Die 'Mezzalama' kann als die 'Formel I' im Wettkampf-Skibergsteigen bezeichnet werden, denn bei keinem anderen Wettkampf werden Gipfel über 4000 Meter mit Ski, Seil und Steigeisen bestiegen.

Der Streckenverlauf:
Die Wettkampfstrecke verlief entlang der folgenden Kontrollposten: Cervinia (2000m) - Theodulpass (3322m) - Plateau Rosa - Breithorn Pass (3826m)- Verra Pass (3861 m) - Castor (4226m) - Fehlik Pass (4061m) - Fehlik Gletscher - Q. Sella Hütte (3585m) - Lyskamm-Nase (4100 m) - Lysgletscher - Gnifetti Hütte (3647m) - Gressoney (1627m).

Selektion gleich am ersten Kontrollposten:
267 Teams starteten am 03. Mai 2003 in Cervinia (2000m) am Südfuß des Matterhorn und stiegen mit Tourenski Richtung Castor (4226m) auf. Es folgte gleich ein Rennen im Rennen, denn nur die ersten 190 Teams, die den ersten Kontrollposten am Breithornpass (3800m) passierten, durften den Wettkampf im alpinen Gelände außerhalb des Pistengebietes fortsetzen.

Hochalpines Luftspiel:
War es beim Start noch dunkel und relativ warm, so fegte ab 3500 Meter ein starker Sturm, der die minus neun Grad Celsius deutlich kälter empfinden ließ. Heftige Schneeverwehungen ließen die Landschaft pastellartig und zauberhaft verschwommen aussehen und die einzelnen Teams verschwanden immer wieder in unregelmäßigen Abständen aus dem Blickfeld, kamen aber gleich wieder mit scharfen Konturen zum Vorschein, als der Sturm für wenige Augenblicke keine losen Schneekristalle als Angriffsfläche für sein hochalpines Luftspiel fand.

Mit Steigeisen am Castor entlang zur Sellahütte:
Beim Verra Pass (3848m) musste man Steigeisen anlegen um über eine Steilflanke den Castor zu besteigen. Dann erreichte man den Gipfelgrat. Schmal und ausgesetzt, stellenweise keine 30 Zentimeter breit, zog er sich als glänzend weiße Linie wunderschön zum höchsten Punkt, ungeschützt dem Sturm ausgeliefert, der mit aller Gewalt versuchte, die Wettkämpfer, die mit einem Seil verbunden waren, in seine wilden Spiele zu verwickeln. Diese stemmten sich ihm entgegen, rasten hinab zum Fehlikgletscher, immer noch mit Steigeisen an den Schuhen, schnallten weiter unten wieder die Ski an, schwangen angeseilt elegant Richtung Sellahütte (3585m), das Gesicht schützend vor den eisigen Kristallen, die ihnen der Sturm wie spitze Pfeile ins Gesicht jagte.

Im Laufschritt ins Ziel:
Über Gletscher zog sich der weitere Weg leicht ansteigend bis an den Fuß des Passo del Naso (4150m), dessen Steilhang aus Blankeis wieder Eisen erforderte, und das Eis spritze in alle Richtungen, als die Zacken in die glänzende Oberfläche gestoßen wurden. Ein kurzer Steilabstieg folgte, dann eine abschüssige Holzbrücke, die das Überqueren einer Gletscherspalte ermöglichte - bald gleiteten die Mannschaften über den Lysgletscher bis zur Schneegrenze hinab und liefen die letzten Höhenmeter dieser langen Überquerung aus dem Valtournanche ins Val di Gressoney im Laufschritt ins Ziel.

Das Klassement:
Den Sieg holten sich die Schweizer Damien Farquet, Elmer Rico und Rolf Zurbrugg vom Team 'Gardes-Frontiere SUI 1' in der unglaublichen zeit von 4:38 Stunden vor Jean Pellessier, Stephane Brosse, Pierre Gignoux ('Edil Perin-Skyrunner') in 4:45 Stunden, die in einem Fotofinish zeitgleich vor dem Team 'CS Esercito 1' mit Manfred Reichegger, Dennis Brunod, Nicola Invernizzi ankamen. Bei den Damen siegte das Team 'Italia - Svizzera' in der Besetzung Cristina Moretti-Favre, Arianna Follis , Chiara Raso.

Deutsches und österreichisches Team:
Ein deutsches Team mit Robert Maier, Thomas Stoger und Josef Bernegger ('Berchtesgadener Alpintrio') und seit über 25 Jahren auch erstmals ein österreichisches Team mit Rolf Majcen, Manfred Tod und Franz Hausmann ('Team Niederösterreich') waren ebenfalls am Start und konnten sich im Mittelfeld platzieren. „Es ist eine Ehre, an diesem außergewöhnlichen Rennen starten zu dürfen. Wir waren gut akklimatisiert, doch bei den Steigeisenpassagen war ein Überholen der vor uns gehenden Teams nicht einfach, kostete außerhalb der ausgetretenen Spur viel Kraft.

Majcen und Hausmann absolvieren 'Les Grandes Trois':
Dennoch sind wir überglücklich, dieses fantastische Hochgebirgsabenteuer, das nur alle zwei Jahre stattfindet, erlebt haben zu dürfen“, so Rolf Majcen, der nun gemeinsam mit Partner Franz Hausmann die ersten Österreicher sind, die die 'Les Grandes Trois de Ski de Montagne' (Pierra Menta, Patrouille des Glaciers, Trofeo Mezzalama), die drei bedeutendsten Rennen im Alpenraum, erfolgreich absolviert haben. „Die Erinnerung an diese fantastischen Hochgebirgsprüfungen, die an Superlativen nicht mehr überboten werden können, die eine Begeisterung und Schwärmerei hervorrufen, wie kaum ein anderes Rennen, wird uns noch oft und gerne darüber sprechen lassen ...“, so ein glücklicher Franz Hausmann.