Mit steter Regelmäßigkeit exponieren sich Menschen des öffentlichen Lebens, indem sie Vergleiche mit dem Nationalsozialismus bemühen, um ihrer Sichtweise der Dinge Nachdruck zu verleihen - von Roland Koch bis zum kroatischen Skistar Ivica Kostelic.

Überflüssige Worte:
Zuletzt hatte der hessische Ministerpräsident das Martyrium der deutschen Juden mit der heutigen Situation deutscher Millionäre verglichen. Jetzt sonderte Ivica Kostelic nach Berichten kroatischer und slowenischer Medien ab, das Regime der Nationalsozialisten sei ein "gesundes System" gewesen.

Das Geheimnis seiner Stärke:
Im Zusammenhang mit seinem Sieg beim Slalom in Kranjska Gora (SLO) sagte der Kroate: "Das Geheimnis war, dass ich am Start vorbereitet war wie ein deutscher Soldat am 22. Juni 1941" - dem Tag des Angriffs Deutschlands auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.

Nazi-Kult:
Die Laibacher Tageszeitung "Delo" beruft sich in ihrer Dienstag-Ausgabe auf einen Bericht in der aktuellen Ausgabe der Zagreber Wochenzeitschrift "Nacional" - danach erreichen Kostelics Aussagen schnell die Schwelle der Unerträglichkeit: "Der Nazismus war ein gesundes System für einen ambitiösen Menschen (...) 2.000 Jahre römische Geschichte, auf zehn Jahre komprimiert" - da überfällt einen fast der Ärger, nicht früher gelebt zu haben.

Schockierend:
Außerdem betrachtet der erfolgreiche Sportler den Luftkrieg der Nationalsozialisten gegen Großbritannien als eine Art "Krieg der Sterne" - wirklich: faszinierend, wie man mit höchster technischer Präzision Tausende ins Jenseits gebombt hat.

Und noch mehr davon:
Schließlich sieht sich der Kroate genötigt, Kommunismus und Faschismus zueinander in Beziehung setzen zu müssen, er schwafelt von Glaube und Ambition, von den Möglichkeiten des Individuums unter den Nazis - und da ist dann der Punkt erreicht, an dem man körperliche Beschwerden bekommt und aufhört, sich mit Ivica Kostelics perfider Weltsicht auseinander zu setzen.

Hätte er doch geschwiegen und möge er sich in Zukunft auf seinen Sport beschränken.