger:
Läßt sich die für den richtigen Durchblick benötigte Korrektionswirkung leicht mit einem Clip oder direkt in die Brille einsetzten? Gibt es, wenn Wechselscheiben möglich sind, dies auch wenn Korrektionsgläser in der Brille sind? Bei fast allen Sportsonnenbrillen ist es möglich die Gläser direkt in die Fassung einzusetzen. Einige Sportbrillenhersteller bieten die Möglichkeit farblose Gläser direkt in die Fassung oder mit einem Clip in der Fassung zu befestigen. Die verschiedenen Wechselscheiben werden dann vor die klaren Brillengläser geclipt.