180 Teilnehmer aus 13 Nationen von Spanien bis Griechenland waren bei dem Wettbewerb im Rahmen des Austria Skitour Cups (ASTC) vertreten. Beim "Auffi muas i" ging es auch um Punkte für die Österreichische Meisterschaft und die ASTC-Gesamtwertung.
Die Sieger:
Am schnellsten bewältigte der Franzose Patrik Blanc nach dem Start um 07:30 Uhr die 16,2 Kilometer lange und über 1700 Höhenmeter führende Strecke. Seine Zeit: 01:29:08 Stunden. Sensationeller Zweiter wurde der Kärntner Alexander Lugger in 1:29:57 Stunden, vor dem Italiener Carlo Battel, 1:30:11 Stunden. Bei den Damen siegte Christina Favre aus der Schweiz (1:42:12 Stunden) vor Corinne Favre aus Frankreich (1:49:03 Stunden) und der Deutschen Judith Grassl (1:53:00 Stunden).

Die Strecke:
Die Strecke auf Grosseck und Speiereck führte zu 50 Prozent abseits der gesicherten Piste. Zusätzliche Tragepassagen, in denen die Ski in den Händen bzw. auf den Rucksack fixiert getragen werden mussten, verschärften die Anforderungen an die Athleten.

Lugger sehr stark:
Diese alpinen Bedingungen kamen dem Überraschungsmann Lugger sehr gelegen: "Die teilweise schwierigen Abfahrten kommen mir entgegen. Meine Form müsste passen", zeigte sich Lugger vor dem Rennen zuversichtlich. Zuschauer entlang der Strecke bekamen in der Folge einiges von Luggers Abfahrten geboten. Zeitweise übernahm er dabei sogar die Führung, musste sich aber bei den Aufstiegen dem enorm starken Vizeweltmeister Patrik Blanc geschlagen geben. Blanc führte das Feld mit klarem Vorsprung über den ersten Anstieg auf das Grosseck. Martin Hornegger, Titelverteidiger der Österreichischen Meisterschaft im Skibergsteigen (ÖM), und Markus Stock, führender in der aktuellen ÖM-Wertung, lagen hier noch knappe drei Minuten hinter Blanc. Besonders Hornegger fühlte sich gut in Form, wurde aber - neben anderen - Opfer eines bedauerlichen Fehlers.

Ärgerlich:
Die Strecke war unmittelbar vor dem Start von Offiziellen des internationalen Dachverbandes ISMC (International Council of Ski Mountaineering Competitions) noch angepasst worden. Eine Besichtigung war für die Sportler also nicht mehr möglich. In der Folge wurden einige in die falsche Richtung gelotst und verloren dadurch wertvolle Zeit. Neben Hornegger traf dies auch Franz Grassl vom Deutschen Nationalteam oder einen Adi Harrer.

Kein Risiko:
Hornegger erreichte dennoch als zweiter Österreicher das Ziel. In der Zeit von 1:32:47 Stunden lag er nur zwei Sekunden vor Markus Stock, der auf den schnellen Abfahrten nichts mehr riskieren wollte: "Ein Sturz würde die laufende Rennsaison gefährden". Simone Hornegger, die stärkste einheimische Dame, erreichte in 1:56:51 Stunden das Ziel und sicherte sich den siebten Platz.

Österreichische Meisterschaft:
In der Wertung zur Österreichischen Meisterschaft konnte Markus Stock seine Führung verteidigen. Hinter ihm liegt Martin Hornegger als Zweiter und Alexander Lugger auf der momentan dritten Stelle. Lugger konnte mit der Leistung in Mauterndorf das Punktemanko nach seinem Einbruch beim ASTC-Auftakt in Rußbach wieder wettmachen. Auf den Rängen Vier und Fünf liegen vorläufig Andreas Fischbacher und Stefan Kogler. In der ÖM-Damenwertung führt Simone Hornegger vor Renate Schwab und Alexandra Robl. In der hoch dotierten ASTC-Gesamtwertung führt Stock vor Miroslav Leitner, Slowakei, und Martin Hornegger. Bei den Damen liegt Simone Hornegger vor der Deutschen Traudl Maurer und Renate Schwab.
Beim „Turmsturm“ am 08. März am Semmering, dem ASTC-Finale, wird sich die Österreichische Meisterschaft entscheiden. Sie ist vor allem wichtig für die Entsendung der Athleten zur EM in der slowakischen Tatra Ende März 2003.

Starke Leistungen des deutschen Nationalteams:
Judith Grassl aus Berchtesgaden sicherte sich durch einer hervorragende Leistung in 1:53:00 Stunden den dritten Rang im Europacup-Wettbewerb. "Eine super Leistung von der Judith", zeigte sich auch Mannschaftsführer Stefan Winter beeindruckt: "Je alpiner die Strecke, desto stärker wird sie." Traudl Maurer wurde Achte. Sie lag diesmal nur knapp eine Minute hinter ihrer Dauer-Rivalin Simone Hornegger.
Franz Grassl, Berchtesgaden, sicherte sich mit 1:36:27 Stunden den 19. Rang in der EC-Wertung. Stefan Klinger (1:40:13 Stunden) und Tim Stachel (1:40:36 Stunden) lagen knapp zwei Minuten hinter ihm und belegten die Ränge 28 und 29. In 1:45:32 Stunden wurde Jörg Rauschenberger 42., Andreas Fischer erreichte mit der Zeit von 1:50:46 Stunden den 47. Rang.

"Auffi muas i"
Das Resümee des "Auffi muas i"-Rennens 2003 ist sehr positiv. "Wir haben uns im zweiten Jahr des Europacup-Wettbewerbes schon fest im internationalen Kalender etablieren können", freut sich der Chef des Organisationskomitees, Konrad Meindl, über den Erfolg. Von diesem Erfolg der Veranstaltung zeugten auch die Worte Robert Renzlers, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereines, bei der Siegerehrung: "Wir sahen heute ein großartiges Rennen! Verbandsmäßig sind wir noch nicht so gut organisiert wie Frankreich, Italien oder Spanien, aber ich hoffe man hat gesehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Dank an die Helfer:
Der Dank der Organisatoren gilt allen Helfern zur Organisation des Events in Mauterndorf, besonders auch den Österreichischen Bundesforsten, die diese selektive Streckenführung erlaubten, und jenen Soldaten der Strucker-Kaserne in Tamsweg, die unter Vizeleutnant Ferner bei den Vorarbeiten behilflich waren.