Die 73. Internationalen Lauberhornrennen stehen an. Vom 17.-19. Januar 2003 werden die Herren des alpinen Weltcups in Wengen (SUI) zwei Abfahrten, einen Slalom und eine Kombination austragen.

Atmosphäre:
Viele Tausend Zuschauer vor Ort und etwa 30 Millionen an den Bildschirmen werden auch in diesem Jahr wieder schnelle und gefährliche Rennen beobachten und dabei eine ganz besondere Atmosphäre rund um das Renngeschehen genießen.

Das Programm:
Die mehrtägige Veranstaltung mit Streckenbesichtigungen, Trainingsfahrten, Auslosungen und Siegerehrungen mit Musik und Show findet ihren Höhepunkt neben dem Slalomlauf in den beiden Lauberhorn-Abfahrtsrennen, die für die Zuschauer zum Volksfest auf Skiern wird.

Mittwoch 15.01.2003:
12.30 Training Abfahrt

Donnerstag 16.01.2003:
12.30 Abschlusstraining Abfahrt
17.45 Übergabe der Startnummern für die erste Abfahrt

Freitag 17.01.2003:
11.45 Flugshow "Patrouille Suisse"
12.30 1. Lauberhornabfahrt, Start: Lauberhorn
17.00 Siegerehrung der ersten Lauberhornabfahrt
17.45 Übergabe der Startnummern für die zweite Abfahrt

Samstag 18.01.2003:
11.45 Flugshow "Patrouille Suisse"
12.30 2. Lauberhornabfahrt, Start: Lauberhorn
17.00 Siegerehrung zweite Lauberhornabfahrt
17.45 Übergabe der Startnummern für den Slalom,

Sonntag 19.01.2003:
10.15 Slalom 1. Lauf,
13.15 Slalom 2. Lauf, Start: Allmend
15.30 Siegerehrung Slalom im Weltcupdörfli

Lauberhorn - die Piste:
Am Fusse der Alpengiganten Eiger, Mönch und Jungfrau, dort, wo das ewige Eis und der ewige Schnee beginnen, dort liegt der Start auf der Lauberhornschulter. Wer für die folgenden 4260 Meter nach Innerwengen länger als zweieinhalb Minuten braucht, ist geschlagen. Von den Gegnern und von der Natur. Wenn das Wetter schön ist, gibt es von keinem Skirennen schönere Bilder als vom Lauberhorn mit seiner einmaligen, ergreifenden Bergkulisse.Und dann gibt es für Wengen und die ganze Jungfrau-Region keine bessere Tourismuswerbung als dieses Rennen, das von rund 20 TV-Stationen in der ganzen Welt übertragen wird.

Lauberhorn - die Abfahrt:
Das Faszinierendste, was der Skisport zu bieten hat: Ein sanfter Beginn, viel Wirbel bei Hundschopf und Minschkante, ein ruhiger Mittelteil, und dann, mit zunehmendem Tempo bis über 140 km/h, das grosse Finale im Ziel - die anspruchsvolle Abfahrt ist über 4.200 Meter lang, bei einer Höhendifferenz von 1.028 Metern. Die Rennfahrer müssen nicht nur ein Gefälle zwischen 10,5 und 90% bewältigen, sondern auch mehrere waghalsige Sprünge absolvieren. Einer der gefährlichsten ist beim Hundschopf, der ein beliebter Aussichpunkt bei den Zuschauern ist.

Wengen - der Ort:
Wengen (1274 m) liegt auf einer windgeschützten Sonnenterrasse am Fuße von Eiger, Mönch und
Jungfrau, 400 Meter hoch über dem Lauterbrunnental in der Schweiz. Der traditionsreiche, autofreie Ferienort bietet ein familienfreundliches Ski- und Wandergebiet rund um Männlichen-Kleine Scheidegg und Eigergletscher. Seit 1893 erreicht man Wengen von Lauterbrunnen aus mit der historischen Wengernalpbahn (WAB).
Der Ort hat gerade einmal 1.200 Einwohner und bietet 5.000 Betten in Hotels und über 500 Ferienwohnungen. Die Top-Events sind das Lauberhorn-Weltcup-Skirennen und der Jungfrau-Marathon.

Wetterproblematik:
Die Schönheiten der Region um Wengen bergen auch Risiken in sich, allen voran das Wetter: Die Lauberhorn-Abfahrt muss im Schnitt alle zwei Jahre abgesagt oder an einem Ausweichstandort ausgetragen werden: Wie 2001 oder gar 1986, als der berüchtigte Guggi-Föhn, der grösste Feind der Wengener, erbarmungslos zuschlug: Nachdem er eine Nacht lang gewütet hatte, stand nichts mehr:­ keine Zäune, keine Fangnetze, kein Starthaus, und ein Skilift lag am Boden. Lauberhorn bedeutet eigentlich ein unmögliches Rennen, aber auch eine Herausforderung. Für die Rennfahrer und die Organisatoren.

Kostenexplosion:
Kopfzerbrechen bereitet dem Präsidenten des Organisationskomitees, Viktor Gertsch, sein Budget: "Die Kasse ist leer!" Um die Sicherheitsanforderungen des Welt-Skiverbands FIS zu erfüllen, müssen weitere 400.000 Franken in neue Fangnetze und die dazugehörenden Masten investiert werden. In den letzten Jahren sind bereits gehörige Summen in diesen Bereich geflossen. Weil Wengen nicht an das Strassennetz angeschlossen ist, können die erforderlichen Geräte und Baumaterialien nur per Bahn oder Helikopter transportiert werden. "Bauen ist hier oben 25 bis 30 Prozent teurer als unten im Tal", erklärt der langjährige Rennleiter und heutige Vizepräsident Fredy Fuchs.

Die Katastrophe:
Der schwärzeste Tag in der 67-jährigen Geschichte des Lauberhorns war der 18. Januar 1991: Der 21 Jahre alte Österreicher Gernot Reinstadler verunglückte beim Zielsprung tödlich. Seine Eltern wissen, dass ihr Sohn bei der Ausübung seiner größten Leidenschaft gestorben ist. Deshalb machten sie den Wengenern keine Vorwürfe und stellten keine finanziellen Forderungen. Gertsch: "Die Haltung dieser Familie hat uns sehr geholfen, diesen schrecklichen Tag zu überwinden!"

Siegerliste - einige Protagonisten:
2002 Stephan Eberharter (AUT) 2:28.41
1997 Kristian Ghedina (ITA) 2:24.23
1989 Marc Girardelli (LUX) 2:25.76
1981 Toni Bürgler (SUI) 2:27.51
1980 Peter Müller (SUI) 2:30.56
1975 Franz Klammer (AUT) 2:35.19
1969 Karl Schranz (AUT) 3:01.60
1966 Karl Schranz (AUT) 3:02.76
1961 Guy Périllat (FRA) 3:13.90
1956 Toni Sailer (AUT) 3:21.60
1954 Christian Pravda (AUT) 3:23.20

Das Preisgeld:
300.000 Franken, je 100.000 in den Disziplinen Abfahrt, Slalom und Kombination, gibt es auf den Lauberhornpisten zu holen. "Dabei ist es eigentlich unlogisch, dass der Kombinations-Sieg gleich viel wert ist wie ein Sieg in der Abfahrt oder im Slalom", sagt Gertsch. Doch die 100.000 Franken pro Disziplin sind von der FIS als Minimum festgesetzt. Nur zu gerne würde man am Lauberhorn dem Erstplatzierten mehr bezahlen.

Geschichte der Lauberhorn-Abfahrt:
Seit 1930 finden die Internationalen Lauberhornrennen in Wengen statt. Toni Sailer konnte hier 1955 seinen ersten großen Erfolg verbuchen.
Als dieser Berg zum ersten Mal rief, wurde es sogar einem Bernhard Russi mulmig zu Mute. Für ein Jubiläumsbuch erinnerte sich der spätere Abfahrts-Weltmeister und Olympiasieger an seine Gefühle bei seinem ersten Lauberhorn-Start auf 2315 Meter Höhe: "Durch meinen Körper kriecht beklemmende Angst, die Beine fühlen sich schwer an und sind kraftlos. Kalter Schweiss steht auf meiner Stirn, der Atem beginnt zu stocken." Dann wirft sich auch die Startnummer 73 über die Lauberhorn-Schulter dem 1028 Meter tiefer gelegenen Ziel entgegen. Hundschopf, Minsch-Kante, Haneggschuss, Österreicherloch und Zielsprung: Mit knapp drei Sekunden Rückstand auf die Besten wird Russi bei seiner Lauberhorn-Premiere Zehnter.
Auch Viktor Gertsch (58), Sohn des "Vaters der Lauberhornrennen" Ernst Gertsch und seit 1971 Präsident des Organisationskomitees, ist "sein" Rennen schon selber gefahren. Die Faszination der Veranstaltung am Lauberhorn liegt für den OK-Chef zu einem grossen Teil in der imposanten Kulisse: "Wir sind hier mitten in der hochalpinen Natur", sagt er, "umgeben von einem gewaltigen Bergpanorama. Das macht Eindruck, sowohl auf die Zuschauer als auch auf die Teilnehmer".

Die Organisation:
Sicher ist, dass die Lauberhornrennen ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer gar nicht stattfinden könnten. Rund 650 Menschen leisten in Wengen jedes Jahr ihren ehrenamtlichen Einsatz für den Sport, dazu kommen etwa 150 Soldaten und Zivilschützer.

Die Veranstaltungsdaten:
Erste Austragung: 1930
Sponsoringanteil: 65 Prozent
Zuschauer: 25.000
Teilnehmer: 150
Mitarbeitende Personen: 800
Akkreditierte Medienschaffende: 440
TV-Übertragung: in 60 Länder

Information:
www.swiss-top-sport.ch/lauberhorn.htm

Verein Internationale Lauberhornrennen
Talstation Männlichenbahn
CH-3823 Wengen
fon: +41 (0)33 856 66 66
fax: +41 (0)33 856 66 60
mail: ok@lauberhorn.ch

Medienzentrum
Schule (13.-19. Januar 2003)
CH-3823 Wengen
fon: +41 (0)33 856 66 81

Quartierbüro
Talstation Männlichenbahn
CH-3823 Wengen
fon: +41 (0)33 856 66 62
fax: +41 (0)33 856 66 63

Bahnhof Wengen
CH-3823 Wengen
fon: +41 (0)33 828 70 50

Heliport/Air Glaciers
CH-3822 Lauterbrunnen
fon: +41 (0)33 856 05 60