Didier Cuche kam als Vierter der Weltcup-Gesamtwertung dieser Saison zur WM nach St. Moritz - vor ihm standen nur Namen wie Aamodt (NOR), Miller (USA) und Eberharter (AUT). Als erfolgreicher "Vielstarter" in drei Disziplinen zählte Cuche zu den ernstzunehmenden Konkurrenten, die alljährlich um die große Kristallkugel kämpfen.

Auftakt nach Maß:
Zum Abschluss der dreiwöchigen Amerika-Tournée gelang Didier Cuche in seiner Lieblingsdisziplin ausgerechnet auf der im Weltcup seit 1997 befahrenen "Birds of Prey" - auf der die Schweizer Speed-Fahrer einem Podestplatz bisher vergeblich hinterher gefahren waren - der vierte Weltcuperfolg. Doch nach seinem Sieg in Beaver Creek kam Cuche arg ins Wanken: In keiner seiner drei Disziplinen (Abfahrt, Super-G und Riesenslalom), die ihm eigentlich ermöglichen sollten, in der Wertung um den Gesamtweltcup mitzureden, kam er richtig in Fahrt.

"Gegenseitige Vertrauensbasis hat Risse bekommen":
Didier Cuche hat, wie viele seiner Kollegen, im Sommer die Skimarke gewechselt. Neuerdings fährt er das gleiche Produkt wie seine ärgsten Konkurrenten Stephan Eberharter und Hermann Maier (beide AUT). Dafür entschieden hat er sich nach nur zwei Testwochen: "Wenn man über Jahre hinweg derart erfolgreich zusammen arbeitet, fällt ein solcher Schritt natürlich nicht leicht. Aber ich spürte, ganz einfach, dass die gegenseitige Vertauensbasis Risse bekommen hatte", kommentiert er seinen Wechsel von Salomon zu Atomic.

Vorliebe für harte und vereiste Pisten:
Neben den Skiern hat Cuche auch bei den Schuhen und der Bindung auf neue Produkte gesetzt, was die Abstimmung noch zusätzlich erschwerte. Doch der Markenwechsel ist nur einer der vielen Gründe, weshalb der mittlerweile 28-Jährige nicht so recht auf Touren kommen will. Cuche verkörpert eine harte und aggressive Fahrweise und bevorzugt deshalb harte und vereiste Pisten. - Verhältnisse, wie er sie zum Beispiel in Kitzbühel oder am Kuonisbergli vorfindet; leider rutschte Cuche beim Riesenslalom-Klassiker in Adelboden im zweiten Lauf aus, doch beim Abfahrtsklassiker auf der Streif gelang dem gelernten Metzger der Sprung auf das Podest.

Alte Liebe rostet nicht:
Ein besonderes Verhältnis zur Piste in Kitzbühel, der wohl spektakulärsten Abfahrt überhaupt, hat Cuche seit 1998. Damals gewann er das als Sprintabfahrt in zwei Läufen ausgetragene Rennen und wurde auf der klassischen Strecke nur einen Tag später Zweiter: "Seither bin ich immer gerne nach Kitzbühel gekommen. Ich weiss, dass ich die Strecke im Griff habe", meint Cuche zu 'seiner' Streif. Dass er den Sieg in diesem Jahr knapp (um neun Hundertstel Sekunden) verpasst hat, konnte ihn nicht aufgeregen. Das liegt daran, dass er sich vorgenommen hat, sich nicht mehr so schnell zu ärgern, egal was passiert ist: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das nichts bringt."

Mit Ruhe zum Erfolg:
Diese Einsicht und die damit verbundene Ruhe soll den in Le Pâquier geborenen Romand nicht nur bei den bevorstehenden Weltmeisterschaften zu ungeahnten Erfolgen führen, sondern längerfristig auch zum Gewinn des Gesamtweltcups.

Häufige und schwere Verletzungen ...
... haben Didier Cuche immer wieder zu langwierigen Comebacks gezwungen: Schwere Knieverletzungen und gebrochene Beine plagten den Schweizer in den Jahren 1990, 1993, 1995 und 1996. Zudem hatte er operative Eingriffe an den Bänderapparaten seiner Knie zu verkraften. Die eine oder andere Verletzung weniger - und der Name Cuche wäre sicher schon früher im oberen Tableau der Weltcup-Wertungen aufgetaucht.

Steckbrief:
Geboren: 16.08.1974
Nation: Schweiz
Heimatverein: Chasseral-Dombresson-Villier
Größe: 174cm
Gewicht: 84kg
Sprachen: Französisch, Deutsch
Hobbies: Musik, Kino, Golf
Homepage: www.didiercuche.ch

Ausrüster:
Ski: Atomic
Bindung: Atomic
Schuhe: Lange
Helm: Briko
Brille: Briko
Stöcke: Leki
Anzug: Descente

Erfolge:
Rennen fährt Didier Cuche seit 1977. Sein Debut im nationalen Kader der Schweiz gab er 1993, sein erster Weltcupstart erfolgte im selben Jahr bei der Abfahrt in Bormio (ITA). Die ersten Weltcuppunkte fuhr der Eidgenosse 1995 als 21. bei der Abfahrt in Val Gardena nach Hause. Weitere drei Jahre vergingen, ehe Cuche 1998 als Zweiter der Abfahrt von Kitzbühel erstmals das Podium erklomm. Mittlerweile hat der Schweizer vier Weltcupsiege erreicht. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): GS (10), DH (14)
1998 in Nagano (JPN): SG (2), DH (8)

Weltmeisterschaft:
2001 in St. Anton (AUT): GS (16), SG (5), DH (augeschieden)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): SG (8), DH (14)

Weltcup 2002/03:
Lillehammer (nor), GS (16)
Lillehammer (NOR), SG (8)
Lillehammer (NOR), DH (12)
Yongpyong (KOR), GS (13)
Garmisch Partenkirchen (GER), SG (14)
Garmisch Partenkirchen (GER), DH (2)
St. Moritz (SUI), GS (12)
St. Moritz (SUI), DH (4)
St. Moritz (SUI), SG (11)
Kitzbühel (AUT), SG (6)
Kitzbühel (AUT), DH (2)
Wengen (SUI), DH (26)
Wengen (SUI), DH (17)
Bormio (ITA), DH (5)
Bormio (ITA), DH (12)
Alta Badia (ITA), GS (17)
Val Gardena (ITA), SG (13)
Val Gardena (ITA), DH (20)
Val d'Isère (FRA), GS (27)
Beaver Creek (USA), SG (1)
Beaver Creek (USA), DH (5)
Lake Louise (CAN), SG (3)
Lake Louise (CAN), DH (22)
Park City (USA), GS (7)
Sölden (AUT), GS (8)

Weltcup 2001/02:
Sölden (AUT), GS (17)
Val d'Isère (FRA), DH (6)
Val d'Isère (FRA), SG (2)
Val d'Isère (FRA), GS (7)
Val Gardena (ITA), DH (8)
Val Gardena (ITA), DH (12)
Alta Badia - Gran Risa (ITA), GS (6)
Kranjska Gora (SLO), GS (4)
Kranjska Gora (SLO), GS (3)
Bormio (ITA), DH (22)
Bormio (ITA), DH (17)
Adelboden (SUI), GS (1)
Wengen (SUI), DH (22)
Kitzbühel (AUT), DH (6)
Kitzbühel (AUT), SG (3)
Garmisch-Partenkirchen (GER), SG (2)
Garmisch-Partenkirchen (GER), SG (2)
St. Moritz (SUI), DH (52)
St. Moritz (SUI), GS (2)
Kvitfjell (NOR), DH (8)
Kvitfjell (NOR), SG (10)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), DH (13)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), SG (1)
Altenmarkt-Zauchensee/Flachau (AUT), GS (6)