Dezentes Aufatmen im DSV-Lager. Für Hilde Gerg ist die Verletzung, die sie am vergangenen Samstag bei der Abfahrt von Lake Louise erlitten hat, möglicherweise nicht ganz so folgenschwer wie zunächst vermutet. Die 27-Jährige aus Lenggries muss vorerst nicht operiert werden. Damit bleibt die Hoffnung auf eine Teilnahme bei der Ski-WM in St. Moritz (2. bis 16. Februar 2003) bestehen.

Dennoch Diagnose Kreuzbandriss:
Mannschaftsarzt Dr. Ernst-Otto Münch musste indes bei einer
Kernspin-Tomographie am Montagmittag in München einen "isolierten Riss des vorderen Kreuzbandes" feststellen. Weitere Verletzungen wie ein Meniskus- oder Knorpelschaden konnten jedoch nicht entdeckt werden.

Konservative Behandlungsmethode angestrebt:
"Eine Operation ist momentan nicht notwendig und wird auch nicht gemacht. Es besteht eine relativ gute Chance, dass sich das Kreuzband durch Narbenbildung verfestigt", erläuterte Münch im Anschluss an die Untersuchung: "Einen bestmöglichen Heilungsverlauf vorausgesetzt, kann Hilde Mitte Januar wieder Ski fahren."

Ab Dienstag in der Reha:
Für die Super-G-Weltcupsiegerin geht am Dienstag das Aufbautraining in der Reha-Klinik Traunreuth los. Dort sollen zuerst abschwellende Maßnahmen für das Knie eingeleitet werden. Dadurch will man erreichen, dass die volle Beweglichkeit möglichst schnell wieder erreicht wird.

Stimmen dazu:
Hilde Gerg:
"Ich hoffe, das Knie lässt sich ohne Operation stabilisieren, denn dann habe ich eine reele Chance, bei der WM dabei zu sein."

Walter Vogel, Alpin-Chef des DSV:
"Nach dem Schock ist das erstmal eine gute Nachricht. Jetzt muss die Hilde konsequent arbeiten, aber daran habe ich überhaupt keinen Zweifel."

Auch Martina Ertl:
"Vom höchsten Glücksgefühl ins Gegenteil. Ich habe nicht glauben können, dass sie nicht mehr dabei ist. Wir wünschen ihr alle gute Besserung und hoffen, dass sie bald wieder da ist."

Cheftrainer Wolfgang Maier:
"Wenn es gut geht, ist eine super Sache, aber wir müssen sehen wie die Heilung verläuft und ob es Rückschläge gibt."