Die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City standen im Vorfeld unter dem Eindruck diverser Bestechungsvorwürfe, doch zunächst schien es, dass man in der Nachbetrachtung der Spiele mit einem positiven Image dastehen könnte - immerhin erreichte man im US Bundestaat Utah einen Rekordüberschuss von 100 Millionen US-Dollar und das US-Team schaffte einen Medaillenrekord (34 Mal Edelmetall).

Image erneut in Gefahr:
Dieses Image ist nun erneut in Gefahr. Zwei leitende Angestellte des Salt Lake City Bewerbungskomitees müssen sich nunmehr vor dem Gericht dafür verantworten, dass sie Deligierte des Olympischen Komitees bzw. deren Familienangehörige mit einer Reihe von 'Geschenken' - vom Gewehr bis hin zu Stependium - im Wert von über einer Millionen Dollar bestochen haben sollen.

Berufungsgericht hält Betrugsvorwurf aufrecht:
Zwar war der Fall gegen den Geschäftsführer Tom Welch und Deputy Dave Johnson in erster Instanz zu deren Gunsten verworfen worden, aber ein Berufungsgericht hat am Dienstag den Vorwurf der Bestechlichkeit, der Gaunerei und des Betrugs erneut zur Verhandlungssache erhoben.

Welch sieht Verhandlung gelassen entgegen:
Anstatt sich vor einem erneuten Gang vor Gericht zu fürchten, sieht Welch darin eine Gegelegenheit zur Darstellung seiner Sicht der Dinge: "Die verschwenderischen Geschenke, die wir dort verteilt haben, waren Teil des 'Spiels' um die Vergabe der Olympischen Spiele. So haben sich auch die anderen Mitbewerber verhalten. Utah's politische und ökonomische Elite wusste genau um unser Vorgehen. Wir haben niemals etwas getan was falsch gewesen wäre", äußerte Welch sich am Mittwoch.

Schönes Image gerät leider in Schieflage:
Im Februar 2002 wurden die Olympischen Spiele als die bestorganisiertesten Winterspiele gefeiert, die jemals ausgerichtet worden waren. Selbst die Ereignisse des 11. Septembers 2001 konnten die Begeisterung für die Spiele nicht dämpfen. Die Olympischen Spiele, so Fraser Bullock, der nach dem Skandal im Vorfeld der Spiele dazu bestimmt war, dort für eine Verbesserung zu sorgen, hätten sehr dabei geholfen, dass das Negative-Image Salt Lake Citys sich in ein positives Erscheinungsbild umgewandelt hat. "Persönlich bin ich daher sehr unglücklich, dass der Betrugsskandal nun nochmals in den Vordergrund gerückt wird. Es ist schade um den Ruf der Spiele von Salt Lake, aber wir leben mit diesen Gesetzen, sie müssen befolgt werden und es ist daher notwendig, dass wir das Rechtssystem respektieren."

Es muss Recht gesprochen werden:
Oberbürgermeister Rocky Anderson, der nach dem Skandal das Amt von Deedee Corradin übernommen hatte, ließ durch seinen Pressesprecher verkünden: "Recht muss gesprochen werden".

Sorge um New York-Kandiatur:
Die hochschlagenden Wellen des Gerichtsverfahrens von Salt Lake City beunruhigen nun verschiedene Unternehmen, die sich Sorgen machen, dass das IOC sich negativ einstimmen lassen könnte hinsichtlich der anstehenden Kandidatur New Yorks für die Olympischen Sommerspiele 2012. Dort fällt die Entscheidung 2005.

IOC kooperiert beim Gerichtsverfahren in vollem Umfang:
IOC Direktor General Francois Carrard sagte unmittelbar nach Bekanntgabe der erneute Anklage, dass das IOC in vollem Umfang die Bereitschaft zur Kooperation zeigt. Dies tue man schon seit dem ersten Tag der Offenlegung des Skandals. Intern habe man damals sofort gehandelt, die eigenen Strukturen neu geordnet und natürlich stehe man der us-amerikanischen Gerichtsbarkeit für Zeugenaussagen zur Verfügung.