Die deutschen Nachwuchsfreestyler sind zurück von den ersten FIS Freestyle Junior World Championships in Neufundland (Kanada). Bei eisigen Temperaturen konnten sie sich unter den weltbesten Junior Freestylern etablieren.

Erfolgreiche Woche für deutsche Nachwuchsfreestyler:
Vom 10.-18. Februar 2003 fand im Neufundländischen Marble Mountain die erste FIS Freestyle Junioren Weltmeisterschaft in der Geschichte des Freestyle Sports statt. Startberechtigt waren alle Junioren der Jahrgänge 1985-1987.
So war es auch nicht verwunderlich, dass 19 Nationen mit über 140 Athleten für diese Veranstaltung gemeldet hatten, um eine der ersten Weltmeisterschaftsmedaillen in dieser Klasse zu erlangen.

DSV-Starter:
Der deutsche Skiverband hatte für die erste Weltmeisterschaft dieser Art die 16-jährige Vroni Bichlmair vom SC Lenggries, und den 17-jährigen Renato Förster von der RG Weiler Simmerberg nominiert. Zusätzlich zu den klassischen Disziplinen entschloss sich die FIS bei diesem Wettkampf die "New School"-Disziplin Halfpipe aufzunehmen.

Vorbildlich:
Die Organisatoren hatten mit einer unglaublichen Anzahl an freiwilligen Helfern alle Wettkampfanlagen in einen hervorragenden Zustand versetzt, sodass die Athleten bereits drei Tage vor den Wettkämpfen beste Trainingsbedingungen vorfanden.

Sehr gute Resultate:
Die deutschen Athleten Bichlmair und Förster, die in den Disziplinen Buckelpiste und Parallel Buckelpiste an den Start gingen, konnten sich sehr schnell an die Bedingungen in Neufundland gewöhnen und zeigten bereits in ihren Trainingsläufen eine hohe Konstanz. Da es eine Woche zuvor in Marble Mounain noch regnete, war die Piste mitunter sehr vereist und schwierig zu fahren. Zudem kamen noch Temperaturen von unter minus 20 Grad, die allen Beteiligten einiges abverlangten. Vroni Bichlmair, die sich durch einen vierten Platz beim Europacup in Isola (FRA) für die WM qualifizierte, konnte in beiden Rennen Topplatzierungen erreichen. In der Qualifikation für den Single Bewerb, bei dem 25 Damen an den Start gingen, fuhr Vroni auf den fünften Platz. Nur ein kleiner Fehler nach dem zweiten Sprung verhinderte einen Platz unter den besten drei. Im Finallauf hatte die 16-jährige leider Probleme bei ihren Sprungeinlagen und fiel somit auf den neunten Rang zurück.
Angesichts des starken Starterfeldes ist diese Platzierung jedoch als großer Erfolg für eine der jüngsten Teilnehmerinnen dieser WM zu werten.

Und noch einen drauf gesetzt:
Im Parallelwettbewerb konnte Bichlmair ihre Weltklasse auf der 210 Meter langen und durchschnittlich 25,5 Grad steilen Piste mit einem fünften Platz nochmals unter Beweis stellen.
Im ersten Lauf konnte sie die Czechin Sarka Sudova klar besiegen. In der zweiten Runde war das Glück nicht ganz auf der Seite von Bichlmair, da sie gegen die Siegerin aus dem Single Bewerb, Hannah Kearney, aus den Vereinigten Staaten antreten musste. Vroni ging bereits von Anfang an ein sehr hohes Risiko ein, und konnte so mit der Achten vom Weltcup in Lake Placid bis nach dem zweiten Sprung mithalten. Allerdings wurde ihr kurz vor der Ziellinie ein kleiner Fahrfehler, der zu einem Sturz führte, zum Verhängnis. Bichlmair verlor diesen Lauf somit gegen die spätere Siegerin. In den Läufen um die Plätze fünf bis sieben konnte sich die Lenggrieserin souverän gegen zwei weitere Amerikanerinnen durchsetzen, und errreichte im Endklassement den fünften Rang.

Erfreulich:
Renato Förster schaffte ebenfalls sehr gute Ergebnisse im starken Herrenfeld. In der Qualifikation für den Single Wettbewerb fuhr er, wie seine Mannschaftskollegin, auf den fünften Rang. Angesichts des Starterfeldes von 38 Herren war diese Platzierung ein großer Erfolg. Im Finallauf hatte der 17-jährige aus Ellhofen (Allgäu) dann leider Probleme nach der Landung seines ersten Sprunges. Renato fand nicht gleich wieder den Rhythmus und musste Abzüge in der Technikwertung hinnehmen. Im Endklassement belgete er den 13. Platz.
Im Parallelbewerb konnte er sich in seinem ersten Lauf gegen den Amerikaner Ramone Cooper durchsetzen. In seinem zweiten Lauf musste der Allgäuer gegen den späteren Sieger Tom Mazur aus Kanada antreten: Förster ging vom Start an ein hohes Risiko ein - nach seinem ersten Sprungmanöver, einem Helikopter mit Iron Cross, fand er nicht sofort wieder die Ideallinie. Dieser Fehler brachte den Amerikaner in die nächste Runde.

Damen Single Finale:
01. Hannah Kearney (USA) 24,97
02. Jessica Davis (USA) 23,28
03. Lauren Crawford (USA) 23,22
09. Veronika Bichlmair (GER) 20,65

Herren Single Finale:
01. Nobuyuki Nishi (JPN) 23,94
02. Tim Preston (USA) 23,69
03. Antoine Perrin (FRA) 23,31
13. Renato Förster (GER) 17,94

Damen Dual:
01. Hannah Kearney (USA)
02. Jessica Davis (USA)
03. Nadezhda Vaganova (RUS)
05. Veronika Bichlmair (GER)

Herren Dual:
01. Tom Mazur (CAN)
02. Takumi Ootani (JPN)
03. Ruslan Sharifullin (RUS)
09. Renato Förster (GER)