Gut ein Jahr nach dem Zusammenstoß zwischen dem Rentner Wolfgang S. aus München und dem Doppel-Olympiasieger von 1998 in Nagano Hermann Maier hat die Staatsanwaltschaft in München nun die alleinige Schuld an dem Unfall dem Deutschen angelastet. Bei dem 'Crash' am 24. August 2001 in Radstadt (Österreich) hatte der 74-Jährige ein Linksabbiegeverbot übersehen, so der Leitende Staatsanwalt Manfred Wick in einem ORF-Interview.

Fahrlässige Körperverletzung:
Per Post wird dem Unfallverursacher nun in dieser Woche der Strafbefehl zugestellt. Vorgeworfen wird dem Rentner fahrlässige Körperverletzung. Demnach muss der Münchener jetzt mit einer Geldstrafe, Führerscheinentzug und Haftstrafe auf Bewährung von bis zu einem Jahr rechnen. Ein öffentlicher Prozess ist laut Staatsanwaltschaft nicht vorgesehen. Vielmehr soll in einem außergerichtlichen Vergleich die Höhe des Sachschadens, der Lohnausfall des ÖSV-Skistars und die Höhe der Behandlungskosten ermittelt werden.

Maier seit einem Jahr ohne Rennen:
In der Folge des Unfalls, der Maier auf dem Heimweg vom Olympiastützpunkt zu seinem Wohnort in Flachau ereilt hatte, lag Maier mit einem komplizierten Unterschenkelbruch wochenlang im Krankenhaus. Der 29-jährige Salzburger, der in seiner Karriere schon dreimal den Gesamtweltcup gewinnen konnte, musste die komplette Saison inclusive der Olympischen Spiele in Salt Lake City abschreiben.

Maiers Jahreseinkommen wird auf ca. sieben Millionen Euro geschätzt.