Marathon-Skiweltrekordhalter Christian Flühr (28, SC Oberhausen) und Freundin Tina Kreutzer (33, München) wollten es am vergangenen Wochenende bei der längsten Abfahrt der Welt in Saas Fee (Schweiz) im Team- wie im Einzelrennen wirklich wissen.
Jedoch kam es anders als erwartet, die Chronologie der Ereignisse:

11. April: Ankunft
Tina und Christian kamen nach 8- und 10 stündiger Fahrt aus München bzw. Bad Reichenhall in Saas-Fee an. Kein Schnee weit und breit im Ort, Temperaturen um die + 3,5 Grad auf 1800m um 00:30 Uhr.

12.April: Teamrennen
Start am Morgen gegen 10.00 Uhr am Gletscher auf 3650 m. Der Allalin in dicken Wolken verborgen, Neuschnee und dichter Nebel machten die Abfahrt zu einem gefährlichen Unterfangen. \"Wo geht es weiter auf der Piste?\" fragten sich die beiden zu recht.
Bei den weit über 100 gestarteten Teams ereigneten sich deshalb viele Stürze.
Mit Startnummer 128 starteten Tina Kreutzer und 15 Sekunden danach Freund Christian in den Nebel hinein.
Durch die miserable Sicht kam Tina bei einer Linkskurve und hoher Geschwindigkeit von der Ideallinie in dem frischgefallenen Schnee ab, so daß dieser Fahrfehler unweigerlich in einem schweren Sturz endete.
Es kam zu einer starken Überstreckung des Halses, Nase und Lippe waren massiv geprellt.
Dennoch rappelte sich Tina Kreutzer nochmals auf und fuhr ins Ziel. Sie war mit sich nicht zufrieden, denn sie hatte zuvor viel auf das Rennen hintrainiert.

13.April: Einzelrennen
Nach dem Abholen der Startnummern um 7:15 Uhr in der Frühe fuhren Christian Flühr, Tina Kreutzer und der inzwischen extra aus Val Thorens angereiste weitere Ski-Marathon-Weltrekordhalter Thomas Seiwald, der ebenfalls im Februar 2002 die 130 Stunden Challenge in Westendorf (Tirol), bestritt, hinauf zum Startplatz.
Das Wetter so schlecht wie am Vortag: 20 cm Neuschnee, Schneegestöber, knapp 15 Meter Sicht im Startbereich und immer wieder Nebelbänke im gesamten Verlauf der Rennstrecke.
Oben am höchst gelegen Punkt des Austragungsortes wurden die Vorahnungen aufgrund des schlechten Wetters dann Gewissheit:
Auf schwarzen Tafeln gab das Organisationkomitee die Juryentscheidung bekannt:
Absage des Einzelrennens wegen der allzu schlechten Wetterlage aus Sicherheitsgründen und Verschiebung auf Sonntag. Doch der Wettergott hatte auch dort kein Einsehen und das Rennen musste endgültig abgesagt werden.
\"Skifahren ist ein Freiluftsport, dem durch Wetterbedingungen hin und wieder Grenzen gesetzt werden. \" resümierte Christian Flühr, dem auch Tina Kreutzer beipflichtete.