Extrem anspruchsvolle Bedingungen erwarteten die Buckelpistenfahrer beim ersten Weltcup der Japanserie in Inawashiro.

Die Strecke:
Die Wettkampfstrecke beginnt mit 36 Grad Gefälle im Teilstück bis zum oberen Sprung sehr steil, wird dann zwischen den Sprüngen etwas flacher und läuft zum Ziel hin langsam auf angenehme 24 Grad aus - so ergibt sich bei einer Länge von 215 Metern eine durchschnittliche Steilheit von knapp 30 Grad.

Das Wetter:
Heftige Regenfälle hatten den Schnee in der letzten Woche dermaßen stark durchnässt, das die Hangpartie oberhalb des Startgeländes auf der Grasnarbe abgerutscht war und der Wettkampf aus Sicherheitsgründen fast ausgefallen wäre. Durch die kälteren Temperaturen der letzten Tage und viel Handarbeit vom Organisationsteam stabilisierten sich die Schneemassen glücklicherweise, so das der Weltcup mit Vorlauf am Freitag und Finale am Samstag planmäßig durchgeführt werden konnte.

Anspruchsvolle Piste:
Die 26 Damen und 34 Herren mussten bereits im Training in den unrhythmischen, äußerst schwierig zu fahrenden, großen, teilweise sehr harten dann wieder weichen Buckeln außerordentlich kämpfen, um überhaut eine Fahrt ohne Sturz oder groben Fehler ins Ziel zu bringen. Die Jury hatte sich aufgrund der äußeren Bedingungen für einen geänderten Zeitplan entschieden. Das Training wurde normal durchgeführt, dann präparierte man die Piste und startete den Wettkampf der Herren. Nach den Herren wurde die Piste erneut präpariert und hiernach waren dann die Damen an der Reihe. Die Jury hoffte, das die Tageserwärmung die Flächen zwischen den Buckeln etwas weicher und somit besser fahrbar für die Damen machen würde. Von daher war klar, dass diejenigen, die einen Lauf ohne großes Risiko, mit den wenigsten Fehlern und sicheren, sauberen Sprünge ins Ziel bringen, im Finale der Besten Zwölf am Samstag an den Start gehen dürfen.

Jenny Kittstein:
Jenny Kittstein vom SC Garmisch ging als 20. sehr spät im Damenfeld an den Start. Ihre Taktik für dieses Rennen war mit einfachen Sprüngen, die leicht zu landen sind, eine sichere Fahrt ins Ziel zu bringen. Leider blieb die Sportsoldatin vor der ersten Schanze an einem der mittlerweile sehr großen Buckeln mit dem Stock hängen, kam aus dem Gleichgewicht und stürzte zwei Buckel später. Sie beendete ihren Lauf, den die Kampfrichter mit 9,10 Punkten bewerteten, noch mit beiden Sprüngen, hatte aber natürlich keine Chance mehr auf ein gute Platzierung.

Grischa Weber:
Der Tiefenbacher Grischa Weber hatte viel Glück in der Auslosung und startete früh mit Nummer Neun ins Rennen. Der Sportsoldat konnte diesen Vorteil jedoch nicht nutzen. Nachdem er im oberen Abschnitt sehr gut mit den wechselnden Bedingungen zurecht gekommen war, schaffte er es nicht, seinen Helikopter punktgenau zu landen und den Rhythmus wieder aufzunehmen. Grischa versuchte zwar noch den Lauf zu retten, musste dann aber die Piste verlassen, um einen groben Sturz zu verhindern.

Gerhard Blöchl:
Gerhard Blöchl vom ESV Mitterskirchen hatte sich trotz der schwierigen Verhältnisse entschieden, am oberen Sprung seinen Sideflip zu zeigen. Im Training landete er die anderen Sprünge aus seinem Repertoire nicht sicherer, so dass dies für ihn kein erhöhtes Risiko bedeutete. Im Wettkampf konnte sich Gerhard nicht schnell genug auf die wechselnden Bedingungen einstellen, folglich brachte ihn einer der großen, weichen Buckel vor dem ersten Sprung aus dem Rhythmus. Der Sideflip klappte gut, doch in der Weiterfahrt wurde er so schnell, dass er den zweiten Sprung nicht ausführen konnte und in der Landung stürzte.

Christoph Stark :
Der Sportsoldat Christoph Stark ging als letzter DSV-Starter in den Vorlauf. Er konnte als einziger Deutscher seine Fahrt mit einem Doppeltwistgrätsche oben und einer Duffytwistgrätsche unten sturz- aber nicht fehlerfrei ins Ziel bringen. Einer der großen Buckel vor der zweiten Schanze hebelte ihn so stark aus, dass er das Manöver nicht mehr richtig ausführen konnte. Hierfür kassierte er sowohl in der Sprungwertung als auch bei der Technik große Abzüge - die Wertung von 20,75 Punkten reichte nur für den 22. Platz.