Ski2b-Chef Martin Fiala sprach unmittelbar nach der Damen-Abfahrt in Lenzerheide mit dem DSV-Abfahrtstrainer Stephan Kurz über das gute Abschneiden der DSV-Mädels im Wettkampf.

Auch der schlimme Sturz von Renate Götschl ist Thema des Gespräches.

Ski2b: Lenzerheide ist für die DSV-Damen in den letzten Jahren immer eine Reise wert gewesen. Bislang schaut es erneut gut aus. Wie bewertest du die Abfahrt?
Stephan Kurz: Wir haben als Mannschaft heute ein sehr gutes Ergebnis gefahren. Die Bedingungen waren für alle Athletinnen heute nicht sehr einfach mit den widrigen Sichtverhältnissen. Hilde fuhr erneut unter die ersten Drei, Regina als Fünfte bestätigte ihre aufsteigende Form und für die Petra freut es mich besonders, dass sie zum Schluss der Saison noch einmal ihr Potenzial zeigen kann. Das hätte ich schon vor Are von ihr erwartet. Auch Martina hat mit einer hohen Startnummer ein gutes Rennen gefahren. Mehr war einfach nicht drin. Isabelle Huber hat sich zum sechsten Mal qualifiziert. Ein gutes Ergebnis für unser Team.

Ski2b: Das ganze Rennen ist überschattet worden von einem schweren Sturz von Renate Götschl. So etwas nimmt auch die Trainer mit. Deine Einschätzung zu diesem Vorfall bitte!
Stephan: Hier spielen sicherlich mehrere Faktoren eine Rolle. Die Renate hatte eine große Chance auf den Gewinn des Abfahrts-Weltcup gehabt. Sie war sieben Nummern vor der Isolde Kostner gestartet, ist ein hohes Risiko eingegangen, leider nicht belohnt worden dafür. Was mich nun bei der Auflistung ihrer Verletzungen besonders schmerzt ist die Tatsache, dass sie einen Wadenbeinbruch erlitten hat. Ich weiß aus den Erfahrungen mit Hilde und Regina, dass da eine harte Zeit auf Renate zukommt. Ich wünsche ihr auf diesem Wege alles Gute. Ich bin sicher, dass sie in alter Stärke in den Weltcup zurückkommen wird.

Ski2b: Sind aus solchen Stürzen Konsequenzen zu ziehen? Gestern kam von Seiten der FIS eine ähnliche Diskussion auf. Wie sehen es die Trainer?
Stephan: Stürze gehören zu unserem Sport dazu. Es ist eine Freiluft-Sportart mit einem gewissen Maß an Risiko. Manchmal hat man es nicht in der Hand. Die einen stürzen und stehen wieder auf, andere verletzen sich. Man sollte sich gesunde Gedanken machen, wie man den Abfahrtssport möglichst sicherer machen kann. Da ist die FIS gefragt, da sind die Trainer gefragt, die die Läuferinnen möglichst gut in konditioneller und skifahrtechnischer Hinsicht vorbereiten müssen. Aber es bleibt ein Restrisiko.

Ski2b: Hilde fährt jetzt um den Super-G-Weltcup. Die Chancen stehen für sie wohl sehr gut. Wie siehst du das?
Stephan: Durch den Sturz von Renate Götschl, so leid es mir tut, ist nun die engste Verfolgerin aus dem Rennen. Karen Putzer ist jetzt die nächst beste Fahrerin, die ja auch in St. Moritz schon bewiesen hat, dass sie Super G fahren kann. Wir müssen jetzt als Team gut auftreten, Trainer, Serviceleute und dann gut in den Super G hineinfinden. Für Hilde wäre dies nach den verpassten Medaillenchancen eine schöne Entschädigung.

Ski2b: Danke für das Interview.
Stephan: Ich danke auch.

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