Der WM-Riesenslalom der Damen fand bei besten Bedingungen auf der Engiadina-Strecke statt. Sonnenschein pur begleitete die 64 Finalteilnehmerinnen des zweiten Durchgangs auf dem Weg ins Tal zu Gold, Silber, Bronze oder zu einem Platz dahinter.

Slalom-Weltmeisterin nun auch RS-Königin:
Anja Paerson aus Schweden hat es geschafft. Die Slalom-Weltmeisterin von St. Anton 2001 holte sich souverän nun auch den Weltmeistertitel im Riesenslalom. In der Gesamtzeit von 02:30,97 Min. fuhr sie die Konkurrenz förmlich in Grund und Boden. Silber ging überraschend an die Italienerin Denise Karbon (02:32,52 Min.), Bronze sicherte sich die Kanadierin Allison Forsyth in der Zeit von 02:32,76 Minuten. Die Super-G-Weltmeisterin Michaela Dorfmeister aus Österreich schrammte um 7/100 Sekunden an Edelmetall vorbei.

Paerson schon zur 'Halbzeit' in der Goldspur:
Der Schwedin Anja Paerson gelang schon am Morgen der beste Lauf beim ersten Durchgang des WM-Riesenslaloms der Damen. Die Slalom-Weltmeisterin von St. Anton 2001 führte in der Zeit von 01:19.21 Min. vor der Kanadierin Allison Forsyth (01:19.33 Min.) und der Slowenin Tina Maze, die für den 48 Tore langen Parcours 01:19,64 Min. benötigte, im Finale aber auf Platz Fünf zurückfiel.

Die Alt-Weltmeisterin Sonja Nef mit Fehlern:
Die Riesenslalom-Weltmeisterin von St. Anton 2001, Sonja Nef, hat ihre Chancen auf die Titelverteidigung möglicherweise an einem einzigen Tor je Durchgang verspielt. Dort blieb der Milka-Skistar bereits im ersten Durchgang mit dem Körper an der Stange hängen, kam von der Ideallinie ab und verlor im anschließenden Flachstück viel Zeit. Im Finale verlor die Schweizerin bei einem ähnlichen Fehler sogar den rechten Skistock. Am Ende sprang der für Nef enttäuschende neunte Platz heraus.

Martina Ertl mit Schlopy-Effekt der Marke 'light':
Martina Ertl aus Lenggries gelang nach einem sehr durchschnittlichen ersten Lauf ein deutlich besserer Final-Durchgang. Am Morgen kam Ertl gar nicht in Schwung, ließ im ersten Durchgang viel Zeit liegen und musste von Platz 16 aus die Aufholjagd aufnehmen. Die Deutsche fuhr voll auf Angriff, bewies Nervenstärke und stoppte damit als Zehnte etwas den Abwärtstrend im DSV-Team. Medaillen für den DSV bleiben dennoch weiter Fehlanzeige.

Gerg durchwachsen - Riesch auf dem Bauch:
Die beiden anderen DSV-Starterinnen erlebten das Rennen aus unterschiedlichen Perspektiven. Annemarie Gerg konnte nicht für eine positive Überraschung sorgen und blieb im Rahmen der erwarteten Möglichkeiten. Am Ende lag sie auf Rang 21 - also eher hinten. Von unten - genauer bauchwärts - schaute sich Maria Riesch einen Teil der Strecke an. Nach einem Innenskifehler rutschte sieschon im ersten Durchgang auf dem Bauch liegend gut 100 Meter ins Tal. Im oberen Streckenabschnitt hatte die junge Deutsche allerdings sehr aussichtsreich im Rennen gelegen.

80 Starterinnen - 29 ausgeschieden:
Auch bei den Damen herrschte vor dem WM-Riesenslalom oben am Starthaus rege Betriebsamkeit. Zwar waren am Vortag bei den Herren mit 127 Startern deutlich mehr Aktive gemeldet gewesen, aber auch das 80-Köpfe zählende Damenfeld ist im Vergleich zu normalen Weltcupveranstaltungen schon gigantisch. Fahrerinnen selbst aus Brasilien nahmen am ersten Durchgang teil. Gleich 29 hatte es allerdings vorzeitig erwischt - sie schieden aus. Darunter auch so bekannte Namen wie Alexandra Meissnitzer und Maria Jose Rienda-Contreras.