Der WM-Riesenslalom der Herren fand vor der eindrucksvollen Kulisse von 27.000 Zuschauern auf der Engiadina-Strecke von St. Moritz statt. Den Zuschauern wurde ein echtes Ski-Spektakel geboten, allerdings mit Happy End aus US-amerikanischer Sicht. Die Eidgenossen gingen indes leer aus.

Miller neuer RS-Weltmeister - Schlopy holt Bronze:
Bode Miller ist schon jetzt der Held der Ski-WM. Nach Super-G-Silber und Kombi-Gold folgte am Mittwoch im Riesenslalom der dritte Streich. Der US-Amerikaner siegte in der Gesamtzeit von 02:45,93 Min. denkbar knapp vor dem Österreicher Hans Knauss (02:45.96 Min.) und Erik Schlopy (USA/02:45.97 Min.), der vom 23. Platz auf Bronze vorfahren konnte. Auch auf dem vierten und fünften Platz landeten mit Ales Gorza (Slowenien) und Aksel Lund Svindal (Norwegen) zwei Außenseiter.

Weltmeister und Olympiasieger geschlagen:
Riesenslalom-Weltmeister Michael von Grünigen aus der Schweiz konnte seinen Traum von der Titelverteidigung nicht in die Tat umsetzen. Er wurde am Ende Siebter. Noch schlimmer erwischte es den Riesenslalom-Olympiasieger Stephan Eberharter, der mit Platz 23 eine herbe Niederlage einstecken musste.

Hans Knauss zur Halbzeit auf Platz Eins:
Der erste Durchgang des Riesenslaloms stand ganz im Zeichen des Feingefühls; denn das war auf der extrem langen, aber nicht sonderlich anspruchsvollen Riesenslalomstrecke gefragt. Der Österreicher Hans Knauss kam mit dem aggressiven Schnee zunächst bestens zurecht und führte das Feld vor dem Finale in der Zeit von 01:18,76 Min. deutlich vor seinem Landsmann Benjamin Raich (01:19,33 Min.) und dem amtierenden Weltmeister Michael von Grünigen aus der Schweiz (01:19,34 Min.) an.

DSV-Trio chancenlos:
Die drei DSV-Läufer konnten nicht in den Kampf um die Bestzeiten eingreifen. Andreas Ertl, derzeit bester deutscher Techniker, schied schon im ersten Durchgang aus. Die beiden Nachwuchsfahrer Christian Wanninger (Platz 34, 02:53,49 Min.) und Felix Neureuther (Platz 35, 02:53,55 Min.) sollten erste WM-Erfahrungen sammeln.

Beste Bedingungen - 127 Starter:
Bei strahlendem Sonnenschein und besten äußeren Bedingungen stellten sich am frühen Mittwochmorgen 127 Fahrer der Riesenslalom-Aufgabe. Die zahlreichen Fans (27.000!) feuerten auch die Fahrer aus dem Libanon und dem Senegal an. Die Rückstände beliefen sich teilweise auf über 30 Sekunden je Lauf; aber hier zählt wohl in erster Linie das Dabeisein.

Stimmen:
Bode Miller:
"Wenn Erik gut fährt, dann kann man auf ihn keine Zeit gutmachen. Daher musste ich meinen Vorsprung vor ihm verteidigen. Heute wird gefeiert."

Erik Schlopy:
"Nach dem ersten Durchgang habe ich nicht mehr an eine Medaille geglaubt. Daher war ich im Finale ganz ruhig, habe das Rennen nur für mich absolviert und einen Traumlauf erwischt."