Ski2b.com: Herzlichen Glückwunsch zur WM-Teilnahme. Wie hoch war eigentlich der Puls vor dem Super-G in Kitzbühel? Dort ging es ja definitiv um das Ticket für die WM in St. Moritz.
Stefan Stankalla: Der Puls war am Anschlag, ich war ziemlich nervös vor dem Rennen, da der Druck schon groß war. Ich musste meinen 16. Platz beim Super-G von Gröden noch einmal mit einem guten Ergebnis untermauern. Ich hab die Flucht nach vorne angetreten und es hat geklappt.

Ski2b: Am kommenden Sonntag um 12.30 Uhr gilt es also jetzt. Gleich das erste WM-Rennen wird der Super-G sein. Wie sieht der WM-Countdown bei Dir aus?
Stefan: Jetzt geht es nach Gröden, dort trainieren wir mit den Norwegern zusammen Super-G und Riesenslalom. Freitag fahren wir dann nach St. Moritz, Samstag ist die Hangbegehung und am Sonntag zählt es dann!

Ski2b: Dürfen die deutschen Skifans dann mit einer riesigen Überraschung rechnen?
Stefan: Also eine genaue Platzierung nehme ich mir nicht vor. Ich will einfach ein geiles Rennen fahren, voll angreifen und mich richtig reinhängen. Dann wird man im Ziel sehen was dabei herausgekommen ist. Bei der WM in Vail 1999 bin ich im Super-G 20. gewesen, in St. Anton 2001 21. Besser sollte es jetzt in jedem Fall werden.

Ski2b: Wie sieht es mit der WM-Abfahrt aus?
Stefan: Ich werde jetzt noch Materialtests durchführen. Beim Super-G passt es schon recht gut, in der Abfahrt sind noch Teilabschnitte dabei wo es gar nicht läuft.

Ski2b: In den letzten Tagen gab es ja eigentlich im skialpinen Weltcup nur ein Thema: Hermann Maier! Was sagst Du zu seinem Comeback, wie bewertet ihr Aktiven untereinander Maiers Leistungen?
Stefan: Bis vor einem Monat hätte ich gewettet, dass Maier niemals wieder Weltcuprennen fahren würde. Doch das jetzt ist der pure Wahnsinn. Ich ziehe meinen Hut vor Hermann. Ohne den Sieg beim Super-G wäre Maier gewiss nicht bei der WM dabei gewesen. Der Konkurrenzdruck ist beim ÖSV gewaltig und ohne Ergebnisse hätten sie auch einen Hermann Maier nicht nominieren können. Doch er hat alle Zweifel beseitigt.

Ski2b: Beim DSV kann man nur neidisch auf die Menge an Topfahrern im ÖSV blicken. Wie siehst Du die Situation in eurem Team?
Stefan: In Österreich ist Skialpin Nationalsport. Die Auswahl ist gigantisch dort. Am ÖSV können wir uns nicht messen lassen. Aber ich persönlich würde mir bei uns schon ein Team von fünf Fahrern auf Weltcupniveau wünschen. Es gibt jetzt einige junge Fahrer bei uns. Sie sind jetzt genau an dem Punkt, der zeigen wird, ob sie den nächsten Sprung schaffen werden oder nicht. Es würde die Dynamik im Team enorm steigern.

Ski2b: Zurück zur WM - können die Gastgeber aus der Schweiz mit den Österreichern mithalten und wie wird das deutsche Team abschneiden?
Stefan: Ich hoffe, dass auch andere Nationen bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden können und nicht alles an Österreich geht. In unserem Team haben wir speziell bei den Damen zwei heiße Eisen im Feuer.

Ski2b: Wagst Du einen Tipp für das WM-Rennen im Super-G am Sonntag?
Stefan: Alle Österreicher sind für mich Favoriten, dazu Didier Cuche aus der Schweiz und Marco Büchel aus Liechtenstein. Der ist für solche Großereignisse genau der coole Typ den es braucht.

Ski2b: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der WM.
Stefan: Danke.