Die Eidgenossen aus der Schweiz präsentieren sich im 'Wohnzimmer' der ÖSV-Abfahrer im Training in bestechender Form und werfen den Österreichern den Federhandschuh hin. Didier Cuche und Bruno Kernen dominierten am Dienstag den Abfahrtstrainings-Auftakt auf der Kitzbüheler Streif. Didier Cuche gelang dabei in 1:55,97 Minuten die Tages-Bestzeit vor Bruno Kernen, der am vergangenen Wochenende die Abfahrt von Wengen gewonnen hatte. Dritter wurde bei der ersten Übungseinhait auf der legendären Strecke der Österreicher Peter Rzehak.

Weiche Abschnitte auf der Streif:
Recht warme Temperaturen hatten dafür gesorgt, dass die Piste gerade im oberen Abschnitt noch vergleichsweise weich war. Daher zeigte sich der Kitz-Klassiker von seiner unruhigen Seite. Der untere Bereich der über zwei Kilometer langen Piste erwies sich indes als eisige und schnelle Angelegenheit.

Schnee vorhergesagt:
Für die beiden noch ausstehenden Trainings gibt der Wetterdienst zudem eine Schneevorhersage raus. Daher werden sich die Bedingungen wahrscheinlich erneut ändern und demnach werden nur wenige Athleten es riskieren ein Training auszulassen.

Fahrer begegnen der Streif mit Hochachtung:
Die Fahrer zollen der wohl anspruchsvollsten Abfahrtsstrecke der Welt Respekt. "Die Streif ist immer bissig. Also musst zurückbeißen und dich nicht einschläfern lassen", erklärte der Vorjahressieger Stephan Eberharter. Hans Knauß beschreibt seine Gefühle im Schlagschatten der Streif wiefolgt: "Wenn du Kitz nur ein bissl zu locker angehst, frisst dich die Streif."

Kein Schongang für Hermann:
Hermann Maier bestritt sein erstes Training nicht im Schongang und belegte am Ende Rang 17. Für ihn ist derzeit jeder Lauf von gewaltiger Bedeutung auf seinem Weg zurück an die Weltspitze. Auch seine Teamkollegen räumen trotz des großen Drucks, der auf vielen Fahrern mit Blick auf die letzten noch zu vergebenen WM-Tickets herrscht, ein, dass der Herminator einen Comeback-Bonus verdient hat.

DSV Fahrer mit Handbremse:
Die beiden DSV-Fahrer haben die erste Begegnung mit der Streif 2003 geruhsamer gestaltet. Weder Max Rauffer noch Stefan Stankalla riskierten gleich zu Beginn Kopf und Kragen, sondern tasteten sich langsam an das Streif-Unterfangen heran.

Das Mittwoch-Training in der Übersicht:
01. Didier Cuche SUI 01:55,97 Min.
02. Bruno Kernen SUI 01:56,06 Min.
03. Peter Rzehak AUT 01:56,22 Min.
04. Daron Rahlves USA 01:56,42 Min.
05. Fritz Strobl AUT 01:56,52 Min.
06. Kjetil-Andre Aamodt NOR 01:56,75 Min.
07. Didier Defago SUI 01:56,96 Min.
08. Stephan Eberharter AUT 01:56,97 Min.
09. Bode Miller USA 01:56,99 Min.
10. Michael Walchhofer AUT 01:57,11 Min.
11. Hannes Trinkl AUT 01:57,18 Min.
12. Andreas Schifferer AUT 01:57,33 Min.
13. Sebastien Fournier-Bidoz FRA 01:57,42 Min.
14. Jakub Fiala USA 01:57,43 Min.
15. Franco Cavegn SUI 01:57,44 Min.
...
17. Hermann Maier AUT 01:57,94 Min.
...
38. Max Rauffer GER 01:58.60 Min.
...
58. Stefan Stankalla GER 02:01.52 Min.