Geboren wurde Pierre Emanuel Dalcin am 15. Februar 1977, der Franzose feierte sein 'Viertel Jahrhundert' also bei den Olympischen Spielen in Salt Lake 2002.

In der Ruhe liegt die Kraft:
Seit seiner frühesten Kindheit lebt der ambitionierte Sportler in Val Cenis, einem Dorf, das er wegen seiner authentischen Art und seinem freundlichen Charakter bis heute liebt. Nicht erstaunlich, da Pierre-Emmanuel ein sehr freundlicher und zuvorkommender Mann ist. Trotz seiner 1,85 Meter Größe und stolzen 93 Kilo Kampfgewicht sieht er ruhig und gelassen aus. Nach einer ausgelassenen Kindheit ist er jetzt ruhig und nachdenklich. Die Geduld ist eine seiner besonderen Qualitäten. Zudem kann er schon auf einige Achtungserfolge verweisen, z.B. ein sechster Platz bei der Abfahrt von Val d’Isère 2001/2002.

Erster guter internationaler Auftritt bei der Junioren-WM 1996
In Schwyz konnte der Franzose 1996 im Super G die Bronzemedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft erringen. Seinen ersten Weltcup-Auftritt durfte er dann in Kitzbühel 1998 auf der legendären Streif feiern. Ein gutes Training, denn die Streif gilt als eine der anspruchsvollsten Strecken im Circuit. In die Punkteränge fuhr Dalcin dann zum ersten Mal zum Saisonauftakt 1999/2000 in Vail, als er beim Super G und in der Abfahrt jeweils 29. wurde. Und das er schon früh auf der Streif gefahren war zahlte sich mehrere Wochen später aus: Dalcin wurde 14., das bis dahin mit Abstand beste Resultat seiner Karriere.

Langsame Fortschritte
Pierre-Emanuel Dalcin war kein Überflieger, der von Null auf Hundert beschleunigte. Er mußte sich alles hart erarbeiten. Und das spiegelt sich in seiner Karriere wieder, denn nach seinem 14. Platz in Kitzbühel verbesserte er sich im November 2000 in Lake Louise auf den 12. Rang. In Val d´Isere, Kitzbühel und Garmisch folgten 15. bzw. 14. Plätze, bevor er bei der WM in St. Anton 2001 seine erste Top Ten Platzierung überhaupt einfuhr. In Weltmeisterschafts-Super G wurde er als bester Franzose Neunter und konnte sich durchaus über diesen Erfolg freuen.
Die mühsamen Verbesserungen der Platzierungen nahmen weiter ihren Lauf: Im Winter 2001/2002 startete er als Sechster in die Saison und wuchtete sich somit zu einem möglichen Sieg-Aspiranten hinauf. Doch eine Podestplatzierung ließ immer noch auf sich warten.

Held von Salt Lake City
Nachdem er in Salt Lake 2002 die besten Trainingszeiten auf der Olympischen Abfahrtpiste von Snowbasin geschafft hatte, konnte der Franzose im Rennen alle begeistern, als er sein Ski verlor und auf einem Ski mit einem Kreuzbandriss das Rennen beendete. Trotz dieses Handicaps konnte er dennoch den elften Platz belegen: Eine kleine Sensation!

Von Sechs auf Fünf
Wieder ein Jahr war vergangen bis Dalcin seine Top Platzierung im Weltcup von Sechs auf Fünf steigern konnte. In Garmisch fehlten ihm nur noch 12 Hundertstel zum Podium.
Und, oh Wunder, ein Jahr später ging sein Traum in Erfüllung und Dalcin durfte endlich auf das Siegerpodest in Garmisch steigen. Den Super G konnte nur der 'Herminator' Hermann Maier schneller bewältigen als Dalcin, und das gerade einmal sieben Hundertstel schneller. Doch das wird die Freude des vom Pech verfolgten Dalcin kaum getrübt haben. Sicherlich wird dieser sympathische Hoffnungsträger nach diesem erfolgreichen Comeback für weitere Highlights sorgen.

Erfolgreiche Teamleistung bei Olympia
Noch im Dezember 2005 zeigte der Franzose erneut gute Leistungen bei der Abfahrt in Bormio, als er Siebter wurde. Ein weiteres Top Ten Resultat konnte er zwar nicht zustande bringen, jedoch verfehlte er diese bei der olympischen Abfahrt nur knapp als Elfter und konnte so das gute Mannschaftsergebnis komplettieren. Denn sein Teamkollege Antoine Dénériaz sicherte sich im gleichen Rennen abseits aller Expertenmeinungen den Olympiasieg.

Steckbrief:
Geboren: 15.02.1977
Nation: Frankreich
Heimatverein: Doua/Valceni
Größe: 185cm
Gewicht: 93kg
Web: www.pe-dalcin.com

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des französischen Speedfahrers. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (11), SG (DNF)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (11)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (19)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (DNF), DH (15)
2001 in St. Anton (AUT): SG (9), DH (15)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-13. Abfahrt 2007
Weltcup-Disziplinen-13. Super G 2002
1. Platz Abfahrt in Val d'Isere 2007