Am vergangenen Wochenende war Christian Flühr (29, Skiclub Oberhausen), Marathon-Skiweltrekordhalter aus Obermaiselstein/Allgäu, beim höchsten Abfahrtsrennen der Welt am Start.

Riesiges Teilnehmerfeld:
Bei besten Bedingungen starteten über 800 Teilnehmer im schweizerischen Saas-Fee, unter den Teilnehmern war auch Christians Trainerin Sandra Sabitzer (27, Skiclub Oberhausen). Die beiden bestritten auch das sogenannte Sie+Er-Rennen, bei dem sie unter den ersten 30 landeten.

Perfekte äußere Bedingungen beim Sie+Er-Rennen:
Bereits am Donnerstag fuhren sich die beiden auf der Rennstrecke im Wallis ein, bevor es Freitag bei perfekten Bedingungen erstmals ernst wurde. Das Sie+Er-Rennen stand auf dem Programm. Die Ziele der beiden waren bekanntlich hoch gesteckt und in dem erstklassigen internationalen Starterfeld von über 100 Paaren, die gemeldet waren, machten sich die beiden kurz nach halb zehn am Morgen auf die Strecke.

Schnell Tempo aufgenommen:
Sandra fuhr voraus und Christian hinterher. Zunächst ging es die ersten Kilometer über den Gletscher flach dahin, wobei die Geschwindigkeit schon knapp im dreistelligen Bereich lag. An der Einfahrt zum ersten technisch anspruchsvollen Teil kam Sandra noch an einem weiteren auf der Strecke befindlichen Paar vorbei, während Christian bis zur Ausfahrt des Ziehweges warten musste, um zu überholen.

Abgehängt:
"Das ist eine der Besonderheiten des Rennens. Alle 15 Sekunden werden Läufer auf die Strecke geschickt, die dann unterwegs zu lebendigen Slalomstangen werden", erklärt Christian neben der Länge des Rennens die Hauptschwierigkeiten. Nach dem Ziehweg war Sandra schon über 150 Meter voraus und bis zum Ziel hatte ihr Partner keine Chance mehr, sie einzuholen. Sandra musste vor dem Ziel aus der Hocke gehen, um mit Christian regelgerecht innerhalb von zwei Sekunden durch das Ziel zu fahren. Trotzdem reichte es den beiden zu einer guten Platzierung unter den besten Dreißig mit einer Laufzeit von knapp über sechs Minuten.

Einzelkonkurrenz:
Tags darauf beim Einzelrennen hatte Christian einmal mehr mit "lebendigen Slalomstangen" zu kämpfen und konnte so nicht die direkte "Kampflinie" (O-Ton Sandra Sabitzer) befahren. Trotzdem verbesserte er sich, wie seine Trainerin, erheblich in der Laufzeit mit unter sechs Minuten. Für Sandra Sabitzer reichte es sogar zum zwölften Platz der Gesamtwertung, die damit auch zugleich beste deutsche Starterin war. Sandra zu ihrem Abschneiden: "Saas-Fee war bisher der schönste Abfahrtslauf, den ich mitgefahren bin. Nächstes Jahr am 13. April will ich unter den ersten Zehn landen."

Aufgehalten:
Christian haderte dagegen mit den Läufern, die ihn behinderten: "Erst an der Einfahrt zum Kanonenrohr, jemand der seine Skier querstellte und damit komplett abbremste und dann ein Freizeitstarter, der mich im so genannten Brückli-S nicht vorbeiließ - das hat bestimmt dreißig Sekunden gekostet." Trotzdem empfinden die beiden die Möglichkeit, dass bei diesem Rennen jeder an den Start gehen kann, als reizvoll.

Highspeed:
Die gefahrenen Geschwindigkeiten lassen auf jeden Fall nicht den Verdacht zu, dass Sandra und Christian im Wallis "touristenmäßig" unterwegs waren. Mit einer errechneten Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h sind die beiden ungefähr so schnell wie Fahrer im Weltcup, nur die Piste ist viermal so lang. Die auf den Skitachometern an den Armgelenken gemessenen Spitzenwerte von 148 km/h lassen das Blut vor Respekt in den Adern erstarren und das trotz schmerzender Muskulatur bei einer Gesamthöhendifferenz von 1850 Höhenmetern (Start auf 3650 Metern, Ziel in Saas-Fee auf 1800 Metern).

Weitere Informationen:
www.sommerski.net
www.ichwillschnee.de