Hermann Maier hat es selbst gesagt: Sein Sieg sei es, überhaupt wieder an Rennen teilzunehmen - doch sein konkretes Ziel, den zweiten Riesenslalom-Durchgang von Adelboden zu erreichen, hat der Flachauer um fünf Hundertstel Sekunden verpasst.

Ärgerlich:
Über drei Sekunden Rückstand auf den nach dem ersten Lauf Führenden Didier Cuche (SUI) geben auf der einen Seite Grund zur Unzufriedenheit. Auf der anderen Seite fehlte Maier zum Erreichen seines Zieles nur eine Kleinigkeit; was allerdings folgenschwer sein könnte.

Startet Maier bei den kommenden Klassikern?
Mit einem starken Resultat hätte sich der Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998 sicher für die Klassiker in Wengen und Kitzbühel empfohlen. So stehen die ÖSV-Trainer vor der schweren Entscheidung, wer aus ihrem starken Kader unter Umständen Platz für den Salzburger machen muss.

Gute Entwicklung:
Für Maier selbst hat sich herausgestellt, dass er wieder bei Rennen dabei sein und um Punkte mitfahren kann; ob das seinen Ansprüchen genügt, ist zweifelhaft. Dennoch: Der 30-jährige hatte nach seinem Motorradunfall im August 2001 die gesamte letzte und nach seiner Schuhrandprellung auch große Teile dieser Saison versäumt - der Weg zurück ins Weltcup-Geschehen ist schwer, und Maier hat ihn geschafft. Er sollte zufrieden sein und einfach weitermachen.

Nur sechs Stangentage:
Der dreifache Weltcup-Gesamtsieger bewertet seine Situation ähnlich: "Mir geht schon noch einiges ab - ich merke, dass es noch an Kraft und Kondition fehlt. Aber es bereitet mir großen Spaß, wieder am Start zu stehen; und das Gefühl ist schön, dabei zu sein."
Der Flachauer führte auch seinen Trainingsrückstand an, den verpassten Final-Lauf zu begründen: "Zum alten Hermann fehlt noch einiges, bis hin zur ganzen Einstellung: Ich bin noch nicht richtig präsent gewesen; sechs Stangentage sind einfach zu wenig."