Rund 100 Teilnehmer waren am Samstag, den 08. März 2003 beim "Turmsturm" am Semmering (AUT) am Start. Die Ausgangsposition für die Entscheidung im Austria Skitour Cup (ASTC) war mehr als spannend.

Überraschung zum Beginn:
Das erste Rennen des Cups, der 'Dachstein Bock' in Rußbach, brachte ein eher überraschendes Ergebnis: Markus Stock (Bischofshofen) konnte vor Martin Hornegger (Annaberg) die Ziellinie passieren. Einer der Mitfavoriten, Alexander Lugger (Maria Luggau/Kärnten), belegte nur den 13. Rang. Beim 'Auffi muas i' (Mauterndorf) dann ein völlig anderes Bild: Lugger lief als bester Österreicher durchs Ziel, Hornegger und Stock belegten nur die Plätze Elf und Zwölf in der Gesamtwertung.

Spannung bei den Herren:
Somit lagen nur wenige Punkte zwischen dem Führenden in der Meisterschaft, Markus Stock, dem Annaberger Hornegger und dem Kärntner Lugger. Für Spannung war somit gesorgt und die Zuseher erwartete eine packende Entscheidung. Bei den Damen war die Lage vor dem Rennen etwas eindeutiger: Simone Hornegger lag ungefährdet auf dem ersten Platz, ihre direkte Konkurrentin Renate Schwab aus Kainisch mit bereits großem Punkterückstand auf dem zweiten Rang.

Zuschauerfreundlich:
Um das Publikum so nah als möglich an der Entscheidung um den Meistertitel teilhaben zu lassen, wurde der "Turmsturm" als Kriterium am Semmering angelegt. Fünfmal mussten die Starter den Hirschenkogel bezwingen. Oben wurden die Felle von den Skiern gezogen, und die Athleten stürzten sich in die Abfahrt, nach deren Ende es galt, die Steigfelle wieder möglichst schnell aufzukleben, um gleich schon wieder in die nächste Runde zu starten. Die Sportler kamen somit fünfmal an den Zuschauern vorbei. Sie konnten so die packenden Zweikämpfe hautnah miterleben. Insgesamt waren über die Marathonstrecke 12,3 Kilometer und 1700 Höhenmeter zu bezwingen - das alles bei Nacht auf einer Flutlichtanlage.

Fellwechsel entscheidend:
"Das Rennen wird in den Fellwechsel-Zonen entschieden", zeigte sich Stock als Führender in der Meisterschaft vor dem Rennen skeptisch. Auch die anspruchsvolle und rasante Abfahrt galt als Kriterium im Läuferlager. Hornegger war bezüglich seiner Möglichkeiten nicht allzu optimistisch:
"Ich war letzte Woche krank. Eine Magenverstimmung warf mich im Trainingsaufbau zurück." Lugger wollte mit einer Plazierung unter den Top Fünf zufrieden sein. Der starke Slowake Miroslav Leitner hatte ebenfalls keinerlei Erfahrung mit derartigen Rundrennen. Er war hier, "um nach Möglichkeit die Führung in der ASTC-Gesamtwertung zu übernehmen". Er betrachtete den Turmsturm vor allem als letztes Training vor der Europameisterschaft in der Slowakei Ende März.

Zweikampf um den Sieg:
Der Turmsturm entwickelte sich zu einem spannenden Zweikampf um den Sieg zwischen Leitner und Lugger. Der Kärntner profitierte dabei von seinem skifahrerischen Können und konnte Leitner nach dessen Vorsprung im ersten Anstieg auf der Abfahrt überholen. Von diesem Zeitpunkt an lieferten die beiden sich ein Kopf-an-Kopf Rennen über die restlichen vier Runden, bei dem Lugger allerdings stets hauchdünn vorne lag.

Ein zäher Gegner:
"Miroslav erwies sich als extrem zäher Gegner", erklärte Lugger nach unglaublichen 01:28,59 Stunden im Ziel. "Er war vor allem bei den Fellwechsel enorm schnell." Leitner, der mit der Zeit von 01:29,48 Stunden über die Ziellinie ging, wollte bei den Abfahrten drei Wochen vor seiner Heim-EM nicht zu viel riskieren: "Lugger war hier ausgezeichnet unterwegs." Gerade die von vielen Athleten anfänglich als harmlose Piste unterschätzte Abfahrt erwies sich als extrem selektive Strecke, die enormen Mut erforderte, um hier Plätze gut zu machen.

Knappe Entscheidung:
Hornegger erreichte das Ziel in 01:30,52 Stunden als Dritter. Markus Stock wurde rund drei Minuten hinter Hornegger Sechster: "Ich habe hier meinen Rhythmus nicht gefunden." Hornegger konnte Stock in der Gesamtwertung der Österreichischen Meisterschaft um zwei Zehntelpunkte abfangen und verwies den Bischofshofner auf den zweiten Platz. Lugger wurde Gesamt-Dritter.

Weniger knapp:
Bei den Damen gewann erwartungsgemäß Simone Hornegger in 01:57,39 Stunden vor Renate Schwab (01:59,27 Stunden) und Traudl Maurer aus Deutschland (02:00,42 Stunden). Die Horneggers konnten ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Die Österreichischen Meister freuten sich außerdem über einen Städteflug der AUA.

Nominierung für die Europameisterschaft:
Die heimische Rangliste ist auch Basis für die Entsendung zur Europameisterschaft. Neben Hornegger, Stock und Lugger werden dort auch Andreas Fischbacher (Schladming), Peter Oberauer (Annaberg) und Andreas Ringhofer (Schladming) Österreich vertreten. Bei den Damen starten Simone Hornegger und Renate Schwab.

ASTC-Gesamtwertung:
Die mit insgesamt 8.500 Euro dotierte ASTC-Gesamtwertung konnte Miroslav Leitner für sich entscheiden. Auf den Plätzen landeten Martin Hornegger und Markus Stock. Simone Hornegger dominierte auch diese Wertung bei den Damen vor Renate Schwab und Traudl Maurer.
Peter Eichberger, Organisationskomitee-Chef des 'Turmsturm' am Semmering, zeigte sich mit der Veranstaltung mehr als zufrieden: "Ein derartiges Rennen über mehrere Runden gestaltet sich als enorm spannend für die Läufer und Zuseher. Wir sind mit dem Ergebnis überglücklich."

Österreichische Meisterschaft, Damen und Herren:
1. Simone Hornegger (AUT)
2. Renate Schwab (AUT)
3. Alexandra Robl (AUT)

1. Martin Hornegger (AUT)
2. Markus Stock (AUT)
3. Alexander Lugger (AUT)

ASTC-Gesamtwertung, Damen und Herren:
1. Simone Hornegger (AUT)
2. Traudl Maurer (BRD)
3. Renate Schwab (AUT)

1. Miroslav Leitner (SLK)
2. Martin Hornegger (AUT)
3. Markus Stock (AUT)