Ski2b: Wie geht es Dir heute gesundheitlich nach dem schlimmen Unfall, den Du vor einem Jahr beim Zusammenprall mit Regine Cavagnoud auf dem Pitztaler Gletscher erlitten hast?
Markus Anwander: Gesundheitlich geht es mir wieder recht gut. Ich habe zwar vom Gehirn her noch Probleme mit den Nerven, also etwaige Gefühlsstörungen, doch ansonsten hat man mich in den zwei Monaten im Innsbrucker Uni-Klinikum wieder sehr gut hergerichtet. Einzig die linke Körperhälfte ist muskulär noch nicht wieder so aufgebaut wegen der Durchblutungsproblematik.

Ski2b: Wann konntest Du wieder deinen Trainerjob ausüben?
Markus Anwander: Nun, ich war vom 29.10.2001 bis zum 15.12 im Krankenhaus, dann noch in der Reha und ab Februar war ich wieder beim Team, allerdings noch nicht im vollen Umfang.

Ski2b: Der Unfall vor einem Jahr - was war genau der Auslöser für das Desaster?
Markus Anwander: Wir hatten gemeinsam mit den Franzosen den Trainingshang genutzt. Ausgemacht war, dass Trainer und Athletinnen nach dem vierten Durchgang den Hang einmal durchrutschen. Cavagnoud hatte bei den Trainern wohl noch eine fünfte Trainingsfahrt erbettelt, nur hat niemand Bescheid gegeben. Dann hat es 'Buumm' gemacht und das war es.

Ski2b: Wie hast Du Dich auf den Jahrestag dieses Unfalls mental vorbereitet? Ist man von Seiten der Presse fair mit Dir umgegangen?
Markus Anwander: Naürlich geht mir das jetzt in diesen Tagen alles wieder sehr ans Gemüt. Ich wünschte, dass es nie passiert wäre. Aber die Presse geht fair mit mir um. Man betrachtet mich schließlich als Opfer und so ist es ja auch. Traurig stimmt mich das alles dennoch, keine Frage!

Ski2b: Gab es Kontakt zur Familie Cavagnoud?
Markus Anwander: Ja, zu dem Zeitpunkt als wir gemeinsam noch im Krankenhaus in Innsbruck gelegen haben gab es Kontakt von Seiten meiner Frau. Heute gibt es jedoch keinerlei Kontakt mehr zu der Familie - auch wegen des Sprachproblems.

Ski2b: Zurück zum Sport. Wie geht es mit den Europacup-Mädels jetzt weiter?
Markus Anwander: Wir waren jetzt im Pitztal zum Training, gehen nun für ein paar Tage alle nach Hause. Ende November startet der Europacup in Skandinavien in die Saison. Dort hoffen wir auf gute Ergebnisse.

Ski2b: Wir drücken die Daumen. Alles Gute und viel Erfolg.
Markus Anwander: Danke!