Was für ein WM-Auftakt in St. Moritz (Schweiz). Die Herren boten gleich am ersten Wettkampftag den über 10.000 begeisterten Zuschauern im Zielstadion der Coviglia-Piste ein Ski-Spektakel der Sonderklasse. Die Super-G-Entscheidung geriet zum Renn-Krimi.

Eberharter in der Goldspur - zweimal Silber:
Der Sieg auf der absolut WM-würdigen und äußerst anspruchsvollen Piste ging an den überragenden Österreicher Stephan Eberharter. Der Zillertaler war mit der Startnummer 30 als letzter der Favoriten gestartet und gewann in der Zeit von 01:38,80 Min. vor den zeitgleichen Bode Miller (USA) und Milka-Skistar Hermann Maier (AUT), die in 01:39,57 Min. das Ziel erreichten. Der undankbare vierte Platz ging an den besten Schweizer Ambrosi Hoffmann, der den Sprung auf das Siegertreppchen um 4/100 Sekunden verpasste.

DSV-Fahrer ohne Chancen:
Chancenlos waren die beiden DSV-Teilnehmer Stefan Stankalla und Max Rauffer. Rauffer musste quasi als Testpilot mit der Startnummer Zwei auf die Strecke und schied nach einem Fahrfehler vorzeitig aus. Stefan Stankalla kämpfte sich zwar die wellige und kurvenreiche Piste ins Ziel hinab, musste sich aber nach fehlerhafter Fahrt in der Zeit von 1:41,28 Min. mit dem enttäuschenden 23. Platz zufrieden geben - einen Platz hinter dem entthronten Weltmeister von St. Anton 2001 Daron Rahlves (USA), der einen völlig misslungenen Lauf hatte.

Stimmen:
Stephan Eberharter: "Ich war total locker, habe mich gefühlt wie vor dem Olympia-Riesentorlauf in Salt Lake, alles hat perfekt funktioniert. Es hat sicher geholfen, dass ich im Vorjahr hier war. Mir ist im Ziel jedenfalls ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Hermann muss nicht traurig sein. Sein Comeback ist mehr als jemand erwarten durfte."

Bode Miller: "Ich bin nicht überrascht über Silber. Ich bin topfit, wollte gewinnen, hatte aber nicht den besten Lauf. da waren einfach zu viele Fehler drin - ich muss zufrieden sein. Gratulation an Stephan."

Hermann Maier: "Ganz schön, Silber gewonnen zu haben; doch es war noch mehr möglich - denn oben bin ich super gefahren, unten habe ich Speed rausgenommen und war zu rund - das war ein großer Fehler."

Max Rauffer: "Ich hatte als Nummer zwei keine Zeit mehr mit den Trainern Rücksprache zu halten - der Sprung oben ging weiter, als bei der besichtigung angenommen. Der Lauf ist tückisch. Jetzt ist die Enttäuschung groß."

Stefan Stankalla: "Ich habe bei einer welle einen Schlag auf den innenski bekommen und so die Linie verloren. Leider habe ich insgesamt drei Fehler gemacht. Ich habe es versucht, bin aber enttäuscht."