Ski2b: Hallo Charly, danke dass du dieses Interview ermöglicht hast.
Charly Waibel: Hallo, kein Thema.

Ski2b: Du bist ja der Kondi-Trainer des DSV-Damen Teams. Wie fit sind denn die Mädels?
Charly Waibel: Die Mädchen haben den Sommer über alle gut trainiert und sind vor allem von Verletzungen verschont geblieben, sodass sie eigentlich alle top-fit in die Saison gehen. Dies haben uns auch die letzten Leistungstests gezeigt.

Ski2b: Wir haben die Speed-Disziplinen noch vor uns. Auch dort braucht man eine Menge Kondition. Wo liegt der Unterschied (wenn es einen gibt) zwischen der Fitness im Technik- und Speed-Bereich?
Charly Waibel: Es gibt einen Unterschied in den konditionellen Anforderungen zwischen den Technik-Disziplinen und Speed-Disziplinen allein schon wegen der unterschiedlichen Belastungsdauer. ( Slalom ca. 50 sec. bis Abfahrt ca. 100 - 120 sec.). D.h. bei den Speed-Disziplinen spielt natürlich die Kraftausdauer und Ausdauer eine größere Rolle. Darüberhinaus sind durch die größeren Geschwindigkeiten auch höhere äußere Kräfte zu 'modulieren', was entsprechend hohe Kraftfähigkeiten von den Mädchen verlangt.
Was die athletischen Fähigkeiten anbelangt, sind sicher der Riesenslalom und der Super-G die anspruchvollsten Disziplinen, da sie zum einen hohe Geschwindigkeiten mit engen Kurvenradien verbinden, was zu extremen Kraftbelastungen führt, und zum anderen Laufzeiten von 80 - 110 sec. hohe Anforderungen an die Ausdauer und Kraftausdauer der Athleten und Athletinnen stellen.

Ski2b:Du warst auch schon bei den DSV-Herren tätig. Gibt es Unterschiede, wie du die Mädels auf die Saison vorbereitet hast?
Charly Waibel: Die grundsätzlichen Anforderungen durch die Sportart sind die gleichen und deshalb gibt es keine grundsätzlichen konzeptionellen Unterschiede in der Vorbereitung der Herren zu den Damen.
Im Gegensatz zu den letzten Jahren bei den Herren waren allerdings dieses Jahr alle Athletinen weitestgehend verletzungsfrei in die Vorbereitung gestartet, so daß wir gleich mit dem vollen Trainingsprogramm beginnen konnten. Dies erleichtert meine Arbeit natürlich ungemein und ist eine optimale Ausgangssituation für eine konditionelle Weiterentwicklung.

Ski2b: Man kann sich vorstellen, dass du neben den 'handwerklichen' auch Motivations-Fähigkeiten haben bzw. entwickeln musst. Wieviel Psychologe muss in einem (Kondi-) Trainer stecken?
Charly Waibel: Ich denke, dass zur Trainerarbeit generell 'psychologischer Sachverstand' oder zumindest psychologisches Gespür im selben Maße dazugehört, wie die fachliche Kompetenz. Ohne die Optimierung der Leistungsbereitschaft sind keine Spitzenleistungen zu erbringen. Der konditionelle Bereich stellt hierbei natürlich keine Ausnahme dar.

Ski2b:Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast.
Charly Waibel: Bitte, gern geschehen.