Trotz der Schwere ihrer Verletzung geht Hilde Gerg davon aus, schon im Januar in den alpinen Weltcup zurückzukehren: "Ich glaube schon, dass ich im Januar wieder fahren kann. Die Frage ist nur, wie schnell und ob es auch für einen Platz unter den ersten Zehn reichen wird", sagte die 27-Jährige bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Traunreut.

Rehabilitation in Traunreut:
In Traunreut müht sich die Lenggrieserin nach ihrem "isolierten Riss des vorderen Kreuzbandes" (Mannschaftsarzt Dr. Ernst-Otto Münch) derzeit mehrere Stunden täglich in einem Rehabilitationszentrum, um das erhoffte Comeback vor der WM zu schaffen.

Abfahrt in Innsbruck am 11. Januar 2003:
Sollte Hilde Gerg dieses Rennen und eine Woche später die Speed-Rennen von Cortina d'Ampezzo nicht schmerzfrei fahren
können, wird die 16-fache Weltcupsiegerin die Saison abhaken: "Es macht nur Sinn, wenn ich auch vorne mitfahren kann. Für Platz 20 komme ich nicht zurück".

Rücktritt überdenken:
Zum Saisonende hatte Hilde Gerg ursprünglich den Rücktritt von ihrer Profi-Karriere erwogen. Nach der erneuten schweren Verletzung ist es aber möglich, dass sie sogar bis zur WM 2005 in Bormio weiter macht: "Nur für einen Winter macht man den ganzen Aufwand nicht". Auch wenn ein operativer Eingriff zur Zeit nicht zwingend erforderlich ist, wird er sich im Anschluss an die Saison wohl nicht vermeiden lassen.

Mediziner machen Hoffnung:
Weil nur das Kreuzband gerissen ist, und nicht weitere Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden sind, machen die Mediziner der Lenggrieserin Mut: "Ihre Muskulatur ist so gut, dass sie die Voraussetzungen hat", so Jürgen Winter, Orthopäde in der Traunreuter Klinik.

Comeback-Erfahrung:
Sollte die Rückkehr in den Weltcup der laufenden Saison gelingen, wird sich Hilde Gerg erinnern, dass sie bei der WM 2001 ein Jahr nach ihrem Beinbruch zu Bronze im Super-G gefahren ist.