Alle Welt spricht über das DSV-Skiteam und fehlende Leistungen bei der WM. Sankt Max hat sich einmal auf Stimmenfang begeben. Ein Hinweis in eigener Sache: Die folgenden Zitate sind selektiv, spiegeln keine mehrheitliche Meinung wieder und manchmal besonders nicht die von Sankt Max.

Thomas Pfüller, Sportdirektor des DSV:
"Wir müssen in der Führungsstruktur eine ganze Menge Dinge ändern. Wir haben lauter kleine Königreiche im Ski alpin. [...] Das ist uns aus den Händen geglitten. [...] Die Fehler wurden vor vier oder fünf Jahren gemacht, nicht jetzt. Nur weil die WM bislang enttäuschend lief, stelle ich doch nicht die Trainer in Frage." Sankt Max: Ach so, aber die Athleten? "Wir werden nach der Saison überlegen, ob und mit wem man im Weltcup auftritt. [...] Da brauchen wir keine Lehrgänge mehr in Chile oder Neuseeland zu machen. Da werden wir Gelder einsparen, das heißt, wir werden es auf den Nachwuchs umschichten. Und ich denke, das ist auch richtig."

Gian-Franco Kaspar, Präsident des FIS:
"Wir haben in Deutschland eine katastrophale Situation, das muss man klar sagen. Wir haben vor allem bei den Herren keine Mannschaft, damit ist das Interesse stark zurückgegangen. Deutschland ist der größte Markt, ohne Deutschland geht nicht viel. Gott sei Dank haben wir in Deutschland den Skisprung, damit gleicht sich das etwas aus." Sankt Max: Tja, und ohne Moos nix los. wer bezahlt denn sonst eure Gehälter?

Wolfgang Maier, Damen-Cheftrainer des DSV:
"Wir streiten uns nicht, wir hacken uns auch nicht die Augen aus. Es wird nicht so sein, dass wir aufeinander losgehen."
Sankt Max: War hier etwa der Wunsch Vater des Gedanken?

Christa Kinshofer, ehemalige DSV-Athletin:
"Warum füllt der DSV nicht in jedem Rennen die volle Quote von vier Startern aus? Ich kam mit 13 in den Weltcup und habe viel von den Älteren gelernt. Man hat doch bei Maria Riesch gesehen, dass der Nachwuchs, wenn er gefordert wird, auch Leistung bringt." Sankt Max kann dem nur zustimmen.

Bild-Zeitung:
"Die deutsche Ski-Reisegruppe, bestehend aus 8 Herren und 7 Damen, wohnt im schönen Vier-Sterne-Hotel 'Chrystal' direkt am Hauptplatz. Da ist abends immer was los u.a. die Medaillen-Vergabe für die Sieger. Eine Attraktion, die unsere Fahrer aus ihrem Hotelzimmer gut beobachten können." Sankt Max: Vielen Dank an dieser Stelle für den sensiblen und fachkompetenten Kommentar eines Bild-Redakteurs - man merkt gar nicht, dass er sich normalerweise eher mit nackten Tatsachen anstatt vermummten Skiathletinnen beschäftigt.

Christian Neureuther, Ex-DSV-Star und Ehemann von Rosi:
"Es fehlt an kompetenten Leuten im DSV. Nach Wasmeiers Rücktritt 1994 hat man versäumt, ehemalige Rennläufer zu integrieren. Es kann nicht das Ziel des DSV sein, ausländische Läufer zu holen und damit die eigene Schwäche zu verdecken." Sankt Max: Und so einer wie der Wasmeier rächt sich beim DSV durch böse Worte ...

Rosi Mittermaier, Olympiasiegerin, Mutter von Felix:
"Es fehlen die großen Idole, die der Jugend zeigen, wie schön Ski-Rennsport ist. Es ist eine große Freude in der Natur zu sein. Ich lasse auch die Ausrede nicht gelten, dass wir zu wenig Berge haben. Katja Seitzinger ist im Flachland aufgewachsen. Der Verband muss an der Basis anfangen." Sankt Max: Und bald kommen Strobl und Co. - da haben wir wieder reichlich Idole.

Markus Wasmeier, Ex-DSV-Star:
"Was soll ich das da noch groß kritisieren, es bringt eh nix. [...] Präsident Schröcksnadel ist ein eiskalter Geschäftsmann, solch einen Typen bräuchten wir auch bei uns. [...] Ich habe genügend Ideen und Visionen. Aber eine Aufgabe dieser Größenordnung würde ich mir nicht zutrauen" [...] Unsere sind alle zu brav, das sind keine Stuntman-Typen. [...] Es gibt keinen richtigen Sport-Unterricht mehr, das ist nur noch Larifari. Die Kinder sind übergewichtig und die Lehrer wissen nicht, dass Sport eine Lebensschule sein kann." Sankt Max: Mag der Wasmeier den liebenswert harmonischen deutschen Ski-Klüngel etwa nicht?

Walter Vogel, Alpin-Sportdirektor des DSV:
"Man kann sich nicht am ÖSV orientieren. Die haben eine andere Basis und ein anderes System. [...] Wir müssen die Keimzellen des Nachwuchssportes verbessern", Sankt Max: Meint der etwa, Neureuther und Mittermaier müssen ein weiteres Kind zeugen? Oder Wasmeier und Seitzinger?

Felix Neureuther, Sohn von Christian N.:
"Diese Saison bin ich oft ausgeschieden, aber das liegt bei uns in der Familie. [...] Ich hole mir Tipps vom Papa für das Skifahren, von der Mama aber nur, wenn es ums Kochen geht." Sankt Max: Keck ist das Nachwuchstalent des DSV ohne Zweifel - und er schafft es beim Riesenslalom bis ins Ziel, seine Vater hingegen, trotz Skilegendenstatus, bei der WM 1974 nicht. Ich kann keinen 'fehlenden Nachwuchs' sehen .. soll der Herr Pfüller 'mal seine Gelder auf ihn umschichten ... immerhin setzt Felix die richtigen Prioritäten, denn das 'Drumherum' ist manchmal wichtiger als Medaillen:
"Das ist klasse hier. Gleich als wir ankamen, standen da zwei Superhasen vor der Tür."