Das Weltcup-Finale ist die Zeit der Abrechnung. Für fünf Tage hatten sich die besten Skifahrerinnen und Skifahrer in Altenmarkt-Zauchensse und Flachau im österreichischen Bundesland Salzburg zum großen Finale versammelt. Einige Athleten konnten dort schon in aller Ruhe an den Start schlendern und sich auf ihren frisch geernteten Lorbeeren ausruhen, andere Rennfahrer mussten noch einmal volles Risiko im Kampf um die Kristallkugeln gehen.

Isolde Kostner verteidigte Abfahrts-Weltcup:
Die Südtirolerin Isolde Kostner profitierte im Vorfeld der Finals vom Sturzpech Götschl\'s und konnte so ihrer Abfahrts-Kristallkugel von 2001 nunmehr eine weitere hinzufügen. Klar dominierte sie mit 568 Punkten diese Disziplin.

Hilde Gerg hat Super-G-Sieg in der Tasche:
Die 26-Jährige Deutsche aus Lenggries hat ihre Enttäuschung über die verpasste Medaille bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City nun deutlich lindern können. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Renate Götschl (Wadenbeinbruch) bei der Abfahrt in Lenzerheide am letzten Rennwochenende vor den Finals und der dortigen Super-G-Rennabsage, stand Hilde Gerg schon vor dem letzten Super G uneinholbar an der Spitze der Disziplinenwertung. Niemand konnte der WM-Dritten von 2001 im Kampf um die Kristallkugel mehr gefährlich werden. Auch der Sieg von Michaela Dorfmeister bei den Finals änderte daran nichts mehr. Gerg wurde immerhin Dritte.

Dorfmeister holt Gesamt-Weltcup:
Gratulanten wehrte die Österreicherin im Vorfeld der Finals zwar noch vehement ab, aber eigentlich konnte Dorfmeister auf dem Weg zur großen Kristallkugel nichts mehr aufhalten. Durch Renate Götsch\'s Unglück war ihr eh die größte Konkurrentin abhanden gekommen. Die 28-Jährige machte gleich zu Beginn der Weltcup-Finals Schluss mit sämtlichen Formen der Rechenspiel-Abteilung. Sie gewann schlicht und einfach die Abfahrt und führte am Ende der Finals uneinholbar mit 1271 Punkten.

Nef verteidigt Riesenslalom-Weltcup:
Sonja Nef oder Michaela Dorfmeister! So lautete der Zweikampf im Riesenslalom der Damen. Nef (Schweiz) hatte am Ende nach ihrem Sieg im Finale die Nase mit 574 Punkten vorn, Dorfmeister musste sich mit Platz zwei (494 Punkte) begnügen.

Französin setzt sich durch:
Im Slalom kam es zu einem weiteren Duell. Dort hatte die Französin Laure Pequegnot die Chance, sich die Kugel abholen zu können. Ihr Vorsprung auf Kristina Koznick (USA) betrug vor dem Finale immerhin 54 Punkte. Zwar verpasste Pequegnot den möglichen Tagessieg, aber Kozick erwischte einen schwachen Tag und damit ging die Kugel nach Frankreich.

Eberharter ist der Größte:
Den Gesamtweltcup hat der \'Steff\' aus dem Zillertal seit dem Wochenende definitiv unter Dach und Fach, die \'kleine\' Kristallkugel für die Abfahrtswertung ist ihm schon vor Olympia nicht mehr zu nehmen gewesen. Auch im Super G holte sich der 32-Jährige den Sieg in der Disziplinen-Wertung. Selbst bei einem Sieg von Didier Cuche (Schweiz) hätte der Österreicher einfach nur das Ziel erreichen müssen. Cuche gewann zwar das Rennen, aber dem Dominator des Skiwinters langte ein vierter Platz zum Triumpf.

Spannung bei den Technikern:
Gleich fünf Fahrer konnen sich bei den Herren vor dem Finale noch Hoffnungen auf den Riesenslalom-Weltcupsieg machen. Frederic Covili (Frankreich) wurde gejagt von Didier Cuche (Schweiz), Stephan Eberharter (Österreich), Fredrik Nyberg (Schweden) und Bejamin Raich (Österreich). Besonders die beiden Österreicher übten bis zum Schluss starken Druck auf den Franzosen aus. Doch der hielt diesem stand und durfte sich mit der Kristallkugel im Riesenslalom
schmücken.

Ivica Kostelic ist König im Stangenwald:
Im Slalom der Herren kam es zum Zweikampf zwischen Ivica Kostelic (Kroatien) und Bode Miller (USA). Doch der Bruder von Janica löste diese Konstellation auf seine Art auf. Er fuhr brilliant, parierte auch Miller's Attacke im zweiten Durchgang und holte sich mit einem Sieg in Flachau die Kristallkugel ab. Damit ist er der erste Kroate überhaupt, der einen Disziplinen-Weltcup gewinnen konnte.