In den Medien wird zusehends umfangreicher über Sportveranstaltungen berichtet; dieser Unterhaltungsbereich hat die anderen 'Unterhalter' wie Musik, Mode, Kultur oder Touristik bereits seit einigen Jahren in den Schatten gestellt. Warum?

Weil der Sport das Antlitz einer Gesellschaft beängstigend präzise widerspiegelt: Im Zentrum steht Leistung - Triumph neben der Niederlage, Hoffnung neben der Enttäuschung, Spannung neben der Erlösung, Leiden neben der Wonne. Kurz: Träume im Konzentrat, wie im Alltag unserer Gesellschaft auch. Das Besondere: Die Leistung wird im Sport exakt gemessen, sie drückt sich in Hundertstel Sekunden oder in Millimetern aus und erreicht schließlich ein konkretes Abbild in Form von Ranglisten und Podestplätzen mit Siegern und Verlierern.

Das sorgt für Spannung und Faszination - wie bei der Frage, ob Hermann Maier sich noch für die WM qualifizieren kann, oder was er dort wird erreichen können, und eben auch für Enttäuschung und Ärger - wie bei Josef Strobl, der, die WM schon sicher vor Augen, doch noch passen musste. Die Massen jubeln mit dem Hermann und grämen sich mit dem Peppi - viel Emotion und Identifikation befinden sich im Raum der kollektiven Träume.

Mit Sensibilität und kritischer Distanz kann auch der Sportjournalismus gut über die Zusammenhänge seines Metiers berichten.