Neben einem Mario Matt oder Kilian Albrecht hat Benjamin Raich Pate gestanden für die neue, junge Garde unbekümmerter Burschen, die in Österreich für eine Verschiebung der Bedeutung der einzelnen alpinen Disziplinen geführt hat. Benni Raich, geboren am 28.02.1978, hat den Slalom in den Kult-Status erhoben. Bei der Weltmeisterschaft in St. Anton standen über 50.000 Menschen am Hang und feuerten die rot-weiß-roten Hasardeure auf ihrem gewagten Ritt durch den Kippstangenwald frenetisch an. Galt nicht immer die Abfahrt als Königsdisziplin? Wie erklärt sich das alljährliche Spektakel in Schladming, bei dem Raich heuer Zweiter wurde?

In Austria den Popstars gleich:
Der Fahrstil auf den kurzen Carvern ist kompromisslos, das Risiko eines Ausfalls ständiger Begleiter. Mit dieser 'Berufsauffassung' lassen sich die Massen begeistern. Es gibt kein Taktieren, kein Zögern mehr. Wer heute einen Weltcupslalom oder einen olympischen Slalom gewinnen will, der muss neben dem Talent und dem Können auch eine Portion Zockermentalität mitbringen. Benjamin Raich kann darauf zurückgreifen und der Österreicher hat sich in der Weltspitze etabliert.

Vize-Weltmeister und Olympia-Dritter:
Der Tiroler hat es schon zu etwas gebracht. Nach dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft im Spezial-Slalom bei der WM 2001 in St. Anton, holte sich der Pitztaler gleich bei seinem ersten Olympiaauftritt in Snowbasin 2002 die Bronzemedaille in der Kombination. Weitere Erfolge werden sich einstellen.

Raich über seine Kombi-Bronzemedaille:
"Die Idee zum Kombistart war eine Gemeinschaftsproduktion. Im Vorjahr war ich im Slalom so gut drauf, dass ich mich auf die technischen Disziplinen in Ruhe vorbereiten wollte. Heuer war tatsächlich der Hintergedanke dabei, dass ich mir Selbstvertrauen holen kann. Ich war nicht nervös, denn ich wusste ja, dass ich es kann."

Steckbrief:
Geboren: 28.02.1978
Nation: Österreich
Heimatverein: SV Leins/Pitztal
Größe: 181cm
Gewicht: 75kg
web: www.raich.at

Ausrüster:
Ski: Atomic
Bindung: Atomic
Schuhe: Lange
Helm: Briko
Brille: Briko

Erfolge:
1996 errang Benjamin Raich den Slalomtitel bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Ein Jahr später holte er bei derselben Veranstaltung den Titel im Riesenslalom. 1998 folgten mit einem zehnten Rang beim Weltcup-Riesenslalom in Crans Montana (SUI) bei Raichs erstem Weltcupstart auch gleich die ersten Weltcuppunkte. Den ersten Podestplatz gab es 1999 für einen dritten Rang im Slalom von Kranjska Gora (SLO). Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): GS (4), SL (3), K (3)

Weltmeisterschaft:
2001 in St. Anton (AUT): GS (ausgeschieden), SL (2)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): GS (ausgeschieden), SL (5)

Weltcup 2002/03:
Lillehammer (NOR), SL (8)
Lillehammer (NOR), GS (2)
Lillehammer (NOR), SG (11)
Lillehammer (NOR), DH (26)
Yongpyong (KOR), SL (3)
St. Moritz (SUI), SL (4)
St. Moritz (SUI), GS (9)
Schladming (AUT), SL (2)
Kitzbühel (AUT), SL (5)
Wengen (SUI), SL (ausgeschieden)
Adelboden (SUI), GS (ausgeschieden)
Bormio (ITA), SL (6)
Kranjska Gora (SLO), SL (6)
Kranjska Gora (SLO), GS (4)
Alta Badia (ITA), GS (8)
Sestrieres (ITA), KOS (22)
Val d'Isère (FRA), GS (22)
Park City (USA), SL (3)
Park City (USA), GS (3)
Sölden (AUT), GS (ausgeschieden)

Weltcup 2001/02:
Sölden (AUT), GS (7)
Aspen (USA), SL (ausgeschieden)
Aspen (USA), SL (ausgeschieden)
Val d'Isère (FRA), GS (17)
Madonna di Campiglio (ITA), SL (6)
Alta Badia - Gran Risa (ITA), GS (4)
Kranjska Gora (SLO), GS (2)
Kranjska Gora (SLO), GS (1)
Kranjska Gora (SLO), SL (ausgeschieden)
Adelboden (SUI), GS (5)
Adelboden (SUI), SL (ausgeschieden)
Wengen (SUI), SL (24)
Kitzbühel (AUT), SL (21)
Schladming (AUT), SL (ausgeschieden)
St. Moritz (SUI), GS (11)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), SG (21)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), GS (2)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), SL (6)