Stürmischer Weltcup-Auftakt in Sölden. Das erste Rennen des bevorstehenden Ski-Winters geht aber nicht nur deshalb in die Geschichte ein. Mit einem Dreifach-Sieg endete der erste Leistungsvergleich der Ski Alpinen - ein Novum in der Geschichte des alpinen Weltcups. Nach zwei Riesenslalom-Durchgängen auf dem Rettenbachferner lagen die Österreicherin Nicole Hosp, Tina Maze (Slowenien) und Andrine Flemmen (Norwegen) zeitgleich ( 1:49.91 Min.) an der Spitze des Feldes. Damit gibt es zu Beginn des WM-Winters drei Siegerinnen.

Hosp mit brilliantem Final-Durchgang:
Die Tirolerin Nicole Hosp nutzte im Final-Durchgang ihren Heimvorteil und fuhr in einem vom Wind stark beeinträchtigten Lauf von Platz elf noch auf das Siegerpodest. Die Böen meisterte die Österreicherin nahezu perfekt und nutze den Rückenwind auf dem Weg ins Ziel. Die Norwegerin Andrine Flemmen hingegen verspielte ihre Führung aus dem ersten Durchgang und musste sich daher den Sieg mit Maze und Hosp teilen.

Favoritinnen geschlagen - Gerg solide:
Geschlagen geben mussten sich die Arrivierten. Riesenslalom-Weltcupsiegerin und Milka-Skistar Sonja Nef (Schweiz/1:50.36 Min.) musste sich mit Platz sechs zufrieden geben und Weltcup-Gesamtsiegerin Michaela Dorfmeister (Österreich/1:51,41 Min.) erreichte nur Platz zwölf. Hilde Gerg aus Lenggries kam als einzige DSV-Starterin ins Ziel und belegte mit 1:51.95 Min. Rang 17.

Sturm sorgte für Verschiebungen:
Blauer Himmel, bestens präparierte Piste, große Zuschauerkulisse und doch viele Sorgenfalten bei den Organisatoren des Weltcup-Auftakts in Sölden. Heftige Windböen und orkanartiger Sturm ließen zwischenzeitlich gar eine Renn-Absage befürchten. Zweimal wurde der Start nach unten verlegt und zusätzlich von ursprünglich 9.45 Uhr auf 11.30 Uhr verschoben. Statt von 3050 Metern ging es letztlich von 2960 Metern Höhe auf die Strecke. Viele Trainer und Läuferinnen bezeichneten die Bedingungen dennoch als irregulär.

Riesenslalom bleibt Sorgenkind:
Beim DSV-Team bleibt der Riesenslalom weiter das Sorgenkind unter den Skidisziplinen. Auch wenn der Wind gerade Martina Ertl (Lenggries) böse mitgespielt hat, so kann das Mannschafts-Ergebnis Cheftrainer Wolfgang Maier nicht zufriedenstellen. Einzig Hilde Gerg konnte sich bei sechs DSV-Teilnehmerinnen für das Finale der besten 30 Fahrerinnen qualifizieren. Martina Ertl belegte in Durchgang 1 Rang 38 (0:56.16 Min.). Starker Seitenwind blies die 29-Jährige Olympia-Dritte förmlich von der Piste. Annemarie Gerg (Platz 40/ 0:56.21 Min.) und Nachwuchsfahrerin Kathrin Hölzl (Platz 54/ 0:56.96 Min. verpassten ebenfalls klar den 'Cut'. Petra Haltmayr (Rettenbach) und Junioren-Weltmeisterin Maria Riesch stürzten auf der verkürzten Piste schon nach wenigen Toren.

Stimmen:
Sonja Nef: "Das ist alles andere als regulär. Der Wind kommt von allen Seiten. Es ist schade, aber das macht so keinen Sinn."
Martina Ertl: "Ich hab unten gedacht, dass ich gleich stehen bleiben."
DSV-Damenchef Wolfgang Maier: "Im zweiten Durchgang ist Hilde nicht so gut gefahren. Aber mit dem Ergebnis kann sie insgesamt für den Auftakt erst einmal zufrieden sein."