Zusammen mit Leni Nebel ist die ehemalige Kombinationsweltmeisterin Miriam Vogt (Morioka, 1993), die in der Zeit von 1990 bis 1993 achtmal auf einem Weltcuppodest stand, Organisatorin des Charity-"Schneekristall"-Riesenslalom. Die Neuauflage dieser Benefizveranstaltung kommt in diesem Jahr der 'Christiane-Herzog-Stiftung' und dem 'Förderverein Prosport Allgäu/Skinachwuchs des Bayerischen Skiverbandes' zugute.

Ski2b:
Frau Vogt, im Rahmen des kommenden alpinen Weltcup-Wochenendes werden Sie in Garmisch-Partenkirchen ein traditionsreiches Benefizrennen wieder aufleben lassen - was steht hinter dieser Veranstaltung?
Miriam Vogt:
Das Schneekristall-Rennen wurde seit den späten 60er Jahren in Bad Wiessee unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Josef Ertl, ausgetragen; schnell entwickelte sich das 'Skiderby' auf dem Sonnenbichl-Hang zu einer in höchstem Maße anerkannten gesellschaftlichen Veranstaltung - ein überregionales Highlight des Wintersports. Seitdem nutzten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens das Rennen als Treffpunkt und Kontaktplattform. Auch und gerade, um den hinter der Veranstaltung stehenden Benefiz-Gedanken nach außen zu tragen. Seit einem guten Jahrzehnt aber findet das 'Skiderby' nich mehr statt. Nicht zuletzt deshalb, weil der Sonnenbichl-Hang über keine künstlichen Beschneiungsanlagen verfügte und das Wetter wiederholt Rennen ausfallen ließ. Jetzt steht eine Neuauflage in Garmisch-Partenkirchen unmittelbar bevor, nachdem ein erster Kontakt im Hinblick auf die Organisation mit Leni Nebel (Mittenwald) bereits 2002 stattgefunden hatte.

Ski2b:
Was ist für den 21. Februar geplant, wer sind Ihre Benefizpartner? Können Sie uns einige Persönlichkeiten nennen, die am Rennen teilnehmen werden?
Miriam Vogt:
Im Rahmen der Skiweltcup-Woche in Garmisch-Partenkirchen ist das 'Schnee-Kristall-Rennen' ein weiteres Highlight. Es soll fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders werden. Am 21. Februar messen sich geladene Persönlichkeiten aus den Bereichen Sport, Kultur, Politik und Wirtschaft bei einem Riesenslalom-Wettkampf - unter ihnen die ehemaligen internationalen Spitzensportler Marile Epple (alpin, Prosport Allgäu), Frank Wörndl (alpin), Heidi Biebl (alpin), Tatjana Mittermayer (Freestyle), Hans Müller (Fußball), Claudia Kohde Kilsch (Tennis), Ulrike Meyfarth (Hochsprung) und Christian Schenk (Zehnkampf). Insgesamt haben wir 85 Startplätze vergeben. Die Schirmherrschaft hat Monika Hohlmeier inne, seit 06. Oktober 1998 ist sie Bayerns Staatsministerin für Unterricht und Kultus. Auch für den abschließenden Gala-Abend liegen Zusagen namhafter Persönlichkeiten aus Politik und Sport vor. Ziel des Rennens und des Rahmenprogramms ist es, möglichst vielen Menschen die Arbeit unserer diesjährigen Benefizpartner näher zu bringen - der gesamte Erlös geht an zwei wohltätige Einrichtungen: Die 'Christiane-Herzog-Stiftung' unterstützt Mukoviszidose-Kranke, von denen ebenfalls einige am Rennen teilnehmen werden, und der Förderverein Prosport Allgäu kümmert sich, wie es im zweiten Namensteil der Einrichtung heißt, um den Skinachwuchs des Bayerischen Skiverbandes.

Ski2b:
Für diese vorbildliche Veranstaltung wünschen wir Ihnen alles Gute. Erlauben Sie einen Themenwechsel: Sie selbst sind mindestens drei Jahre lang sehr erfolgreich im Weltcup für den DSV Ski gefahren (1990-1993); zwei Olympiateilnahmen (1992 und 1994) und die Weltmeisterschaft in Morioka Shizukuishi (Japan, 1993), wo sie den Titel in der Kombinationswertung gewannen, stehen zu Buche. Wie beurteilen Sie das Abschneiden der Aktiven und die Situation des Deutschen Skiverbandes nach der WM in St. Moritz?
Miriam Vogt:
Das erreichte Ergebnis ist, wie es die Medien beschreiben, ein Misserfolg - der aber für mich nicht überraschend kommt. Er ist Folge und Endprodukt mehrerer einzelner Fehler: In der Kritik stehen die Trainer, doch wir müssen auch über die Aktiven sprechen, und den Verband, der über beiden steht. Zu den Trainern: Ich glaube nicht, dass ein Trainer des DSV nur mit Sachkompetenz zum Erfolg kommt. Gefordert ist zusätzlich eine hohe soziale Kompetenz im Hinblick auf die Wissensvermittlung und die Fähigkeit, Athleten zu führen - wir müssen unsere Trainer weiter und noch mehr darin schulen, ihr Wissen in der Sache kompetent und konsequent weiter zu geben. Dazu bedarf es auf der anderen Seite Athletinnen und Athleten, die mehr können müssen, als von Rot nach Blau zu fahren. Gefragt sind junge Persönlichkeiten, die mit Sieg und Niederlage umgehen können, die konsequent in ihrer Arbeits- und Trainingsweise sind - Selbstmotivation ist primär Sache der Aktiven, aber auch der Trainer. Will sagen: In einigen Bereichen benötigen die Trainer mehr Kompetenz und die Fahrerinnen und Fahrer mehr Willen, um den Weg bis ganz oben zu gehen.

Ski2b:
Glauben Sie, dass diese Situation strukturelle Folgen für den DSV haben wird?
Miriam Vogt:
Wenn der Verband sich jetzt nicht bewegt, wann dann? Natürlich sind die Ergebnisse dieser alpinen Weltmeisterschaft enttäuschend - 'a regelrechte Watschen'. Sie sorgen aber gleichzeitig für eine Situation, die man als Chance begreifen und nutzen kann: Je höher der Leidensdruck ist, desto mehr Mut entsteht für echte Richtungsentscheidungen. Derzeit liegen Biathlon und Skispringen höher in der Publikumsgunst als der Alpinsport. Doch der Zuspruch durch die Zuschauer ist nicht das einzige Kriterium, das das Handeln des DSV beeinflussen darf: Wesentlich mehr Sportler sind im Alpinbereich als im Biathlon oder Skispringen aktiv; das heißt: Alpinsport ist der Massensport, und der Verband muss überlegen, wie er dies für sich nutzen will - welche Strategie will er in Zukunft fahren? Was dem derzeitigen DSV-Alpinkader in jedem Falle fehlt, ist die positive Dynamik, die in einer größeren, leistungsstarken Mannschaft auf alle fördernd wirkt. Alleine fällt vieles schwerer. Um in Zukunft Erfolg zu produzieren, ist eine starke Nachwuchsarbeit erforderlich, das heißt: Die Athleten müssen technisch hervorragend ausgebildet und stark in ihrem Charakter sein, um den Weg in den Leistungssport mit Freude gehen zu können. Und an dieser Stelle wären wir wieder an der vorherigen Frage angelangt, dass Trainer mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz, die auch ein gesundes Maß an Besessenheit aufweisen, benötigt werden.

Ski2b:
Danke für das Interview.
Miriam Vogt:
Gern geschehen.

Miriam Vogt ist heute stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Skiverbandes und Geschäftsführerin eines Instituts, das im Bereich der Personalentwicklung tätig ist. Wir danken ihr, dass sie kurzfristig vor dem 'Schnee-Kristall-Rennen' für ein Interview zur Verfügung stand.

Partnerschaften 'Schnee Kristall':
Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen
Autohaus Hornung
Franziskaner
Fischer Ski (50 Paar Testski)
Konditorei Krönner (www.kultur-im-kaffeehaus.de)
Rieß Druck
Renaissance Riessersee Hotel (www.r-r-h.de, Gala-Abend)
IQ4you – Das Kultgetränk von morgen

Information und Kontakt 'Schnee Kristall':
web: www.schneekristall-ski.de
Miriam Vogt
fon: 08822 93 21 90
fax: 08822 93 21 99
mobil: 0163 889 78 93
mail: IMV.Institut.Kapfinger.Vogt@t-online.de
Leni Nebel
fon: 08821 58602
mobil: 0171 35 44 193
mail: leninebel@t-online.de